Die umweltfreundliche Zukunftsvision lautet, nur noch klimaneutrale Fahrzeuge auf die Straße zu bringen (Symbolbild).
Die umweltfreundliche Zukunftsvision lautet, nur noch klimaneutrale Fahrzeuge auf die Straße zu bringen (Symbolbild). Bild: iStockphoto / Oleksandr Filon
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In Baden-Württemberg wird induktives Laden beim Fahren von E-Bussen getestet

26.12.2021, 11:31

Elektroautos oder -busse gelten derzeit als beste Alternative zu den herkömmlichen, umweltschädlichen Autos oder Bussen, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Um den klimatechnisch fortschrittlichen Elektrofahrzeugen noch mehr Benutzerfreundlichkeit zuzuschreiben, wird derzeit induktives Laden technologisch weiterentwickelt. Dafür werden E-Fahrzeuge nicht mehr zum Aufladen an eine Strom-Zapfsäule angeschlossen, sondern werden können selbst über Induktionsflächen Energie beim Fahren aufnehmen. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) testet deshalb im Karlsruher Rheinhafen bereits das induktive Laden von Fahrzeugen.

Was die Elektrofahrzeuge in ihrer Gesamtheit nämlich trotz fehlender Abgase noch klimaschädlich macht, sind die Batterien. Deshalb wird hier an alternativen Ansätzen herumgefeilt, Elektroautos und -busse gänzlich klimaneutral zu gestalten. Das Land Baden-Württemberg testet derzeit im Murgtal elektrische Oberleitungs-Lkw. Das Projekt nennt sich EWayBW.

Das Projekt soll nun aus dem Labor auf die Straße gebracht werden

Die EnBW untersucht, wie sich eine nachhaltige elektromobile Zukunft speziell im Personennah- und Schwerlastenverkehr umsetzen lässt. Dafür fährt ein Bus im Rheinhafen in Karlsruhe zur Probe, der direkt aus der Fahrbahn geladen wird. Das Prinzip des Aufladens kennt der ein oder andere vielleicht aus der Küche. Die Rede ist von der Induktionstechnik. In der Küche entsteht bei der Nutzung eines Induktionsherdes ein magnetisches Wechselfeld zwischen der kalten, isolierenden Kochplatte und der Topfunterseite, die mit einer Eisenlegierung versehen ist. Durch induzierte Wirbelströme und sogenannte Ummagnetisierungsverluste wird dann Wärme erzeugt.

Beim induktiven Laden von E-Bussen kommt eine Kupferspule zum Einsatz, die als Sender fungiert. Auf der Seite des EnBW zum Thema induktivem Laden wird der Folgeprozess beschrieben: "Dafür werden Induktionsspulen in den Straßenbelag eingesetzt. Fährt dann ein E-Bus darüber, werden entsprechende Empfängerspulen am Unterboden der Fahrzeuge aktiviert, die über ein Magnetfeld die elektrische Energie aufnehmen und an die Fahrzeugbatterie weitergeben."

"Bisher gibt es weltweit nur zwei vergleichbare Projekte in Schweden und in Israel, die bereits mit der neuen Technologie arbeiten."

Ziel ist es, das induktive Laden für Elektrofahrzeuge "Fahrzeug-massen- und alltagstauglich" aus dem Labor auf die Straße zu bringen. Für die Technologie bedeutet das einen echten Härtetest, da diese auch bei extremen Bedingungen, wie kalten oder heißen Temperaturen oder bei starken Geschwindigkeiten zu funktionieren hat. Bisher gibt es weltweit nur zwei vergleichbare Projekte in Schweden und in Israel, die bereits mit der neuen Technologie arbeiten. Die Technik soll zunächst auf dem Gelände der EnBW aufgebaut werden. Geplant ist, die Ladespulen später auch an der angrenzenden öffentlichen Straße einzubauen.

(lmk)

Neue Alternative zu Plastikverpackungen: Schutzhüllen aus Bio-Abfällen

Ein Blick auf das Obst- und Gemüsesortiment in den Supermarktregalen zeigt: Der Plastikverbrauch zum Verpacken der Frischware ist hoch. Die extrem umweltschädliche Folie soll insbesondere stark wasserhaltiges Gemüse wie Gurken, Brokkoli oder Pak Choi haltbarer machen und beim Transport schützen. Aus der Schweiz kommt jetzt ein vielversprechendes Lösungsangebot für das Verpackungsproblem: An der EMPA, einer eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt wurde eine nachhaltige Schutzhülle aus Bio-Abfall entwickelt.

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