Trotz Pandemie tanzen 5000 Menschen bei einem Konzert der Rockband Love of Lesbian in Barcelona.
Trotz Pandemie tanzen 5000 Menschen bei einem Konzert der Rockband Love of Lesbian in Barcelona.Bild: www.imago-images.de / Alejandro Garcia

Konzert mit 5000 Menschen in Barcelona – Berlin stoppt Testveranstaltung

28.03.2021, 14:0928.03.2021, 16:03

5000 Menschen, die ohne Sicherheitsabstand zu Live-Musik tanzen – in Barcelona hat am Samstagabend erstmals seit langem ein großes Rockkonzert stattgefunden. Mit der von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Veranstaltung in der spanischen Großstadt sollten Möglichkeiten erforscht werden, trotz der Corona-Pandemie wieder kulturelle Großveranstaltungen zu organisieren.

"Ich bin sehr, sehr gerührt", sagte Santi Balmes, Sänger der Rockband Love of Lesbian, bei dem Konzert in der Arena Palau Sant Jordi. "Es ist anderthalb Jahre her, dass wir auf eine Bühne gegangen sind." Zur Eröffnung hatte die Band passend zur Pandemie einen Song mit dem Titel "Keiner auf der Straße" gespielt.

Corona-Tests, Masken und Lüftungsanlage

Das Konzert wurde von mehreren Festivals, Musik-Veranstaltern und einem Krankenhaus organisiert. Alle Besucher mussten vorher einen Corona-Antigen-Test machen. Dafür wurden am Vormittag drei wegen der Pandemie geschlossene Diskotheken zu Testzentren umfunktioniert. In das Konzert kamen natürlich nur Menschen mit negativem Testergebnis. Außerdem mussten sie FFP2-Masken tragen. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wurde im Palau Sant Jordi eine besonders leistungsfähige Lüftungsanlage installiert.

Alle Besucherinnen und Besucher mussten vor dem Konzert einen Corona-Test machen.
Alle Besucherinnen und Besucher mussten vor dem Konzert einen Corona-Test machen.Bild: www.imago-images.de / Alejandro García

"Es ist unglaublich, viel Emotion", sagte Konzertbesucher Jordi Sanz. "Wir haben dieses Gefühl, in einer Menge zu sein, vergessen. Es ist, als wäre es mein erstes Konzert."

Die 25-jährige Marina Crespo sagte, sie habe einfach große Lust gehabt, "etwas anderes zu machen, einen Schritt in Richtung Normalität zu gehen". Dennoch halte sie bei dem Konzert lieber Abstand zu anderen Konzertbesuchern.

Berlin stoppt Testbetrieb für Kulturveranstaltungen

Auch die Berliner Clubszene hat den Konzertbetrieb in Corona-Zeiten ausprobiert. Zu der ausverkauften Pilotveranstaltung auf dem Holzmarkt-Gelände an der Spree kamen am Samstagabend laut Veranstalter rund 70 Besucher, die sich vorher online anmelden, Schnelltests absolvieren und eine Maske tragen mussten. Für die Clubcommission ist der Test "ein Funke der Hoffnung".

Dieser Funke der Hoffnung war allerdings schnell wieder erloschen. Am selben Abend kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) an, die Modellprojekte für Kultur- oder Sportveranstaltungen mit Zuschauern in Berlin angesichts der Infektionslage vorerst wieder zu beenden.

Der Sprecher des Dachverbands, Lutz Leichsenring, hatte noch zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Das war ein voller Erfolg, darauf können wir aufbauen." Und weiter: "Es ist eine Übergangsvariante, die uns wieder ein bisschen Hoffnung gibt. Nicht nur uns, auch den Menschen, die darauf warten, wieder in Clubs gehen zu können." Es gebe die Hoffnung, dass es wieder möglich sei, Veranstaltungen durchzuführen und Kultur erlebbar zu machen, sagte Leichsenring.

Zuschauer sitzen bei einem Testkonzert mit dem Titel "Operation Heartbeat" im "Säälchen" auf dem Holzmarkt unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes.
Zuschauer sitzen bei einem Testkonzert mit dem Titel "Operation Heartbeat" im "Säälchen" auf dem Holzmarkt unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes.Bild: dpa / Christoph Soeder

Nach monatelanger Zwangspause wegen der Viruspandemie hatten in Berlin die ersten Bühnen für ein Pilotprojekt geöffnet. Den Auftakt hatten am vergangenen Wochenende das Berliner Ensemble und die Philharmoniker gemacht. Die international bekannte Berliner Clubszene gilt als wichtiger Tourismus- und Wirtschaftsfaktor. Mit Ausnahmen im Sommer gab es in der Pandemie so gut wie keine legalen Partys, Konzerte oder Abende zum Tanzen.

Barcelona: Zuschauer werden 14 Tage lang überwacht

In Barcelona werden die Gäste nach dem Konzert nun weiter beobachtet, ob bei der Menschenansammlung das Coronavirus weitergegeben wurde. Die Zuschauer würden 14 Tage lang überwacht und jeder mögliche Ansteckungsfall werde festgehalten, sagte die Ärztin María Llibre vom Krankenhaus Germans Trias i Pujol de Badalone nahe Barcelona. Ihr Team hatte im Dezember bereits ein Pilotprojekt in einem Konzertsaal in Barcelona mit 500 Zuschauern organisiert. In der Folge waren keine Corona-Infektionen registriert worden.

Für die spanische Musikbranche ist das Konzert im Palau Sant Jordi ein Zeichen der Hoffnung. Es gehe darum herauszufinden, "wie wir mit Corona leben und absolut sichere Konzerte organisieren können", sagte der an der Organisation beteiligte Leiter des Sónar-Festivals in Barcelona, Ventura Barba, der Nachrichtenagentur AFP. Laut einem Bericht des spanischen Musikverbands hat die europäische Musikbranche durch die Corona-Pandemie vergangenes Jahr 76 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt.

(lau/dpa/afp)

"'Soll ich dich anzünden?', sagte er zu mir. So langsam begreife ich, dass er neben dem Provozieren dabei ist zu lernen, was richtig oder falsch ist"

Es gibt einige Themen, die meinen vierjährigen Sohn beschäftigen, mich aber leider nicht die Bohne interessieren: Los ging es mit Baustellenfahrzeugen, es folgten Feuerwehr und Polizei, irgendwann kam die Schatzsuche auf, weiter ging es mit Angeln, dann Piraten, inzwischen sind wir bei Dinosauriern angelangt. Die einzige "schreckliche Echse" (jaja, das heißt Dinosaurier übersetzt. Was, wussten Sie nicht? Ich auch nicht. Und ich hätte kein Problem gehabt, es nie zu erfahren), die ich vom Hören kannte, war der Tyrannosaurus Rex. Inzwischen kann ich zu viele dieser Ekel buchstabieren.

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