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Konkurrenz zu Spotify: Hamburger Plattform will Musikstreaming fair machen

ARCHIV - 21.06.2019, Stuttgart: Die App des Musikdienstes Spotify wird auf dem Display eines iPhone angezeigt. (zu dpa "Spotify: Zahl der K
Spotify gehört zu den meistgenutzten Musikstreaming-Plattformen weltweit.Bild: dpa / Fabian Sommer
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Konkurrenz für Spotify? So will ein Deutscher das Musikstreaming revolutionieren

13.03.2024, 11:19
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Apple Music und Spotify gehören ganz klar zu den Streaming-Riesen in der Musikbranche. Nahezu jede:r Hörer:in nutzt wohl eine dieser beiden Apps. Wer ein kostenpflichtiges Abo abschließt, kann damit monatlich unbegrenzt Musik hören. Ganz easy und unkompliziert.

Auch als Künstler:in wird es heute immer leichter, die eigene Musik mit der Welt zu teilen. Man nehme Billie Eilish, die ihre Musik bis vor wenigen Jahren noch gemeinsam mit ihrem Bruder im Kinderzimmer aufgenommen hat. Oder Justin Bieber, der sich beim Gitarre spielen und Singen gefilmt hat und es so via Youtube-Klicks zu einem Plattenvertrag schaffte.

Doch nicht jede:r Künstler:in hat die Möglichkeit, mit ihrer Musik heutzutage das große Geld zu verdienen. Daran sind auch Streaming-Plattformen und deren Bezahlsysteme schuld. Besonders Spotify steht deshalb seit Jahren in der Kritik.

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Kritik an Spotify: Künstler verdienen kaum Geld mit Streams

In Deutschland erhalten Künstler:innen bei Spotify im Durchschnitt nur 0,3 Cent pro Stream, wie "Computerbild" schreibt. Damit ein Stream überhaupt als solcher gewertet wird, müssen Nutzer:innen einen Song mindestens 30 Sekunden lang anhören. Und: Hierbei zählen nur die Streams von Nutzer:innen mit Premium-Accounts.

Erst ab 1000 Streams schüttet Spotify überhaupt Geld aus. Unbekanntere Künstler:innen müssen also oft Geduld aufbringen, bevor ihre Musik für sie überhaupt Geld bringt, geschweige denn rentabel ist.

Musiker:innen wehren sich daher seit Jahren gegen das Bezahlsystem von Spotify. Bisher blieb es jedoch bei den geringen Beträgen.

Musik-Plattform aus Hamburg soll Streaming fairer machen

Ein Hamburger Unternehmer hat nun eine Plattform entwickelt, die sich als Konkurrenz zu den großen Playern im Streaming-Business positionieren könnte – und besonders für Nachwuchskünstler:innen interessant sein könnte.

Mit Songs.de will Jens Reese das Musikstreaming fairer machen, sodass mehr Geld bei den Musiker:innen ankommt und sie von ihrer Kunst leben können.

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Auf Streaming-Plattformen Geld zu verdienen, ist für Nachwuchs-Musiker:innen nicht leicht.Bild: Pexels / SAULO LEITE

"Songs.de ist ein Marktplatz, auf dem die Künstler die Möglichkeit bekommen haben, sich direkt anzumelden, meistens Singer-Songwriter, also Personen, die den Song erfunden haben", sagte Reese im Gespräch mit dem NDR.

Künstler entscheiden selbst, wie viel sie pro Stream verdienen wollen

Das Prinzip ist einfach: Wer seine Musik bei Songs.de hochlädt, kann selbst entscheiden, wie viel Geld er pro Stream einnehmen möchte. Ein:e Künstler:in kann beispielsweise fünf Cent als Preis festlegen.

Ein Rechenbeispiel: Wird ein Song bei diesem Preis 10.000 mal gehört, verdient die Künstler:in 500 Euro. Bei der Vergütung von Spotify springen gerade einmal rund 30 Euro raus.

Songs.de: Zahlung pro Stream statt teures Abomodell

Auch für Hörer:innen kann sich das Konzept der Hamburger Plattform lohnen. Nutzer:innen der Plattform müssen nämlich kein Abo-Modell abschließen, um ihre Lieblingsmusik zu hören. Stattdessen zahlen sie für jeden Song, den sie hören, einzeln.

Musikerin Mikro Musik Songs
Ein neues Streaming-Konzept aus Hamburg soll Musik fairer vergüten.Bild: pexels / Papa Yaw

Je nach Hörverhalten kann das durchaus günstiger als ein Abo bei gängigen Musikstreaming-Plattformen sein. Ein reguläres Premium-Konto bei Spotify kostet 10,99 Euro monatlich, gleiches gilt für Apple Music.

Bleibt man bei dem Beispiel von fünf Cent pro Stream, könnten Nutzer:innen für denselben Betrag gut 220 Songs auf Songs.de streamen. Wer weniger hört, spart also im Vergleich – und unterstützt damit noch eine faire Bezahlung für Musiker:innen.

Jens Reese möchte mehr Menschen von dem Konzept überzeugen: "Das Ziel ist es, dass Songs für Künstler das passive Einkommen schaffen und sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren können, nämlich auf die Kreativität, auf die Musik, die sie aus sich heraus schöpfen."

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