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Hannes Jaenicke und Daniel Roesner spielen die Hauptrollen in "Retter der Meere". bild: screenshot ard

Ökothriller in der ARD: Hannes Jaenicke als "Retter der Meere"

Tropische Wälder und weiße Strände inmitten von türkisgrünem Wasser: Wir befinden uns auf Mauritius, einem außergewöhnlichen Naturparadies im Indischen Ozean. Verzweifelt versucht eine Gruppe von Forschern, sich gegenseitig über Walkie-Talkies zu erreichen: Morten auf dem Schiff, Pit und Yuna im Auto. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Die 18-köpfige Walherde, die Morten beobachtet, von der Küste fernzuhalten. Als Pit und Yuna am Strand ankommen, liegt dort bereits ein angespülter Wal. Mit der Unterstützung von Touristen und Bewohnern gelingt es ihnen schließlich, den Wal zurück ins Meer zu tragen. Die Welt ist wieder in Ordnung, aber die Forscher wissen: Die Ruhe hält nicht lange an.

Der fesselnde Einstieg des ARD-Fernsehfilms "Retter der Meere – Tödliche Strandung" ist vielversprechend und die Besetzung mit Daniel Roesner ("Alarm für Cobra 11") und Hannes Jaenicke ("Abwärts", "Highlander") hochkarätig. Auch die Aufnahmen von der Insel und der Unterwasserlandschaft mit ihren Bewohnern sind atemberaubend. Wovon genau handelt der Ozean-Thriller nun?

Auftakt für potentielle neue Filmreihe

Das Forscherteam "Global Ocean Foundation" (GOF), das sich der Rettung der Meere verpflichtet hat, steht auf Mauritius vor einem Rätsel: Es überwacht die Wiederaufforstung eines Korallenriffs und will dafür eine neue Schutzzone ausweisen, als plötzlich ein totes Walbaby am Strand angespült wird.

Die Forscher versuchen, den Grund herauszufinden. Auf ihrer Suche nach Antworten kommen sie einem Müllskandal und weiteren Verstößen gegen die herrschenden Schutzbestimmungen auf die Spur. Als dann die Walmutter nach ihrem Jungtier sucht, müssen die Forscher schnell handeln, um ein Massensterben der Wale zu verhindern.

Ein paar Schwachstellen

"Tödliche Strandung" ist der Pilotfilm der potenziellen neuen Filmreihe "Retter der Meere", der am 6. Februar im Ersten läuft und vorab schon in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Und dass eine potenzielle neue Filmreihe, die hochaktuelle Themen wie Umwelt- und Artenschutz sowie die Verschmutzung der Meere behandelt, zur Prime Time im Fernsehen läuft, ist erstmal erfreulich.

Ob die Filme auch bei der Fridays-for-Future-Generation punkten können, ist allerdings fraglich. Der Film ist ziemlich vorhersehbar und bedient eine Reihe von Klischees. Dass die Deutschen im Ausland mal so richtig aufräumen und illegale Machenschaften aufdecken, ist nicht gerade eine besonders kreative oder neuartige Handlungsgrundlage.

Insgesamt wirkt "Tödliche Strandung" nicht wirklich frisch und jung, sondern eher wie der klassische ARD-Samstagabendfilm. Das ist nichts Schlechtes – und der Zuschauer befasst sich zumindest 90 Minuten lang mit Umweltschutz. Wirklich inspirieren und zum Hinterfragen der eigenen Öko-Bilanz anregen werden die Filme ihre Zuschauer aber wohl eher nicht.

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