Ritter Sport hat jetzt Konsequenzen aus dem Shitstorm um sein Russland-Geschäft gezogen – doch viele hätten sich eine andere Reaktion gewünscht.
Ritter Sport hat jetzt Konsequenzen aus dem Shitstorm um sein Russland-Geschäft gezogen – doch viele hätten sich eine andere Reaktion gewünscht. Bild: picture alliance / Markus Mainka

Nach Shitstorm wegen Russland-Geschäften: Ritter Sport zieht überraschende Konsequenz

31.03.2022, 17:44

Ritter Sport hat auf den Shitstorm und die Boykott-Aufrufe der letzten Tage reagiert. Der Schokoladenhersteller liefert trotz Ukraine-Krieges weiterhin Schokolade nach Russland. Dafür wurde das Unternehmen in der Öffentlichkeit hart kritisiert. Jetzt verkündete Ritter Sport, den Gewinn aus dem laufenden Russland-Geschäft an humanitäre Hilfsorganisationen zu spenden. Diese Entscheidung gab Ritter Sport über Postings bei Instagram und Facebook bekannt.

In der Erklärung heißt es auch, Ritter Sport verurteile den Krieg und wünsche sich ein Ende der Gewalt. Um aber "Arbeitsplätze und auch die Lebensgrundlage von vielen Kakaobauernfamilien zu sichern", liefere man weiterhin Schokolade für die russische Bevölkerung. Sämtliche Investitionen in Russland, sowie die Werbung dort, habe man aber bereits vor Wochen gestoppt. Russland ist nach Deutschland der zweitwichtigste Absatzmarkt des schwäbischen Traditionsunternehmens.

"Uns ist Verantwortungsbewusstsein wichtiger als Gewinn."
Ritter Sport

Unter dem Beitrag auf Instagram finden sich viele verärgerte Kommentare. Einige werfen dem Konzern Heuchlerei vor. Wenn dem Konzern – wie behauptet – Verantwortungsbewusstsein wirklich wichtiger sei als Gewinn, würde Ritter Sport seine Geschäfte mit Russland umgehend einstellen, heißt es da etwa. "Wie fühlt es sich an, einer der Sponsoren von Putins Krieg zu sein?", fragt einer. Ein anderer User, dem sich viele per Like anschließen, verkündet, er sei enttäuscht von der Reaktion und werde vorerst keine Ritter-Sport-Schokolade kaufen.

Einige wenige User unterstützen die Haltung von Ritter Sport. Viele argumentieren, dass niemandem geholfen sei, wenn Menschen in Russland oder Kakaobauern in Afrika ihre Jobs verlieren würden. Andere hinterfragen die Auswirkungen, die ein Russland-Rückzug von Ritter Sport auf den Ausgang des Krieges in der Ukraine hätte.

Der prominenteste Kritiker von Ritter Sport ist vermutlich Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Deutschland. Er machte kürzlich mit einem Tweet auf sich aufmerksam, in dem er Bezug auf eine von Ritter-Sport-Gegnern bearbeitete Schokoladenwerbung nahm. Melnyk zitierte darin den von der Werbung abgewandelten Ritter-Sport-Slogan "Quadratisch. Praktisch. Blut".

(nik)

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