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Supermarkt: Saftflaschen von Granini sind dreiste Mogelpackung

Verkaufsregal mit Fruchtsäfte von Granini, Schweiz, 01.09.2020 *** Shelf with fruit juices from Granini, Switzerland, 01 09 2020 PUBLICATIONxNOTxINxSUI
Granini wurde zur Mogelpackung des Monats gekürt. Bild: imago images/Pius Koller
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Supermarkt: Granini mogelt bei Saftflaschen – Verbraucherzentrale warnt

06.05.2024, 19:18
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Wer im Supermarkt einkaufen geht – also prinzipiell jeder – hat es aktuell nicht leicht. Die Preise für Nahrungsmittel sind seit dem Sommer 2021 durch Inflation und gestiegene Energiepreise in die Höhe geklettert, Normalität kehrt wenn überhaupt nur langsam ein. Zwischen März 2023 und März 2024 ist immerhin ein leichter Preisrückgang um 0,7 Prozent zu vermelden.

Umso ärgerlicher ist es, wenn Hersteller versuchen, Verbraucher:innen beim Einkaufen mutwillig zu täuschen. Um etwa auf versteckte Preiserhöhungen oder irreführende Verpackungen aufmerksam zu machen, vergibt die Verbraucherzentrale Hamburg deswegen regelmäßig den Negativpreis der Mogelpackung.

Für den Mai wird dabei die Fruchtgetränke-Marke Granini gerügt. Um genau zu sein: der Granini Trinkgenuss Orange.

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Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, ist in der ausgewiesenen Orangensaftflasche nur noch die Hälfte an tatsächlichem Orangensaft enthalten. Der fehlende Anteil wurde stattdessen mit Zuckerwasser ersetzt. Für denselben Preis erhält man nun also nur noch die Hälfte an Fruchtsaft, entsprechend hat sich der eigentliche Preis verdoppelt. Erkennen lässt sich das für Verbraucher:innen aber kaum.

Supermarkt: Granini schummelt bei Orangensaft

Während bei den bisherigen Flaschen des Granini-Orangensafts der Schriftzug "100 %" (Fruchtsaft) am Flaschenhals vermerkt war, fehlt dieser bei der neuen Edition. Zudem ist die Farbe etwas blasser geworden. Anstelle von Saft lässt sich nun nur noch von einem Nektar sprechen.

Deutschland, Nieder-Olm, 11.05.2017 die Hauptverwaltung der Eckes-Granini Gruppe Jahrespressekonferenz der Eckes-Granini Gruppe
Die Fruchtgetränke-Marke Granini gehört zur Eckes-Granini Group.Bild: IMAGO/sepp spiegl

Bei einem solchen Vorgehen von Herstellerseite spricht man auch von einer Skimpflation – ein Kofferwort, das sich aus dem englischen Begriff "skimp" (einsparen) und Inflation zusammensetzt. Damit wird eine schlechtere Qualität bei gleichbleibendem Preis bezeichnet, wenn also ein hochwertiges Produkt (Orangensaft) durch ein deutlich billigeres (Zuckerwasser) ersetzt wird.

Da durch den fehlenden Fruchsaft auch der Vitamin-C-Gehalt niedriger ist, wird dieser nun im Labor hinzugefügt. Dafür enthält das Produkt mehr Zucker: laut Nährwerttabelle statt 8,8 Prozent neuerdings 9,2 Prozent.

Granini rechtfertigt sich in Stellungnahme

Die Verbraucherzentrale Hamburg zitiert aus einer Stellungnahme von Granini, dass die Kombination aus einer geringeren Ernte bei zeitgleich steigender Nachfrage zu einem starken Anstieg der Rohstoffpreise geführt habe. Als Begründung heißt es weiter:

"Um die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) des granini Sortiments in diesem Jahr stabil halten zu können, haben wir den granini Orangensaft (Fruchtgehalt 100 %) durch einen Orangennektar (Fruchtgehalt 50 %) ersetzt. Diese Anpassung ermöglicht es uns, einerseits die Verfügbarkeit trotz der momentanen Knappheitssituation zu gewährleisten und andererseits die Preise trotz erheblicher Preissteigerung der Rohware konstant zu halten."

Laut Verbraucherzentrale sei das in der Darstellung allerdings nicht korrekt. Derzeit beträgt der Verkaufspreis pro Flasche 2,29 Euro, Anfang 2023 habe dieser noch bei 1,79 Euro gelegen. Gemessen am Fruchtsaftgehalt bedeutet das eine Preissteigerung von 156 Prozent.

Urlaub: FTI storniert alle Reisen – weitere 175.000 Kunden betroffen

Für viele Urlauber:innen war es ein Schock: FTI Touristik, der drittgrößte Reiseveranstalter in Europa, ist insolvent. Tourist:innen, die bei dem Anbieter gebucht haben, lebten entsprechend in großer Unsicherheit. Bis einschließlich 5. Juli wurden zunächst alle Reisen storniert. So wurde es gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und dem Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) entschieden.

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