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Freunde und Feinde beim ESC – Ein Land hat noch nie Punkte an Deutschland vergeben

Seit 1975 vergeben sich die teilnehmenden Länder gegenseitig Punkte beim Eurovision Song Contest. Dass das nicht immer nach musikalischen Gesichtspunkten läuft, zeigt unsere Karte.

Lea Senn

Das deutsche Abschneiden beim Eurovision Song Contest war in den vergangenen Jahren recht unterschiedlich. Unvergessen bleibt der Sieg von Lena Meyer-Landrut, die 2010 in Oslo gewann. Und viele Fans denken auch gerne an Lenas sehenswertes Comeback als Titelverteidigerin 2011 in Düsseldorf zurück – damals holte sie einen respektablen zehnten Platz.

Die folgenden deutschen ESC-Kandidaten konnten an diese Erfolge nur bedingt anknüpfen. Roman Lob ("Standing Still") mit Platz 8 im Jahr 2012 und Michael Schulte ("You Let Me Walk Alone") mit Platz 4 im vergangenen Jahr waren da noch die Erfolgreicheren.

Zum (musikalischen) Vergessen zählen dann eher solche deutschen Scherze wie die Dance-Pop-Band Cascada, die es wenig "Glorious" 2013 nur auf Platz 18 schaffte. Oder die beiden Doppelnamen-Debakel Ann Sophie (2015, letzter Platz mit null Punkten) und Jamie-Lee (2016, 26. Platz, immerhin 11 Punkte)

In diesem Jahr sollen es die S!sters richten. Die Sängerinnen Carlotta (19) aus Hannover und Laurita (26) aus Wiesbaden treten am 18. Mai für Deutschland beim ESC in Israel an.

Und das klingt dann so:

abspielen

Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Die S!sters werden mit ihrem Song "Sister" am 18. Mai im Finale des Eurovision Song Contest in der ersten Hälfte der Finalshow auftreten. In eines der beiden Halbfinals, die am Dienstag und Donnerstag stattfinden, müssen sie nicht. (eurovision.de)

Die folgende Karte zeigt, wie sich Nachbarländer gegenseitig am ESC bewerten. Was dabei auffällt: In Mitteleuropa ist der Zusammenhalt nicht allzu groß. Doch in Osteuropa sowie in den Benelux-Ländern und Skandinavien unterstützt man sich gerne.

Bild

Linie schwarz, wenn nie die Möglichkeit da war, sich gegenseitig zu bewerten (z.B. Tschechien und Slowakei) grafik: watson, daten: datagraver

Datenquelle

Die Daten enthalten alle vergebenen Punkte von den ESC-Austragungen von 1975 bis 2018 und stammen von Datagraver.

Berücksichtigt werden jeweils die Punktevergaben von Finale und Halbfinale (seit 2004).

In der Karte wurden die Punktewerte der ehemaligen Staaten Jugoslawien und Serbien & Montenegro mit den aktuellen Ländern verrechnet. In den unterstehenden Grafiken werden alle Länder (auch ehemalige) separat aufgeführt.

Beachtet man also nur Länderkombinationen, die in den letzten gut 40 Jahren mindestens fünf Mal die Chance hatten, sich gegenseitig Punkte zu geben, zeigt sich folgendes Bild: Die größten Fans voneinander sind Aserbaidschan und die Türkei. Sie konnten bereits 7 Mal (Türkei an Aserbaidschan), respektive 6 Mal (vice versa) füreinander abstimmen und haben sich jeweils bei jeder Gelegenheit die Bestnote von 12 Punkten geschenkt.

Aserbaidschan teilt sich dank seiner Exklave eine rund 17 Kilometer lange Landesgrenze mit der Türkei. Schätzungen gehen davon aus, dass knapp 1 Prozent der türkischen Bevölkerung aserbaidschanischer Abstammung ist.

Lesenswert: ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Ebenfalls meist mit der Bestnote bewertet hat Moldawien den Nachbarn Rumänien (im Durchschnitt 11.65 Punkte).

Bild

Anmerkung: Bis zum Jahr 2007 stellten Serbien & Montenegro einen gemeinsamen Act beim ESC, seither treten sie separat auf. Diese positiven Bewertungen hier stammen also von den letzten 11 Jahren.

Das obige Beispiel zeigt: Die Unterstützung zwischen der Türkei und Aserbaidschan beruht auf Gegenseitigkeit. Es gibt allerdings auch sehr unausgeglichene Länderkombinationen.

So bewertet zum Beispiel Andorra den Act aus Portugal im Schnitt mit 9 Punkten, zurück kommen jedoch nur rund 2 Punkte.

Bild

Ab mindestens 5 Bewertungsmöglichkeiten; Jugoslawien hat bis 1992 unter diesem Namen teilgenommen.

Zu den Ländern, die Deutschland durchschnittlich am meisten Punkte schenkten, gehören:

  1. Dänemark, das den Deutschen bei 40 Abstimmungen in den vergangenen Jahren durchschnittlich 4,6 Punkte gab.
  2. Spanien, das den deutschen Teilnehmern in 46 Abstimmungen in den vergangenen Jahren durchschnittlich 4,4 Punkte schenkte.
  3. Und dann ist da noch Portugal. Die Portugiesen vergaben bei 41 Abstimmungen durchschnittlich 4 Punkte an die deutschen Sängerinnen und Sänger.

Zu den Ländern, die Deutschland durchschnittlich am wenigsten Punkte schenkten, gehören:

  1. Weißrussland, Aserbaidschan und Mazedonien. Die drei Länder schenkten Deutschland im Schnitt nur 0,4 Punkte.
  2. Absolutes Schlusslicht sind die Zuschauer aus Serbien und Montenegro. In insgesamt 16 gezählten Abstimmungen (aufgrund der Historie des Landes stimmten Serben und Montenegriner in der ESC-Geschichte teilweise einzeln ab) vergaben die Bewohner der Länder null Punkte. Und das jedes Jahr. Autsch.

Und wem schenkten die deutschen Zuschauer in der ESC-Geschichte am liebsten ihre Punkte?

  1. Lustigerweise Serbien und Montenegro. Der damalige Staatenbund erhielt in drei Jahren von den deutschen Zuschauern im Schnitt 8,3 Punkte.
  2. Auch die Türkei ist beliebt. Musikgruppen aus diesem Land erhielten bei 36 Bewertungsjahren durchschnittlich 5,8 Punkte.
  3. Ebenfalls beliebt sind Australien (5,6 Durchschnittspunkte in elf Jahren) und Polen (5,4 Durchschnittspunkte in 26 Jahren).

Das erste Halbfinale vom Dienstag, 14. Mai 2019 zeigen ONE und online auch eurovision.de ab 21:00 Uhr. Dort laufen am Donnerstag, 16. Mai 2019, auch die Teilnehmer des zweiten Halbfinals auf. Das Finale wird dann am Samstag, 18. Mai 2019 um 20:15 Uhr mit dem "Countdown für Tel Aviv" von Barbara Schöneberger anmoderiert. Um 21 Uhr übernimmt dann Peter Urban, der auch die Halbfinalsendungen moderiert. Das Finale ist in der ARD, auf ONE, bei Deutsche Welle und auf eurovision.de zu sehen.

(mit pb/dpa)

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Nach einer Staffel "Armes Deutschland" fühle ich mich wie ein schlechter Mensch

Ich besitze seit fast 15 Jahren keinen Fernseher mehr. Ich schaue kein Dschungelcamp, keinen Bachelor, keinen Tatort. Wenn ich Unterhaltung suche oder ich mich einfach nur entspannen will, schaue ich eigentlich gar nichts mehr, was man nicht auf Netflix oder Youtube gucken kann.

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