Nachhaltigkeit
Good News

Mercedes: Schwedischer Hersteller will "grünen Stahl" für Firma produzieren

Automobile Barcelona International Motor Show BARCELONA, SPAIN - May 19: The Mercedes-Benz logo, the Stuttgart-based German luxury and commercial automotive brand, exhibited on a silver grey backgroun ...
Neun Prozent der gesamten menschengemachten CO2-Emissionen geht auf die Stahlindustrie zurück.bild: IMAGO / NurPhoto
Good News

Schwedischer Hersteller will "grünen Stahl" für Mercedes produzieren

11.06.2023, 11:40
Mehr «Nachhaltigkeit»

Das schwedische Unternehmen H2 Green Steel will den Autobauer Mercedes-Benz ab 2025 mit annähernd klimaneutral produziertem Stahl beliefern. Jährlich 50.000 Tonnen "grünen Stahls" sollen im nordschwedischen Boden produziert werden, wie die beiden Unternehmen gemeinsam erklärten.

In dem noch im Bau befindlichen Stahlwerk soll demnach mit erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff statt Kohle zum Einsatz kommen. Die Treibhausgasemissionen würden so um 95 Prozent reduziert.

Im Schnitt werden bei der Autoherstellung rund 900 Kilogramm Stahl pro Fahrzeug benötigt. Mercedes-Benz könnte demnach künftig rund 55.000 Autos klimafreundlicher herstellen als bisher. Im vergangenen Jahr verkaufte der Hersteller rund zwei Millionen Fahrzeuge.

Grüner Strom wird aus Wasserkraft gewonnen

H2 Green Steel und Mercedes erklärten außerdem, "eine Absichtserklärung für die potenzielle Lieferung von in Nordamerika produziertem grünem Stahl" unterzeichnet zu haben. Es gebe Gespräche "mit verschiedenen Interessengruppen sowohl in Kanada als auch in den USA". Nähere Angaben machten die beiden Firmen nicht.

In Schweden hat H2 Green Steel vor kurzem die Umweltgenehmigung für das Werk in Boden erhalten, das im Jahr 2025 die Produktion aufnehmen soll. Das Unternehmen rechnet mit einer Produktionskapazität von bis zu fünf Millionen Tonnen Stahl pro Jahr. Der für die Wasserstoffherstellung benötigte Strom soll in erster Linie aus Wasserkraft gewonnen werden.

17.02.2023, Sachsen-Anhalt, Friedersdorf: Das neue Wasserkraftwerk am Muldestausee in der Gemeinde Friedersdorf liefert seit Jahresbeginn Ökostrom. Mit der Flutung eines ehemaligen Braunkohletagebaus  ...
Viele Unternehmen setzen auf Strom aus Wasserkraft.Bild: dpa / Heiko Rebsch

Stahlindustrie besonders klimaschädlich

Die Stahlindustrie ist einer der klimaschädlichsten Industriezweige. Nach Angaben der World Steel Association gehen sieben bis neun Prozent der gesamten menschengemachten CO2-Emissionen auf die Stahlindustrie zurück.

Neu: dein Watson-Update
Jetzt nur auf Instagram: dein watson-Update! Hier findest du unseren Broadcast-Channel, in dem wir dich mit den watson-Highlights versorgen. Und zwar nur einmal pro Tag – kein Spam und kein Blabla, versprochen! Probiert es jetzt aus. Und folgt uns natürlich gerne hier auch auf Instagram.

In Schweden gibt es weitere Projekte für die Dekarbonisierung des Sektors. So hat sich etwa der Hersteller SSAB mit dem staatlichen Energieversorger Vattenfall und dem Bergbauunternehmen LKAB zusammen getan. Eine Pilotanlage produziert bereits Stahl mit Wasserstoff. Ein größeres Werk soll 2026 an den Start gehen.

(sb/afp)

Fleisch aus dem Labor: Pinker Wackelpudding schmeckt wie echtes Rind

Süße Götterspeise oder herzhaftes Fleischimitat? Zugegeben, rein optisch würden wir auch auf ersteres tippen. Denn auch wenn es inzwischen einige vegane und vegetarische Alternativen für tierische Produkte gibt, so sehen diese dem Original doch meist recht ähnlich.

Zur Story