BERLIN, GERMANY - MAY 10: An elderly woman loads her purchases into a bicycle basket outside an Edeka supermarket on May 10, 2016 in Berlin, Germany. German anti-cartel authorities announced yesterday ...
Edeka nutzt den Konflikt mit dem Hersteller Mars für die eigene Werbung. Bild: Getty Images Europe / Sean Gallup
Supermarkt

"Ziemlich verlogen": Supermarkt stichelt gegen Hersteller – und erntet Kritik

24.08.2022, 11:08

Die Edeka-Gruppe stichelt gegen den Hersteller Mars. Schon vergangene Woche bewarb der Netto Marken-Discount die Produkte seiner Eigenmarke, indem er auf die "Mondpreise" von Mars verwies. Jetzt zog auch Edeka nach.

Aufgrund der Inflation sind die Lebensmittelpreise in den vergangenen Monaten immer weiter angestiegen. Das entfachte allerdings auch einen Streit zwischen Händlern und Herstellern, bei dem eine zu große Marktmacht der Händler sowie zu hohe Preise der Hersteller angeprangert werden.

Edeka und Netto sticheln öffentlich gegen Mars

Edeka nutzte den Konflikt nun auch für eigene Marketing-Zwecke. Auf Instagram und Facebook bewarben sie Produkte ihrer Eigenmarke Gut & Günstig, die den Produkten von Mars sehr ähnlich sind. Darunter fällt nicht nur der bekannte Schokoladenriegel, sondern auch Reis, Tierfutter und Nudeln.

In dem Posting beklagte der Lebensmittelhändler, dass die Preisvorstellungen von Mars "auf dem Weg zum Mond" seien, weshalb es genau die richtige Zeit sei, etwas Neues auszuprobieren.

Der Netto Marken-Discount ging in seiner Werbung auf Instagram sogar noch einen Schritt weiter. Hier wurden die Preiserhöhungen von Mars als unangemessen bezeichnet, gleichzeitig sprach der Händler davon, für seine Kund:innen zu "kämpfen". Mittlerweile wären die Produkte ihrer Eigenmarke so mindestens 64 Prozent günstiger als die Mars-Produkte.

Kritik an Edeka aufgrund von Täuschung und Preisdumping

Auf Facebook erhielt Edeka dafür auch Gegenwind. Ein Nutzer fragte so, woher sie sich das Recht nehmen würden, die Preiserhöhungen zu bewerten. Es sei unredlich, den Hersteller öffentlich an den Pranger zu stellen und die eigene Marktmacht auszunutzen. Falls Edeka die Produkte zu teuer seien, sollten sie nicht mehr dort verkauft werden. Und auch schon unter dem ähnlichen Netto-Posting erhielt Edeka nicht nur Lob:

"Hier schreibt Edeka leider nur nicht, dass sie ihre Eigenmarken aktuell bereits um 18,9 Prozent und die Marke Gut und Günstig bereits um 24,1 Prozent erhöht haben, wie aus der aktuellen Studie hervorgeht. Von der drastischen Gewinnsteigerung während der Corona-Pandemie mal ganz abgesehen. Eure Kampagne ist ziemlich verlogen und täuscht nur die Verbraucher."

Gemeint ist damit die Auswertung der "Lebensmittelzeitung" eines Datenpools der Preis-App Smhaggle. Aus ihr ging hervor, dass Edeka und andere Händler die Preise ihrer Eigenmarken ebenfalls deutlich angehoben haben.

Auch eine andere Nutzerin kritisierte die Werbetechniken von Edeka in einem Kommentar. Die günstigen Preise von Edeka seien Preisdumping, wodurch sekundär eine gerechte Bezahlung auf den Kakaoplantagen verhindert werden würde. Allerdings räumte die Nutzerin auch ein, dass Mars nicht den Anschein mache, daran interessiert zu sein.

Statement von Mars und Lob für die Eigenmarken

Gegenüber der "Lebensmittelzeitung" bezog Mars dazu Stellung. Steigende Kosten würden so weit wie möglich intern aufgefangen werden, es sei aktuell jedoch auch ein "gewisses Maß an Preisanpassung" nötig. Zumindest öffentlich zeigte sich der Hersteller außerdem optimistisch und sprach davon, sich auf die weitere Zusammenarbeit zu freuen:

"Wir freuen uns darauf, unser gemeinsames Business weiter auszubauen."

Viele Reaktionen auf die stichelnde Werbung fielen allerdings auch positiv aus. Manche Nutzer:innen kommentierten so, dass sie schon lange die günstigeren Alternativen kaufen würden.

(crl)

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