Soziale Isolation und Bildungslücken: Kinder können unter den Verschwörungstheorien der Eltern schwerer leiden als angenommen.
Soziale Isolation und Bildungslücken: Kinder können unter den Verschwörungstheorien der Eltern schwerer leiden als angenommen. Bild: iStockphoto / Solovyova
Interview

"Alles, was sie machen, geschieht aus Liebe" – Experte über das komplizierte Aufwachsen von Kindern in Verschwörungs-Familien

02.02.2022, 09:5102.02.2022, 12:51

Eine Frau hält ihr Kind als Schutzschild vor sich und die Kleine bekommt das Tränengas der Polizei ins Gesicht: So passiert im Dezember vergangenen Jahres bei einer als Spaziergang getarnten Anti-Corona-Demo in Schweinfurt. Die Mutter hatte selbst von dem Vorfall in einer Telegram-Gruppe berichtet. Das Mädchen hat keine körperlichen Verletzungen davon getragen, in den sozialen Medien schlug der Fall allerdings noch tagelang Wellen und entfachte eine Diskussion über Kindeswohlgefährdung in Coronaleugner-Kreisen. Ein Thema dieser Debatte ist auch die steigende Anzahl an Eltern, die ihre Kinder aufgrund von Verschwörungsideologien aus der Schule nehmen und von sozialen Kontakten abschotten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von veritas beraten täglich Angehörige und Institutionen im Umgang mit Verschwörungstheoretikern. Watson hat mit Tobias Meilicke, Leiter von veritas und Experte zum Schutzauftrag von Kindeswohlgefährdung, gesprochen.

watson: Welche Probleme beobachten Sie derzeit, wenn es um das Thema "Kinder von Verschwörungstheoretikern" geht?

Tobias Meilicke: Wir bekamen vor allem regelmäßig Anrufe von besorgten Lehrern, dass Schülerinnen und Schüler nach den letzten Sommerferien nicht aufgetaucht sind. Auf Nachfrage stellte sich zum Teil dann auch heraus, dass die Eltern verschwörungstheoretischen Argumentationsmuster verfallen sind. Sie empfinden es als schwerwiegenden körperlichen Eingriff, wenn Kinder Masken tragen oder Tests machen müssen. Aus Sicht der Erziehungsberechtigten ist das der erste Schritt in die Diktatur und deshalb möchte man die Kinder den Zwängen an Schulen nicht aussetzen. Viele befürchten einen bevorstehenden Impfzwang. Auch das Jugendamt kontaktiert uns dazu immer mal wieder.

Tobias Meilicke hilft Menschen, die mit Verschwörungsgläubigen zurecht kommen müssen
Tobias Meilicke hilft Menschen, die mit Verschwörungsgläubigen zurecht kommen müssenprivat

Was raten sie den Institutionen, die sich an Sie wenden?

Es gilt natürlich die Schulpflicht in Deutschland und in den meisten Bundesländern gibt es inzwischen auch wieder die Präsenzpflicht, die ja zwischenzeitlich ausgesetzt war. In einigen Bundesländern gibt es noch Übergangsregelungen. Ist die Präsenzpflicht gegeben, muss dafür gesorgt werden, dass das Kind in die Schule geht. Nicht nur wegen der Bildungsinhalte, sondern auch, weil Kinder Kontakt für die persönliche Entwicklung mit Gleichaltrigen brauchen. Sollte das Kind weiterhin fernbleiben, dann können Schulen und Jugendämter entsprechend reagieren. Das bedeutet in erster Linie, dass die Eltern eine Aufforderung erhalten, das Kind in die Schule zu schicken. Kommt darauf keine Reaktion, gibt es ein Gespräch mit den Eltern, in dem auch die Beweggründe der Erziehungsberechtigten dargelegt werden können. Es gibt ja durchaus immer wieder Fälle, in denen Kinder aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Schule können. Das ist natürlich legitim.

"Das darf man nicht vergessen: Alles was Verschwörungs-Eltern machen, geschieht aus Liebe zum Kind."

Und wenn es keinen guten Grund gibt?

Wenn es allerdings keine nachvollziehbaren Begründung gibt und die Eltern sich weiterhin weigern, wird der Bußgeldkatalog rausgeholt. Ich weiß, dass einige Bußgeldbescheide rausgegangen sind. Wie viel das bringt, bleibt allerdings fraglich. Wenn sich jemand Verschwörungstheorien explizit zugewandt hat und daher annimmt, das eigene Kind könnte durch die Corona-Schutzmaßnahmen körperlich verletzt werden oder sogar sterben, dann ist es natürlich das kleinere Übel, dann Geldbetrag zu zahlen.

Die Eltern agieren also nicht aus Protest oder um ein Zeichen zu setzen, sondern zum Schutz des eigenen Kindes?

Auf jeden Fall! Die Eltern sind fest davon überzeugt, dass dem Kind etwas zustoßen könnte, wenn es sich an die Maßnahmen hält. Im Übrigen greifen viele Verschwörungstheorien das Thema auch direkt auf. Wir alle kennen vielleicht auch das alte antisemitische Motiv des Kindsmordes, dass wir auch in modernen Verschwörungstheorien wiederfinden wie Qanon.

Was ist QAnon?
Die Bewegung hat sich überwiegend im Internet geformt und durch die Pandemie deutlich an Popularität in Kreisen von Verschwörungsgläubigen gewonnen. Als konstantes Motiv glauben Anhänger von QAnon, dass eine geheime Elite aus einem "deep state" (Untergrundstaat) regiert. Mächtigen Personen aus Politik, Medien und Unterhaltung werden kriminelle Handlungen unterstellt, unter anderem die Entführung und Folterung von Kindern. Durch das Blut der Kinder erhoffe man sich ewige Jugend, heißt es in einer der Erzählungen.

Ich weiß auch von einer Gruppe auf Telegram, die sich explizit an Minderjährige richtet und gezielt mit diesen Ängsten spielt. Dort wurden Gerüchte gestreut, dass Kinder durch medizinische Masken gestorben sind, weil sie nicht genug Luft gekriegt haben und solche Sachen. Das darf man nicht vergessen: Alles was verschwörungsgläubige Eltern machen, geschieht aus Liebe zum Kind. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt.

Können da auch die Gespräche ansetzen?

Genau! Die elterliche Sorge ist die Brücke, um mit den Erziehungsberechtigten in Kontakt zu kommen. Zum Wohle des Kindes ist es das Ziel der Beratung, einen Kompromiss zu finden. Ich rate daher davon ab, mit den Eltern über die Inhalte der Verschwörungstheorien zu sprechen oder sogar zu versuchen, die Eltern von ihrem Weltbild abzubringen. Es geht einzig und allein darum, das Beste für das Kind herauszuholen. Dazu sind sachliche Schilderungen wichtig. Interpretationen, Unterstellungen und Anschuldigungen sollten erst einmal unterbleiben.

Auf welcher rechtlichen Grundlage kann eingegriffen werden?

Wir haben Paragraphen, die sich mit Kindeswohlgefährdung befassen, aber speziell für diese Situation gibt es nichts. Grundsätzlich sind wir auch gegen eine gesetzliche Änderung, weil wir die Gesetze, wie sie in Deutschland herrschen, durchaus sinnvoll finden und damit auch ein guter rechtlicher Rahmen gegeben ist.

"Bei Gesprächen mit den Eltern sollte dann ganz klar immer das Kind im Fokus stehen und nicht die Weltanschauung."

Es hat einen Grund, warum in Deutschland das Elternrecht in der Erziehung im Grundgesetz so explizit hervorgehoben ist. Das kommt daher, dass wir sowas im nationalsozialistischen Deutschland und auch in der DDR nicht hatten. Da lag der Erziehungsauftrag in erster Linie beim Staat und erst in zweiter Linie bei den Eltern. Das hat dazu geführt, dass Kinder im Sinne des Staatssystems erzogen worden sind. Es ist ein Schutzmechanismus, der da eingebaut worden ist. Wir greifen nur ein, wenn es schwerwiegende Anhaltspunkte für Entwicklungsschäden beim Kind gibt oder eine eindeutige Bedrohung von den Eltern ausgeht.

Sind die Mittel dafür denn da?

Was wir uns wünschen würden, sind natürlich mehr Kapazitäten bei Jugendämtern, um dann auch entsprechende Angebote an Eltern zu machen. Also auch die Zeit zu haben, dort mit Eltern in Kontakt zu kommen, Gespräche zu führen und vielleicht auch Kompromisse zu finden. Und es braucht definitiv den Ausbau von Beratungsstellen wie der unseren, weil wir selbst sehen, dass Fachkräfte aus Schulen und Jugendämtern teilweise mit diesen Themen überfordert sind und eigentlich noch ein Coaching im Hintergrund bräuchten.

"Menschen, die an Verschwörungen glauben, fühlen sich permanent bedroht. Das überträgt sich natürlich auf die Kinder."

Wie sieht so ein Gespräch mit Eltern denn aus?

Bei Gesprächen mit den Eltern sollte dann ganz klar immer das Kind im Fokus stehen und nicht die Weltanschauung. Das heißt konkret: Was wird beobachtet beim Kind? Was wird als Gefährdung gesehen? Ohne das zu interpretieren. Es geht darum, erst einmal die Sachlage klar zu benennen. Sprich: Geht das Kind nicht zur Schule, kann man zum Beispiel die Angst vor möglichen Bildungslücken äußern. Das kann man offen thematisieren.

Worin bestehen denn die konkreten Herausforderungen für die kindliche Entwicklung?

Die können unter anderem in der großen Verunsicherung bei den Kindern und den Ängsten liegen, die ihnen gemacht wurden. Es zeigt sich oft eine chronische Anspannung, die sich in den Familien niederschlägt. Das muss man sich folgendermaßen vorstellen: Menschen, die an Verschwörungen glauben, fühlen sich permanent bedroht. Das überträgt sich natürlich auf die Kinder. Dadurch können Zukunftsängste entstehen, die sich eventuell in regressiven Verhaltensweisen niederschlagen.

Die Kinder verhalten sich dann nicht mehr entsprechend ihrem Alter?

Richtig. Ein typisches Verhaltensmuster ist beispielsweise das Einnässen von älteren Kindern. Aber auch andere psychosomatische Symptome wie Schlafstörungen, Bauchweh und Aggressionen können auftreten. Die erlebte Ausgrenzung kann oft starken Einfluss haben und hängt einerseits mit dem Entzug aus dem Schulsystem zusammen, andererseits gehen die sozialen Kontakte wie Freunde und Sportvereine immer mehr verloren. Darüber hinaus erleben einige Kinder Ausgrenzungen durch Gleichaltrige in Schulen aufgrund ihrer manchmal als "verrückt" erlebten Eltern.

Ein Beispiel?

Ich habe einen konkreten Fall, wo der Vater sich weigert, Masken zu tragen. Wenn er sein Kind von der Schule abholt, bricht dann eine riesige Diskussion los. Das kriegen natürlich inzwischen nicht nur Lehrer mit, sondern auch andere Schüler. Aber das ist natürlich nur ein Teil des Gesamtproblems.

Welche Schwierigkeiten gibt es noch?

Das Risiko für gesundheitliche Fehleinschätzungen spielt auch eine Rolle. Dabei geht es darum, dass bestimmte Krankheiten oder Symptome geleugnet werden. Das kann soweit gehen, dass man bestimmte Krankheiten gar nicht als real bezeichnet. Ich habe einen Fall, wo eine Mutter glaubt, Krebs gäbe es nicht. Sollte das Kind irgendwann mal eine schwere Erkrankung haben, darf es dann auch keinen medizinischen Eingriff bekommen und das ist natürlich wirklich schwerwiegend. Dann gibt es natürlich die Situation aktuell, in der alle möglichen Wundermittel gegen Corona angepriesen werden. Was in geringen Mengen bei Erwachsenen oft gar keine großen Auswirkungen hat, kann bei Kindern möglicherweise zu Vergiftungen führen. Eine Ablehnung von Impfungen ist allerdings keine Kindeswohlgefährdung. Das ist eine freie Entscheidung.

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Wie kann denn festgestellt werden, ob eine Kindeswohlgefährdung gegeben ist?

Meist ist das schwer bis gar nicht feststellbar, wenn man nicht uneingeschränkten Zugang zum Kind hat. Besonders seelische und psychische Aspekte von Kindeswohl sind oft schwer zu fassen und auch nachzuweisen. Denn für Kindeswohl muss der Schaden schwerwiegend und vor allem klar nachhhaltig sein. Gesundheitliche Risiken kann man noch am besten abschätzen. Ich rate Fachkräften dann dazu, möglichst konkret die Beobachtungen zu notieren: Zahlen, Daten, Fakten. Auch hier wieder erstmal ohne Interpretation. Denn genau damit können Jugendämter später arbeiten, sollte Kindeswohl wirklich geprüft werden müssen.

Was belastet die Kinder denn noch, wenn ihre Eltern in Verschwörungkreise abtauchen?

Die Pandemie hat noch eine andere Form der Benachteiligung verstärkt: Emotionale Vernachlässigung muss dringend stärker thematisiert werden. Elternteile sind teilweise in eine Art Sucht-Mechanismus gefallen und durchforsten die sozialen Medien den ganzen Tag nach Verschwörungserzählungen. Sie schalten morgens um 7 Uhr Telegram ein und um 22 Uhr ist das Smartphone das letzte, was sie in der Hand haben. Sie schaffen es dann nicht mehr, sich adäquat um die Kinder zu kümmern. Ich habe genauso einen Fall betreut, wo die Mutter es aufgrund ihres Medienkonsums nicht einmal schafft, ihrer sechsjährigen Tochter das Essen zuzubereiten. Wäre der Vater nicht da, wäre das so eine Situation, in der man überlegen müsste, das Jugendamt einzuschalten.

Wie kann sich das auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirken?

In diesem Kontext ist die Instrumentalisierung der Kinder oft eine Thema unserer Arbeit. Das ist natürlich ein Phänomen, was es schon bei Scheidungskindern immer gab, das jetzt aber noch expliziter auftritt und mit größeren Ängsten verbunden ist. Die Kinder hören dann zum Beispiel von Papa, dass Mama wegen der Impfung bald stirbt. Das ist eine riesige Angst, die Kinder aushalten müssen. Ich habe einen Fall mit geteiltem Sorgerecht gehabt, wo der Vater extrem in Verschwörungstheorien versunken war. Der hat das Kind alle zwei Wochen gesehen, sich aber geweigert, jegliche Form von Schutzmaßnahmen umzusetzen. Die Mutter hat versucht, das vor Gericht zu klären. Es ist aber immer noch kein endgültiges Urteil gefallen.

Die STIKO hat im Dezember eine Impfempfehlung für Kinder ab fünf Jahren veröffentlicht.
Die STIKO hat im Dezember eine Impfempfehlung für Kinder ab fünf Jahren veröffentlicht.Bild: iStockphoto / doble-d

Haben Sie ein positives Beispiel, bei dem die Intervention durch Angehörige etwas bewirkt hat?

Da fällt mir eine Familie ein: Die Mutter wollte das Kind aus der Schule nehmen und hat sich dazu Tipps aus dem Internet geholt. Das geht nämlich nicht so einfach. Jedenfalls hat sich die Schwester der Mutter bei mir gemeldet und es gab drei Sitzungen mit der Tante des Kindes. Wir sind dann durchgegangen, wie sie mit der Mutter zum Beispiel ins Gespräch kommen kann, haben Denkanstöße gegeben und Entwicklungen in Gang gesetzt. Zum Schluss wurde die Kleine wieder in die Schule zurückgeschickt. Die Mutter sagte später sogar, sie "habe sich da völlig verrannt".

Wie sollte man im Gespräch dann vorgehen?

Erstmal etwas Positives voranstellen und schauen, was man gemeinsam hat, vielleicht auch die Mutter- oder Vaterrolle positiv konnotieren. Also in der Art: "Ich finde es großartig, welche Sorge du um deine Kinder hast" und dann weiter mit den eigenen Bedenken. Dabei geht es nicht darum, Anschuldigungen vorzutragen, sondern das Gespräch auf die Bedürfnisse des Kindes zu lenken, zum Beispiel: "Ich beobachte, dass die Kleine den Wunsch nach mehr Freunden äußert. Wie siehst du denn das?" Also eine Frage zurückgeben und das Terrain abstecken.

"Man sollte die Ängste ernst nehmen und fragen, woher genau die Ängste kommen und was man machen könnte, um diese zu nehmen."

Und das hilft schon?

Verschwörungseltern sind ja nicht komplett irrational, sie bekommen Auffälligkeiten im kindlichen Verhalten auch mit. Man sollte daher versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden und anschließend gemeinsam Lösungen finden, anstatt diese von oben herab zu präsentieren. Dann springt der Gegenüber auch nicht sofort in die Defensive. Die andere Seite sollte immer aktiv mit einbezogen und nicht belehrt werden. Im Beispiel der eben genannten Mutter benötigte es viel Geduld und viele Gespräche. Aber es hat sich gelohnt.

Man sollte also gar nicht auf die Verschwörungstheorien an sich eingehen?

Ich glaube, es geht nur so. Andernfalls erhebt man sich selbst über die Person und Abwehrmechanismen greifen. Durch Abwertungen wie "Die ist verrückt, rechtsextrem oder sonstiges" schaltet der Andere ab. Man sollte die Ängste Ernst nehmen und versuchen, diese so konkret wie möglich zu fassen. Nicht selten lassen sich dann eher Lösungen finden.

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und Polizisten stehen sich gegenüber. Bei dem Protest waren mehrere Menschen verletzt worden.
In Schweinfurt standen sich Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und Polizisten gegenüber. Bei dem Protest waren mehrere Menschen verletzt worden, eine Vierjährige hatte Pfefferspray abbekommen.Bild: Main-Post / Josef Lamber

Was sagen Sie zu dem Fall in Schweinfurt?

Die Mitnahme von Kindern zu "Spaziergängen" und auch zu Demonstrationen ist natürlich nicht illegal. Da kann man nicht viel machen. Die Verantwortung liegt auf staatlicher Seite, das Ganze nicht in Gewalt eskalieren zu lassen. Jetzt ist mir schon klar, dass an diesen Demonstration nicht nur friedliche Menschen unterwegs sind, sondern auch diejenigen, die gewaltsame Bilder provozieren wollen. Sie wollen sich als Märtyrer inszenieren und fordern die Polizei offensiv heraus. Als Angehörige und Freund kann ich dieses Szenario mit Bezug auf das Kind durchaus thematisieren. Jedoch, wie oben bereits gesagt, nicht als Vorwurf, sondern als Sorge.

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