Deep-sea fishing in the Norwegian Sea on board the trawler Grande Hermine in 2011 Deep-sea fishing in the Norwegian Sea on board the trawler Grande Hermine in 2011. La Grande Hermine, factory trawler  ...
Riesige Mengen an Fisch werden mithilfe von Schleppnetzen auf die Boote geholt. Bild: imago images / andia
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Größeres Schutzgebiet für Tiefseefische in Dänemark

13.10.2022, 11:16

Es war eine der letzten Amtshandlungen der dänischen Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit ihren links-grünen Unterstützerparteien und den Christdemokrat:innen: Ein Verbot der Schleppnetzfischerei im Meeresgebiet zwischen Jütland und den Inseln Fünen, Seeland und Lolland. Dieses Gebiet macht 5,7 Prozent der dänischen Territorialgewässer aus.

"Tun wir nichts, wird die dänische Fischerei einen langsamen Tod sterben", sagte Fischereiminister Rasmus Prehn in einem Artikel der Tageszeitung "taz". Kabeljau und weitere Fischarten würden verschwinden, "die Meeresumwelt zugrunde gehen". Der Naturschutzverbund spricht von einem "historischen Beschluss".

In Deutschland fordern Tierrechtschutzorganisationen wie Peta schon seit Längerem ein Ende der Schleppnetzfischerei in Schutzzonen. Denn diese würden nicht nur die Fischbestände gefährden, sondern auch dazu beitragen, dass hohe Mengen Kohlendioxid im Meer freigesetzt würden.

Verbot von Schleppnetzfischerei erhält Fischbestand und biologische Vielfalt

Ab 1. Januar 2023 ist die hoch umstrittene Art der Fischerei mit Schleppnetzen damit auch im Großen und Kleinen Belt, im Langelandsbelt sowie im Südfünischen Inselmeer nicht mehr erlaubt. Für den Öresund zwischen Dänemark und Schweden gilt dieses Verbot bereits seit 1932. Erlassen worden war es damals, um die Schifffahrt sicherer zu machen.

Aufgrund von Untersuchungen kam man aber schon bald zu dem Schluss, dass das Verbot von Schleppnetzen auch zu einer größeren biologischen Vielfalt führte und der Fischbestand erhalten werden konnte, wenngleich umfangreich weitergefischt wurde.

Sorge und Ärger bei Fischereibetrieben

Vetreter:innen der Fischereiwirtschaft bezeichneten den Beschluss als "absurd" oder "grüne Bluffnummer" – die Regierung wolle sich bei der Wahl nur grüne Stimmen sichern. Weil derzeit rund 80 Prozent des Fischfangs in dem Meeresgebiet zwischen Jütland und den Inseln Fünen, Seeland und Lolland mit Schleppnetzen stattfände, stünden nun viele Betriebe vor dem Aus.

Die Präsidentin des dänischen Naturschutzverbunds, Maria Reumert, hält das neue Verbot hingegen für einen guten Anfang. Allerdings müsste die Verbotszone weiter in Richtung Süden ausgeweitet werden, um den Fischbestand zu sichern und die biologische Artenvielfalt zu erhalten. Denn insbesondere südlich der neu erklärten Verbotszone würde die Schleppnetzfischerei besonders stark ausgeübt – und gerade dort versammeln sich laut Reumert ausgewachsene Kabeljau zum Laichen.

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