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Supermarkt: Neues Gerät riecht, ob dein Obst und Gemüse schlecht wird

Middle-age woman buying vegetables at the market
Eine neue Erfindung könnte bald dabei helfen, Obst und Gemüse vor dem Schimmeln zu bewahren. Bild: iStockphoto / VLG
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"Supernase" riecht, ob dein Obst und Gemüse bald schlecht wird

10.03.2024, 10:21
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In Deutschland landen jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – eine alarmierende Verschwendung, die nicht nur ökonomische und ökologische Folgen hat, sondern auch ethische Fragen aufwirft. Schließlich gibt es auch in Deutschland genug obdachlose oder armutsbetroffene Menschen, die Hunger leiden.

Doch nun könnte eine technologische Innovation aus dem Saarland einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung dieser Verschwendung leisten: die "Supernase".

Entwickelt von Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes, ist die "Supernase" eigentlich ein spezieller Sensor. Dieser zielt darauf ab, überreife Lebensmittel schon zu erkennen, bevor sie verdorben sind. Das Team hat laut "tagesschau" dafür eine hochempfindliche künstliche Supernase entwickelt, die darauf trainiert ist, den Geruch von Schimmel zu erkennen.

Am Lehrstuhl für Messtechnik LMT arbeitet Prof. Andreas Schütze mit seinem Team an neuartigen Messverfahren, die verdorbenen Lebensmittel auszusortieren.
Am Lehrstuhl für Messtechnik LMT arbeitet Prof. Andreas Schütze mit seinem Team an neuartigen Messverfahren, die verdorbenen Lebensmittel auszusortieren.Bild: Iris Maria Maurer

Spezialsensor wird auf Schimmelgeruch trainiert

Die Funktionsweise ist ebenso simpel wie effektiv: Die Luft aus einer Box mit Lebensmitteln wird über Schläuche zu einem Spezialsensor geleitet, der Alarm schlägt, sobald Schimmel festgestellt wird. Selbst kleinste Mengen genügen, und der Sensor könnte sogar ein Schnapsglas in einem Schwimmbad nachweisen. Und sogar angedrücktes Obst oder Gemüse kann der Sensor erkennen und so dafür sorgen, dass es noch verkauft oder gegessen wird, bevor es verschimmelt.

Die Saarbrücker Firma 3S arbeitet daran, diesen Sensor marktreif zu machen. Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland jedes Jahr etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen, könnte diese Technologie einen entscheidenden Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung leisten.

Supernase soll günstig genug für den Privathaushalt sein

Nicht nur in der Produktion und im Handel, sondern auch im Privathaushalt soll die "Supernase" Anwendung finden. Geplant sind kleinere Geräte für den Kühlschrank, die rechtzeitig warnen, bevor Lebensmittel verderben. So könnten Supermärkte beispielsweise mit Sonderangeboten auf leicht angedrückte Früchte aufmerksam machen, bevor sie ungenießbar werden.

Die Nachwuchswissenschaftler Luigi Masi (l.) und Motahareh Khalafi forschen in Andreas Schützes Team an Gassensorsystemen, die voraussagen, wie lange Obst und Gemüse noch frisch sind.
Die Nachwuchswissenschaftler Luigi Masi (l.) und Motahareh Khalafi forschen in Andreas Schützes Team an Gassensorsystemen, die voraussagen, wie lange Obst und Gemüse noch frisch sind.Bild: Iris Maria Maurer

Caroline Schultealbert von 3S ist zufrieden mit den Fortschritten und plant, ein massentaugliches Prüfgerät für die Lebensmittelindustrie und den Handel auf den Markt zu bringen. Zudem sollen in Zukunft auch Geräte für den Privathaushalt entwickelt werden. Christian Bur, Forschungsleiter am Lehrstuhl für Messtechnik, schätzt, dass solch ein Sensor für den Massenmarkt etwa zehn bis 15 Euro kosten könnte.

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Die Vision reicht noch weiter: Im Idealfall könnten solche Sensoren sogar in Smartphones integriert werden, sodass jede:r Verbraucher:in in der Lage ist, die Frische von Lebensmitteln zu überprüfen und so aktiv Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Diese bahnbrechende Technologie könnte nicht nur ökonomische Einsparungen bedeuten, sondern auch dazu beitragen, unsere Umwelt zu schonen und einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu machen.

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