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Urlaub: Ryanair-Chef wütet gegen Passagiere – fieser Bonus für Personal

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Uff, das kostet. Warum drückt die Ryanair-Mitarbeiterin nicht ein Auge zu? Die Antwort lautet wie so oft: Geld.Bild: imago images / nurphoto
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Ryanair-Chef wütet gegen Passagiere: Übergepäck wird bald härter geahndet

Ryanair ist zwar eine der günstigsten Airlines und daher auch in Deutschland sehr beliebt. Doch es verstecken sich an vielen Ecken kleine Kostenfallen. Beim Thema Übergepäck will die Fluggesellschaft nun härter durchgreifen und greift zu einem fiesen Mittel.
28.08.2025, 19:5528.08.2025, 19:55
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Ein ganzer Urlaub, zusammengepresst in ein 40 x 30 x 20 Zentimeter kleines Handgepäckstück? Wer nicht regelmäßig mit Ryanair fliegt, wird im Buchungsprozess vom im Standardpreis enthaltenen Mini-Gepäck schnell von Urlaubswolke sieben auf den festen Grund der Tatsachen zurückgeholt.

Die meisten Reisewilligen sehen schnell ein: Ohne zusätzliches Gepäck zum Extra-Preis geht hier nichts. Doch selbst dann laden die Optionen bei Ryanair dazu ein, vielleicht doch ein günstigeres Modell zu nehmen – und bei den Maßen des kleinen Handgepäckstücks beide Augen zuzudrücken, in der Hoffnung, dass es das Ryanair-Personal später am Flughafen auch tut.

Trotz der vorgefertigten Konstruktion, mit der Reisende an den Gates vor Flügen der Billig-Airline ihr Gepäck messen sollen, winken Mitarbeitende dann doch in den meisten Fällen viele durch, deren Rücksäcke und Handtaschen ein paar Zentimeter größer sind als erlaubt.

Doch das könnte in Zukunft nicht mehr funktionieren. Denn Ryanair-Chef Michael O’Leary kündigte eine neue Regel an – und wütete dabei gegen bisherige Gepäckmogeleien, mit denen jetzt endgültig Schluss sei.

Ryanair bezahlt höheren Bonus an Personal für Übergepäck

Wie O'Leary Ryanair jüngst in London verkündete, verschärft Ryanair die Maßnahmen gegen nicht regelkonformes Handgepäck – und das auf durchaus perfide Weise. Ab November sollen Flughafenmitarbeiter:innen nämlich höhere Boni erhalten, wenn sie zu große Taschen oder Koffer bei Passagier:innen entdecken und diese zur Kasse bitten.

Laut einem Bericht des "Guardian" steigt die Prämie für das Personal pro beanstandetem Gepäckstück von bisher 1,50 Euro auf 2,50 Euro. Zudem wird die bisherige Obergrenze von 80 Euro, die Mitarbeiter:innen auf diese Weise hinzuverdienen können, abgeschafft – das bedeutet, dass die Boni künftig unbegrenzt ausgezahlt werden können.

Wer am Flughafen spontan für zusätzliches Gepäck zahlen muss, wird ganz schön viel Geld los. Auf der Website von Ryanair heißt es:

"Non-Priority-Kunden, die ihrer Buchung kein aufgegebenes Gepäck hinzugefügt haben, können für 35,99–40 €/£ die Mitnahme eines bis zu 10 kg schweren Gepäckstückes am Gepäckabgabeschalter des Flughafens erwerben. Das 10 kg Check-in-Gepäckstück von Non-Priority-Kunden, die es mit zum Flugsteig bringen, wird entweder abgelehnt oder gegen eine Gebühr von 46,00–60,00 €/£ im Frachtraum des Flugzeugs befördert, sofern verfügbar."

Bei größeren Gepäckstücken wird es noch teurer. Demnach seien die Gebühren "abhängig von der Flugroute und den ausgewählten Reisedaten". Fluggäste, die das Gepäckstück nicht bei ihrer Buchung hinzugefügt haben, können dies laut Ryanair für zwischen 39,99 und 59,99 Euro/Pfund "am Gepäckabgabeschalter des Flughafens erwerben".

Ryanair-Chef wütet gegen Gepäckmogelei der Passagiere

Dem "Guardian" zufolge verteidigte Ryanair-Chef Michael O’Leary die verschärfte Gangart: „Wir sollten unsere Leute ermutigen. Ich will, dass unser Bodenpersonal Leute erwischt, die das System betrügen."

O’Leary zeigte sich zudem "verblüfft über die Anzahl der Leute mit Rucksäcken, die denken, sie kommen damit durch". Er kündigte vollmundig an: "Wir werden die Rucksäcke bemerken. Und Sie werden für den Rucksack bezahlen. Sie kommen nicht an Bord, wenn er nicht passt."

Laut O’Leary sei die Aufregung über die Gebühren übertrieben. Die meisten Passagier:innen hielten sich an die Regeln, und nur ein kleiner Prozentsatz werde tatsächlich zur Kasse gebeten. "Die Anzahl der Leute, die eine Gebühr am Gate zahlen, liegt bei weniger als 0,1 Prozent unserer Passagiere – das sind trotzdem 200.000 Menschen im Jahr", so der Ryanair-Chef.

O'Leary begründete die neuen Maßnahmen damit, dass die Airline "sehr erschwingliche, sehr kostengünstige" Preise anbiete. Dementsprechend "entschuldige ich mich dafür überhaupt nicht". Man lasse sich von "niemandem aufhalten".

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