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Golfplätze sollen attraktiver für Insekten und Vögel werden

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Der kurze Rasen auf Golfplätzen ist für Tiere eher uninteressant.Bild: iStockphoto / Jerry Ballard
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Golfplätze sollen attraktiver für Insekten und Vögel werden

08.08.2023, 13:57
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In Deutschland gibt es rund 730 Golfplätze, die in der Regel zwischen 60 und 80 Hektar groß sind – eine riesige Fläche, die vorwiegend aus kurzem und grünen Rasen besteht. Damit ist der Boden zwar für die Sportler:innen attraktiv, für Tiere jedoch nicht. Doch das könnte sich schon bald ändern.

Denn nach Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) bieten Golfplätze ein großes Potenzial für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Daher sollen die Betreiber:innen von 32 Golfanlagen in neun Bundesländern dabei unterstützt werden, erste Maßnahmen unter anderem zum Insektenschutz modellhaft umzusetzen, wie das Bundesamt kürzlich in Bonn mitteilte.

Projekt wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert

Anvisiert sind etwa Blühstreifen, spezielle Hecken sowie Nisthilfen für Insekten und Vögel. Das Projekt "GolfBiodivers" wird vom BfN und vom Bundesumweltministerium mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf dem Schutz von Insekten.

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Blühstreifen sollen den Golfplätzen zu mehr Biodiversität verhelfen.Bild: iStockphoto / Appfind

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm sagte, Fläche sei eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen müsse: "Dazu gehört auch, dass unbebaute, nicht versiegelte Siedlungsflächen wie Parks oder Golfplätze ökologisch aufgewertet werden und so dazu beitragen, Arten zu erhalten und Biotope zu vernetzen." Zu dieser Aufwertung gehöre zum Beispiel auch die Umwandlung artenarmer Grasflächen in Blühwiesen.

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Zunächst soll die Biodiversität und ihr Potenzial auf den ausgewählten Golfplätzen untersucht werden. An dem Projekt beteiligt sind die Universitäten TU München, Freiburg, Kiel und Münster sowie der Deutsche Golf Verband. Auch eine Ausweitung des Projektes auf weitere Golfplätze ist geplant.

Vögel und Insekten sind stark gefährdet

Der Naturschutzbund (NABU) hat 2021 bekannt gegeben, dass 43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten in die neue Rote Liste aufgenommen werden mussten. Damit ist fast jede zweite Brutvogelart in Deutschland bedroht.

Und auch das Überleben von Insekten steht auf der Kippe. Der WWF macht darauf aufmerksam, dass weltweit inzwischen 40 Prozent aller Insektenarten vom Aussterben bedroht sind. Die globale Biomasse aus Insekten ist der Naturschutzorganisation zufolge innerhalb von 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen.

Zu den am stärksten bedrohten Arten gehören unter anderem Schmetterlinge, Libellen und Eintagsfliegen. Einer der wesentlichen Gründe für das Insektensterben ist der Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Düngemitteln in der Landwirtschaft.

(mit Material der dpa)

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