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Jede Minute landet in Deutschland ein Lastwagen voller Lebensmittel im Müll. Bild: iStockphoto / Daisy-Daisy

Gute Nachricht

Apps, Foodsharing, Resteverwertung: So rettest du Lebensmittel vor der Tonne

So bekannt die Zahlen inzwischen auch sind, so schockierend sind sie noch immer: Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle fallen jährlich entlang der Lebensmittelversorgungskette in Deutschland an – die Hälfte davon in Privathaushalten. Minütlich wird in Deutschland ein Lastwagen voller Lebensmittel verschwendet. Das ist nicht nur teuer, sondern sorgt auch für viele unnötige CO2-Emissionen.

EU-weit sieht es nicht viel besser aus. 20 Prozent aller in der Europäischen Union produzierten Lebensmittel landen in der Tonne, das sind 173 Kilogramm pro Kopf. Um auf dieses gigantische Problem aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen an diesem Dienstag den ersten Internationalen Tag des Bewusstseins für Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung ins Leben gerufen, an dem sich auch die EU beteiligt. Ihr Ziel: Die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren.

"Wir müssen mehr tun", sagte EU-Kommissarin Stella Kyriakides und forderte mehr Einsatz von Bauern, Industrie und Verbrauchern – die gesamte Produktion und Lieferkette müsse nachhaltiger werden. Da wir die Hälfte der Abfälle im privaten Umfeld produzieren, gibt es aber natürlich auch eine Menge Dinge, die wir selbst tun können, um Lebensmittel zu retten – und eine Menge Apps, die uns dabei helfen. Mit unseren Tipps erfahrt ihr, wie ihr selbst dazu beitragen könnt, dass weniger Essen im Müll landet.

Restaurant-Essen retten

Vom indischen Buffet ist am Abend eine Menge Naan-Brot und Curry übrig, der Falafel-Laden bekommt seine Kichererbsen-Bällchen nicht los und beim Bäcker sind kurz vor Ladenschluss noch Brötchen und Kuchen übrig: In solchen Fällen können die Apps To Good to go und ResQ-Club helfen. Du gibst deinen Standort ein und schon werden dir die Restaurants und Cafés in deiner Nähe angezeigt, von denen du übrig gebliebenes Essen zum kleinen Preis abholen kannst. Allerdings hat sich der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren von Restaurants mehr und mehr auf Bäckereien verlagert. Wer Hunger auf eine warme Mahlzeit hat, muss im Zweifelsfall weiter fahren oder zeitlich flexibel sein.

Foodsharing

Containern ist in Deutschland illegal, aber es gibt trotzdem einen Weg, Lebensmittel, die im Supermarkt oder in anderen Geschäften übrig bleiben, zu retten. Über die Online-Plattform Foodsharing kannst du zum Lebensmittelretter werden und in deiner Nachbarschaft bei Händlern und Produzenten Lebensmittel abholen und verteilen – zum Beispiel über sogenannte "Fair-Teiler". Wer mitmachen möchte, muss ein Quiz über Lebensmittelverschwendung beantworten und sich regelmäßig engagieren.

Kleinere Packungen und loses Obst und Gemüse kaufen

In der Familienpackung sind Chips, Eier oder Kartoffeln fast immer günstiger als in kleineren abgepackten Mengen. Um mehr von unserem Geld zu haben, greifen wir also fast schon automatisch zur großen Packung. Dumm nur, wenn am Ende die Hälfte davon im Müll landet. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du in den nächsten Tagen tatsächlich zwei Kilo Zwiebeln essen wirst, ergibt es also Sinn, das kleinere Netz zu nehmen. Noch besser: Insbesondere Obst und Gemüse lose kaufen. Ist vielleicht ein paar Cent teurer, du kaufst aber auch nur das, was du wirklich benötigst.

Krummes Obst und Gemüse retten

In Supermärkten sind Obst und Gemüse meistens wohlproportioniert und makellos geformt: Salatgurken, Äpfel und Karotten gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, wird weggeworfen. In einigen Supermärkten werden allerdings auch krumme Gurken, dreibeinige Karotten und zu klein geratene Kartoffeln angeboten. Wenn du sie kaufst, kannst du aktiv dafür sorgen, dass sie nicht im Müll landen. Und auch online kannst du Gemüseboxen bestellen, die krummes oder zu viel produziertes Obst und Gemüse enthalten – über das Startup etepetete. Bislang gibt es die Boxen allerdings nur im Abo-Modell.

Lebensmittelreste kreativ verwerten

Aus Möhrengrün lässt sich Pesto herstellen, aus Kaffeesatz ein Körperpeeling und Gemüseschalen lassen sich in Chips verwandelnd: Vieles, was auf den ersten Blick ein Fall für die Biotonne ist, lässt sich noch weiterverwenden, es braucht nur ein bisschen Kreativität. Um dieser auf die Sprünge zu helfen, gibt es hier Ideen zur leckeren Resteverwertung.

Überproduzierte Ware kaufen

Zu Ostern werden eine Menge Schokoeier produziert – die spätestens nach Ostermontag keiner mehr essen möchte. Die Folge: Was übrig bleibt, wird weggeworfen. Unternehmen wie Sirplus oder Motatos wollen das verhindern: Sie retten Saisonartikel, überproduzierte Ware und Produkte, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum beinahe erreicht haben oder nicht der Norm entsprechen und verkaufen sie günstiger weiter – online und in sogenannten Rettermärkten.

Einkaufszettel schreiben

So banal es auch klingt: Oft landen gerade die Dinge am Ende im Mülleimer, die wir im Supermarkt mehr oder weniger gedankenlos in den Einkaufswagen geworfen haben. Wenn wir uns vor dem Einkauf genau überlegen, was wir in den kommenden Tagen essen möchten und was wir dafür benötigen, kaufen wir viel gezielter ein – und am Ende landet weniger im Müll.

Reste-Rezepte per App

Manchmal liegen im Kühlschrank noch ein paar Lebensmittel, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen: Ein paar Kartoffeln, eine Packung Krabbenchips und drei matschige Bananen – was soll man damit bitte noch anstellen? Inspiration bieten Apps mit Rezepten zur Resteverwertung: Bei Eat Smarter etwa kannst du eintippen, welche Lebensmittel noch in deinem Küchenregal liegen, daraus werden dir dann Vorschläge für Gerichte geliefert – inklusive Zubereitungszeit, Kosten und sonstigen Infos.

Ist das noch gut?

Ein Großteil der Dinge, die wir wegwerfen, landen wohl deshalb im Müll, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist – und wir uns nicht mehr sicher sind, ob wir sie noch bedenkenlos wegsnacken können. Dabei gibt es für sämtliche Lebensmittel einfache Faustregeln, anhand derer sich erkennen lässt, ob sie noch frisch sind – ganz gleich, ob es sich um Nudeln, Milchprodukte, Eier oder Schokolade handelt. Welche das genau sind, haben wir hier für dich zusammengetragen.

(ftk)

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