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Werbung trotz Verkaufsverbot – wie kann das sein? bild: watson

Aldi wirbt trotz Verbot für Feuerwerkskörper – das steckt dahinter

Aldi Süd und Aldi Nord sorgen kurz vor Silvester mit Werbung für Feuerwerkskörper für Irritation. Denn laut einer Entscheidung der Bundesregierung gilt für dieses Jahr ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper.

Trotzdem brachte Aldi nun ein Prospekt in den Umlauf, in dem wie gewohnt für Feuerwerkskörper geworben wird. Aldi Süd verwendet die letzten sechs Seiten, um Werbung für die Feuerwerke zu machen. Aldi Nord verschickte sogar ein zwölfseitiges Extra-Heft, in dem für die Böller und Raketen geworben wird.

Aldi beruft sich auf zeitlichen Vorlauf

Warum wirbt Aldi also für die Feuerwerksprodukte, wenn der Verkauf gar nicht stattfindet? Gegenüber der "Bild"-Zeitung argumentierte Aldi: "Da wir die Bewerbung unserer Aktionen mit einem großen zeitlichen Vorlauf planen, wurden die entsprechenden Angebote in unseren Werbemitteln zum Teil bereits veröffentlicht."

Die Begründung des Aldi-Sprechers wirkt jedoch bizarr, wenn man sich das Prospekt genauer ansieht.

Denn: In einigen Heften erschien ein quer über die Seite gedruckter Hinweis: "Aufgrund des Regierungsbeschlusses findet in diesem Jahr kein Feuerwerksverkauf statt". Im Kleingedruckten taucht sogar ein weiterer Hinweis auf: "Einzelne Regionen haben komplette Feuerwerksverbote erlassen."

Das Unternehmen hatte also offensichtlich genug Zeit, den roten Warnhinweis in dem Prospekt zu platzieren. Warum hatte man dann nicht gleich Zeit, das Prospekt zu überarbeiten?

In anderen Ausgaben des Aldi-Süd-Prospekts erschien dieser Hinweis nicht. Stattdessen wurde in einigen Anzeigeblättern, in denen das Prospekt enthalten ist, eine ähnliche Begründung vermerkt:

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Hinweis in einem Anzeigeblatt, in dem das Aldi-Süd-Prospekt enthalten ist. bild: watson

Heftige Reaktionen in den sozialen Medien: Warum hatte Aldi noch Zeit, einen Warnhinweis zu platzieren?

Viele Nutzer in den sozialen Medien nehmen Aldi die Begründung nicht ab und fragen sich, warum der Discounter den Warnhinweis druckte, statt die Feuerwerkswerbung einfach abzublasen.

Der Beschluss der Bundesregierung, den Verkauf von Feuerwerk für dieses Jahr zu stoppen, fiel am 13. Dezember. Als Begründung hieß es, man wolle das Gesundheitssystem in der Corona-Pandemie nicht zusätzlich mit Unfällen belasten, die durch Feuerwerkskörper verursacht wurden. Zwischen dem Beschluss der Bundesregierung und dem Verkaufsstart liegen also zwei Wochen. Eigentlich dürfte das genug Zeit sein, um die Veröffentlichung des Werbeprospekts zu stoppen.

Ein Nutzer vermutet, dass der rote Banner nicht nachträglich draufgedruckt wurde, sondern zum Design gehört, also Absicht ist. Ein anderer Ärgert sich, dass sechs Seiten für den Müll produziert wurden.

Konkurrenz macht es ähnlich

Auch in anderen Prospekten der Discounter und Supermärkte ist die Feuerwerks-Werbung enthalten, etwa bei Kaufland und Real. Lidl verzichtete im aktuellen Prospekt dagegen darauf. Einige Nutzer vermuten, dass es sich bei der Aktion um einen Protest der Discounter gegen den Beschluss der Bundesregierung handelt.

(lau)

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