12.01.2021, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Mitglieder von

Vor der Staatskanzlei in Schwerin wurde ebenso demonstriert wie vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Bild: ZB / Jens Büttner

"Wie ein schlechter Scherz": Fridays for Future protestiert gegen Nord Stream 2

Mitten im Kampf gegen die Klimakrise wird in die Energieversorgung mit Gas investiert: Aus Sicht von Klimaaktivisten ist das ein fataler Fehler. Fridays for Future und Ende Gelände haben deshalb vor der SPD-Zentrale in Berlin und an verschiedenen Orten in Mecklenburg-Vorpommern gegen den Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 protestiert. Sie lehnen die neu gegründete "Stiftung Klima- und Umweltschutz MV" ab, mit der Mecklenburg-Vorpommern die Fertigstellung der Ostsee-Gaspipeline unterstützen will.

"Dass die Landesregierung ausgerechnet mit einer 'Klimaschutzstiftung' den Ausbau der Pipeline Nord Stream 2 vorantreiben möchte, klingt wie ein schlechter Scherz", so Theresia Crone von Fridays for Future Schwerin. "Acht Monate vor der Landtagswahl geht die klimapolitische Glaubwürdigkeit der Regierung gegen null." Erdgas sei keine Brückentechnologie, sondern blockiere de facto die schnelle Energiewende. Als fossiler Energieträger sei er insbesondere durch Methanleaks bei der Förderung und beim Transport extrem klimaschädlich.

Vergangene Woche hatte der von SPD und CDU regierte Schweriner Landtag den Weg für die Gründung einer landeseigenen Umweltstiftung freigemacht. Die gemeinwohlorientierte Stiftung soll Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz fördern, aber auch gewerblich aktiv werden können. So ist geplant, durch die Stiftung Bauteile und Maschinen zu kaufen, die für die Fertigstellung der Gasleitung unerlässlich sind. Damit sollen angedrohte Sanktionen der USA gegen am Bau der Leitung beteiligte Firmen möglichst umgangen werden.

Die Demonstranten sehen das als Befeuerung der Klimakrise. "Sauberes Erdgas ist eine dreckige Lüge" und "Pipeline in die Krise? Nicht mit uns!", stand auf den Plakaten der Demonstranten vor der SPD-Parteizentrale. Weitere Proteste gab es vor der Schweriner Staatskanzlei sowie in Lubmin bei Greifswald, wo die unter Wasser verlegte und zum größten Teil fertige Pipeline auf das Festland kommt.

(ftk/dpa)

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