Nicht nur Aldi und Lidl haben eine neue Werbestrategie für sich entdeckt.
Nicht nur Aldi und Lidl haben eine neue Werbestrategie für sich entdeckt.Bild: imago-images / Michael Gstettenbauer

Supermarkt: Wo Aldi, Rewe und Edeka besonders an der Preisschraube drehen

23.08.2022, 10:22

Durch den Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine und die Inflation sind die Preise für Lebensmittel in den Supermärkten in den letzten Monaten enorm gestiegen. Das sorgt für viel Unmut – nicht nur bei Verbraucher:innen, sondern auch innerhalb der Lebensmittel-Branche. Denn mit einer Werbestrategie sorgen Lebensmittelhändler bei Herstellern von Markenware für Empörung.

Die Verbraucher:innen müssen für einen Einkauf momentan tiefer in den Geldbeutel greifen.
Die Verbraucher:innen müssen für einen Einkauf momentan tiefer in den Geldbeutel greifen.Bild: imago images / MiS

Supermärkte warben mit Vergleichen von Eigen- mit Markenprodukten

Wegen der explodierenden Preise buhlen die Händler um das beste Image in puncto günstige Preise. Vergleiche von eigenen Produkten mit Markenprodukten schienen dabei für Aldi und auch für Netto und Lidl eine willkommene Möglichkeit, um Kundschaft zu sich in den Markt zu locken.

Wie die "Lebensmittel Zeitung (LZ)" berichtet, kritisiert ein Vertriebschef der Industrie dieses Vorgehen als unredlich. Denn Marken würden damit implizit als Preistreiber dargestellt, obwohl Eigenmarken weitaus teurer geworden seien.

Eigenmarkenpreise stark angestiegen

Eine Analyse für die "LZ" über die Preisvergleichs-App "Smhaggle" bestätigt das. Der Discounter Aldi hat danach die Eigenmarkenpreise um 18 Prozent erhöht, der Preisanstieg bei Markenartikeln beträgt demnach aber nur 9,2 Prozent.

"Gut & Günstig"-Produkte (l.) sind preislich stärker gestiegen als Markenprodukte.
"Gut & Günstig"-Produkte (l.) sind preislich stärker gestiegen als Markenprodukte.Bild: imago stock&people / imago images / Rüdiger Wölk

Noch deutlicher sieht es bei den Preisen bei Edeka und Rewe aus. Der Preisanstieg bei Produkten von "Gut & Günstig" von Edeka und "Ja" von Rewe betrug im August im Vergleich zu Januar 2022 satte 24 Prozent. Markenware stieg bei Edeka hingegen lediglich um 12,8 Prozent und bei Rewe um 11,8 Prozent. Gleichzeitig hätten die genannten Eigenmarken einen erhöhten Absatz eingefahren. Der Handel selbst kümmere sich in seinem Bereich um die Ertragssicherung, analysiert Smhaggle-Gründer Sven Reuter aus den Daten.

Umsatzeinbußen konnten die Lebensmittelhändler mit dieser Strategie dennoch nicht verhindern – und ein Ende scheint nicht in Sicht. Peter Stahl, Vorstandsvorsitzender des Lebensmittelherstellers Hochland, erzählt in der "Schwäbischen Zeitung", dass der Preis-Peak noch nicht erreicht sei.

(and)

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