Schiefes Etikett? Auch wenn man es nicht sieht, werden solche Mängelprodukte meist direkt vernichtet. Das will eine Nürnbergerin verhindern. (Symbolbild)
Schiefes Etikett? Auch wenn man es nicht sieht, werden solche Mängelprodukte meist direkt vernichtet. Das will eine Nürnbergerin verhindern. (Symbolbild)Bild: iStockphoto / Vasyl Dolmatov
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Onlineshop verkauft Produkte mit Fehlern und rettet sie so vor dem Müll

17.09.2020, 15:43

Normalerweise werden Kleider mit schiefen Nähten und Produkte mit eingedellten Verpackungen als unverkäuflich vernichtet. Eine Verschwendung eigentlich gut nutzbarer Produkte und ein Grauen für alle Menschen, die gerne nachhaltig einkaufen. Der Onlineshop "Mit Ecken und Kanten" hat das Problem erkannt und verkauft dort Ausschussware aus fairer Produktion für einen günstigeren Preis. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten also.

Bekanntes Prinzip, neue Produkte

Das Prinzip, dass sich auch für "Ugly Food" in Supermärkten bereits bewährt hat, scheint auch für nicht-essbare Produkte zu funktionieren, doch Jessica Könnecke, der Gründerin des Shops geht es noch um mehr, sagt sie auf ihrer Website:

Die Gründerin über das Konzept

"Mir war es von Anfang an ein wichtiges Anliegen, die Wertschätzung von unseren Produkten, die wir tagtäglich verwenden, wieder in den Vordergrund zu stellen und zu zeigen, dass Konsum nachhaltig funktionieren kann. Es wird tagtäglich so viel weggeschmissen und entsorgt, da lohnt es sich doch, auch unperfekten Produkten noch mal eine zweite Chance zu geben, oder?"

Die 27-jährige Nürnbergerin studierte Internationales Marketing und stieß dabei immer wieder auf ein Phänomen: Muster und Mängelware wurden von Unternehmen entsorgt, obwohl sie eigentlich brandneu waren. "Beobachtet habe ich das zum Beispiel in einem Atelier einer Designerin, die eine Kleiderstange voll mit Prototypen hatte. Warum gab es also noch keine Plattform für genau solche Produkte?", fragt Jessica.

Genau diese Plattform hat sie 2017 geschaffen, verkauft nun Kleidung, Kosmetika und Einrichtungsgegenstände über die Website. Den jeweiligen Mangel gibt sie in der Produktbeschreibung an. So haben manche Hautcremes ein bald ablaufendes Haltbarkeitsdatum oder stammen schlicht aus alten Kollektionen. Bei T-Shirts wurde das Etikett schief angenäht oder ein zu dunkler Faden verwendet. Dank dieser Makel zahlt der Kunde aber auch etwa 30 Prozent weniger, als der Originalpreis gewesen wäre. Und ganz ehrlich: Wer nicht allzu pingelig ist, wird meist keinen Unterschied zum Kauf an der Stange bemerken.

Faire Produkte für einen kleineren Preis einkaufen und dabei ein bisschen Ressourcen-Verschwendung eindämmen, das klingt gut. Einziger Nachteil: Wer ein konkretes Produkt wünscht, wird unter Umständen hier nicht fündig werden. Das Angebot ist noch recht überschaubar.

(jd)

Helsinki will bei städtischen Veranstaltungen kein Fleisch mehr servieren

Fleisch und Fisch sind ein großer Bestandteil der klassischen finnischen Küche. Nun hat sich die finnische Hauptstadt aber dazu entschlossen, ab dem 1. Januar 2022 bei öffentlichen Veranstaltungen keine Fleischgerichte mehr anzubieten, sondern stattdessen für eine breitere Gemüse- und Ersatzproduktauswahl zu sorgen. Wenn es Fisch geben soll, dann nur aus heimischen Gewässern und nachhaltiger Zucht: Damit setzt die Stadtverwaltung von Helsinki Zeichen für die Umwelt und eine nachhaltigere Esskultur.

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