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Koriander: Ist der Hass auf das Gewürz genetisch bedingt?

A clueless woman with a laundry pod in her mouth.
Noch etwas Seife dazu? So fühlen sich einige Menschen, wenn man ihnen Koriander anbietet.Bild: Getty Images / sdominick
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Warum hassen manche Menschen Koriander?

Kaum ein Gewürz spaltet die Gemüter so stark wie Koriander. Anscheinend kann man es nur lieben oder hassen. Aber woran liegt das?
16.07.2025, 20:2716.07.2025, 20:27
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Einige streuen sich die grünen Blätter beherzt auf Tacos oder asiatische Gerichte, andere starren dich an, als hättest du ihnen gerade Mandelsteine zum Würzen angeboten, wenn Koriander nur erwähnt wird.

Wieso polarisiert dieses Gewürz so stark, dass einige Gerichte als ungenießbar eingestuft werden, sobald ein winziger Krümel Koriander dran ist? Die Antwort liest du bei watson.

Ist es genetisch bedingt, Koriander nicht zu mögen?

Ob man Koriander mag oder regelrecht verabscheut, lässt sich nur teilweise mit den Genen erklären.

So ergab eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2012, dass das Gen OR6A2 dafür verantwortlich sein kann, ob man den Geschmack von Koriander als würzig-frisch oder seifig empfindet.

Dieses Gen soll einen bestimmten Geruchsrezeptor bedingen. Dieser Geruchsrezeptor wiederum lässt – so die Theorie – Menschen spezielle Aldehyde im Koriander erkennen, die mit dem seifigen Geschmack in Verbindung stehen.

Wird der Koriander-Hass nur durch die Gene verursacht?

Die Studie gibt nur Hinweise auf einen Zusammenhang, beweist ihn allerdings nicht. Allein die Tatsache, dass etwas als seifig empfunden wird, sorgt nicht in allen Fällen dafür, dass die Person den Geschmack auch als unangenehm bezeichnet.

Hinzu kommt, dass der Geschmackssinn nicht ausschließlich auf dem Geruchssinn beruht: "Neben dem Geruchs- spricht Koriander auch den Geschmackssinn sowie die Trigeminus-Rezeptoren in den Schleimhäuten von Nase und Mund an", erklärt Duftforscher Hanns Hatt gegenüber Quarks. Trigeminus-Rezeptoren sind unter anderem dafür verantwortlich, Schmerzsignale an das Gehirn weiterzuleiten.

Auch der Gewöhnungs-Effekt trägt dazu bei, ob wir ein Gewürz mögen oder nicht.

"Wer einen bestimmten Geschmack von klein auf kennenlernt oder ihn mit schönen Erlebnissen verbindet, bewertet ihn positiver", betont Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern.

So spielt neben der genetischen Komponente auch das kulturelle Umfeld eine Rolle. Wer mit asiatischer oder mexikanischer Küche groß wird, wird in der Regel öfter mit Koriander konfrontiert. Es ist teilweise auch möglich, sich an den Geschmack von Koriander zu gewöhnen.

Wie kann man Koriander ersetzen?

Zu manchen Gerichten gehört Koriander (angeblich) einfach dazu. Damit auch die Gäste mitessen können, denen schon beim Gedanken daran schlecht wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Koriander zu ersetzen.

Um frischen Koriander zu ersetzen, eignet sich Estragon. Er kommt mit seinem Anisaroma der Würze von Koriander nah. Dill verleiht eine ähnliche Frische und Petersilie sieht Koriander zumindest optisch zum Verwechseln ähnlich – und das Auge isst ja bekanntlich mit. Die drei Gewürze können auch miteinander vermischt werden.

Koriander in gemahlener Form oder als ganzer Samen wird oft in der indischen Küche verwendet. Fenchel, Kümmel oder Kreuzkümmel bieten sich hier besonders gut als Ersatz an.

Da Kreuzkümmel sehr intensiv schmeckt, sollte er zunächst sparsam verwendet werden. Die drei Gewürze können auch miteinander kombiniert werden.

Ob man Koriander mag oder verabscheut liegt vermutlich an den Genen – aber nur zum Teil. Ob man sich an den Geschmack gewöhnen möchte, macht man am besten davon abhängig, wie notwendig das ist und wie groß der Ekel in der Gewöhnungsphase ist.

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