Du sitzt falsch auf der Toilette! Was banal klingt, kann weitreichende Folgen haben: von Verdauungsproblemen bis hin zu chronischer Verstopfung. Denn unser Darm kann ziemlich schnell beleidigt sein, was unser ganzes Wohlbefinden beeinträchtigt.
Watson erklärt dir, warum die klassische Sitzhaltung auf der Toilette nicht ideal ist, was sie mit deinem Verdauungstrakt anstellt und wie du mit einfachen Tricks nicht nur deinem Darm, sondern deinem ganzen Wohlbefinden etwas Gutes tun kannst.
Hauptsächlich liegt das Problem an unserer Sitzhaltung. In der westlichen Kultur setzen wir uns auf die Toilette: Das klemmt den Enddarm ab.
Dieser wird durch einen Muskel namens "Musculus puborectalis" teilweise abgeklemmt, um den Stuhl zurückzuhalten. In der Sitzhaltung zieht dieser Muskel den Darm quasi "ab", was das Durchkommen des Stuhls erschwert und oft zu mehr Pressen und damit zu Verstopfung oder anderen Problemen führen kann.
Aber nicht nur das "wie", sondern auch das "wie lange" kann zu Problemen führen: Zu langes Sitzen auf der Toilette kann den Druck auf Blutgefäße und den Beckenboden erhöhen, was Hämorrhoiden und Beckenbodenschwäche begünstigt. Außerdem kann es die Verdauung verschlechtern und zu Unwohlsein wie Rückenschmerzen führen.
Wie lange ist dann angemessen? "Normalerweise sage ich meinen Patienten höchstens fünf Minuten", sagt Dr.in Ellie Chen, Gastroenterologin an der University of California, Los Angeles, gegenüber SELF.
Hocken ist besser als Sitzen! In der Hockhaltung öffnet sich der Darmkanal, weil der Schließmuskel entspannt. So geht die Verdauung leichter und ohne Pressen. Ein kleiner Fußschemel hilft, die ideale Haltung einzunehmen. Du musst dich also nicht kompliziert über dem Klo halten, sondern kannst dank Hocker trotzdem bequem sitzen.
Laut dem Magazin Darmlogik.de lohnt es sich, in einen 20-30 Zentimeter hohen Hocker zu investieren.
Ein weiterer Punkt, der vor allem bei Frauen wichtig ist: das Abwischen des Pos. Denn auch hier kann einiges schiefgehen.
Wichtig hierbei ist die Richtung. Wische deinen Po sanft von vorne nach hinten ab. Das verhindert, dass vor allem das empfindliche Scheidenmilieu nicht gestört wird und Bakterien aus dem Darm die Scheide reizen können.
Außerdem kann die richtige Abwischtechnik auch fiese Blasenentzündungen vorbeugen. Laut DAK-Gesundheit wird in 80 bis 90 Prozent der Fälle eine Blasenentzündung durch das Darmbakterium Escherichia coli ausgelöst. Die sogenannten Kolibakterien besiedeln normalerweise die Darmflora, wo sie wichtige Funktionen übernehmen. In der Blase rufen sie jedoch Entzündungen hervor.
Aber auch für Männer ist die richtige Hygiene wichtig: Feuchttücher sollten nur ohne Alkohol und Duftstoffe verwendet werden, noch besser ist es aber, den Po rein mit Wasser zu säubern. Das verhindert Hautirritationen. Und danach gilt sowieso immer: Hände waschen nicht vergessen!
Neben der richtigen Haltung auf dem Klo und der Hygiene ist auch eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit entscheidend. So bleibt dein Stuhl weich, der Darm gesund und der Toilettengang entspannt.