Auch bei Lidl könnte die Neuerung am Einkaufswagen bald Teil des Shoppings sein.
Auch bei Lidl könnte die Neuerung am Einkaufswagen bald Teil des Shoppings sein.Bild: www.imago-images.de / Martin Wagner

Tests gestartet: Diese Änderung planen Supermärkte für Einkaufswagen

16.12.2021, 14:23

Für viele ein hilfreicher Begleiter beim Wocheneinkauf: der Einkaufswagen. Ohne geht es bei Aldi, Lidl, Edeka und anderen Supermärkten oft gar nicht mehr. Eine Einkaufshilfe für die Kundinnen und Kunden und gleichzeitig indirekt ein Umsatzplus für die Supermärkte, denn die Einkaufswagen entscheiden oftmals auch, wie viel ein Kunde letztlich kauft. Auch deshalb arbeiten Deutschlands größte Händler immer wieder an Verbesserungen. Erstmals soll es nun ein Modell geben, das mittels Smartphone entsperrt werden kann.

Eigentlich funktioniert das Einkaufen mit einem Einkaufswagen hierzulande so: Man steckt eine Münze oder einen Chip in das dafür vorgesehene Fach am Wagengriff und entsperrt den Einkaufswagen dadurch. Das sogenannte Pfandsystem könnte mit dieser Neuerung jedoch schon bald der Vergangenheit angehören: Einer der größten deutschen Hersteller der rollenden Einkaufshilfen, das Unternehmen Wanzl, arbeitet seit Jahren an einem Smart-Trolley, dem digitalen Einkaufswagen. Das Besondere ist, dass hierbei Chips und Münzen überflüssig werden, denn er lässt sich per Smartphone oder Smartwatch entsperren.

Münzen und Chips adé: Einkaufswagen entsperren via App

Dazu müssen sich Kundinnen und Kunden die jeweilige App des Supermarktes auf das Smartphone laden und anschließend lediglich das Gerät über das Pfandschloss halten. Dieses wird dann mittels NFC- oder Bluetooth-Signal entsperrt. Laut dem Unternehmen Wanzl, das nicht nur die Einkaufswagen baut, sondern auch die Software dazu entwickelt, sei die Umstellung für Verbraucherinnen und Verbraucher von Münze auf das Smartphone kinderleicht. Denn Kundinnen und Kunden haben oftmals bereits Erfahrung mit den Shopping-Apps der Supermärkte: Die Apps von Edeka, Netto, Lidl, Penny, Rewe, Real oder Aldi wurden millionenfach heruntergeladen. In diese Supermarkt-Apps lässt sich die Software problemlos integrieren.

"Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt."
Mitarbeiter des Unternehmens Wanzl

Doch trotz der Vorfreude auf eine Vereinfachung beim Einkaufen, gibt es auch Bedenken bei dem Vorhaben. Denn obwohl die Kundinnen und Kunden sich bereits mit den Shopping-Apps auskennen, soll das Pfandsystem weiter erhalten bleiben. Vor allem ältere Menschen kommen mit einer digitalen Variante der Einkaufswagen weniger klar: "Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt", erklärt ein Mitarbeiter von Wanzl, wie das Verbraucherportal "Chip" schreibt.

Flächendeckender Einsatz dauert noch "ein paar Jahre"

Sicher sei demnach jedoch vor allem, dass das Unternehmen noch einige Jahre brauchen werde, bevor der digitale Einkaufswagen flächendeckend zum Einsatz kommen kann. Zudem könnten die Händler von den hohen Kosten der Technik und Software abgeschreckt werden.

Jedoch werden digitale Lösungen im Einzelhandel immer günstiger und dadurch auch lukrativer für Händler. Gleichzeitig befindet sich die Branche ohnehin im Wandel der Digitalisierung. Immer mehr Filialen werden modernisiert und Smartphones werden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Supermärkten immer bedeutsamer und sogar essenziell für viele Arbeitsprozesse.

(lc)

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