Gegen das durch die Klimakrise herbeigeführte Korallensterben hat eine Meeresbiologin jetzt wohl eine Arznei entwickelt, die die Korallen widerstandsfähiger macht.
Gegen das durch die Klimakrise herbeigeführte Korallensterben hat eine Meeresbiologin jetzt wohl eine Arznei entwickelt, die die Korallen widerstandsfähiger macht. Bild: getty images / johnandersonphoto
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Arznei und Hilfe für Korallen: Probiotika sollen Riffe retten

05.05.2022, 11:28

Aufgrund wärmerer Wassertemperaturen in den Weltmeeren und deren Übersäuerung bleichen Korallen und sterben nach und nach aus. Das bekannteste Beispiel ist das Great Barrier Reaf, hier löst die Korallenbleiche immer mehr das einst farbenfrohe Riff ab.

Die Meeresbiologin Raquel Peixoto hat jetzt eine Methode entwickelt, mit der sie die Korallenriffe erhalten will: Probiotika.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die sich beispielsweise in fermentierten Produkten wie Joghurt, Sauerkraut oder Kombucha-Tee finden. Menschen nutzen Probiotika auch als Nahrungsergänzungsmittel sowie um Darmerkrankungen zu lindern.

40 Prozent höhere Überlebensrate

Raquel Peixoto hat herausgefunden, dass sich Probiotika auch auf Korallen positiv auswirken. Im Labor hat sich gezeigt, dass die Mikroorganismen die Überlebensrate der Korallen um 40 Prozent steigerten. Nach dem Auftragen der Probiotika brachte die Wissenschaftlerin die Korallen mit Öl, hohen Temperaturen und Pathogenen (Viren, Gifte) in Kontakt, die mitverantwortlich für das Sterben der Korallenriffe sind.

Die Probiotika machten die Koralle nicht nur widerstandsfähiger, sondern beschleunigten auch ihre Regeneration. Aktuell wird Peixotos Arznei im Roten Meer an einem Korallenriff in freier Natur getestet.

Das allein reiche aber sicher nicht, um die Korallen zu retten, erklärt die Meeresbiologin. Die Klimakrise aufzuhalten sei das Wichtigste. Die Prognosen der Forschung sind laut Utopia jedoch ernüchternd. Selbst wenn es gelingt, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, würden wohl dennoch 90 Prozent aller tropischen Korallenriffe einen sehr großen Schaden nehmen.

Es ist mehr notwendig, um Riffe zu retten

Peixoto sagt, dass die Riffe nur dann gerettet werden könnten, wenn sich die Wassertemperaturen wieder normalisieren, örtliche Verschmutzungen bekämpft oder die Riffe aktiv restauriert würden.

Bei der Restaurierung könnte die Arznei von Raquel Peixoto aber eine wichtige Rolle spielen. Sie möchte ihren Probiotika-Cocktail an unterschiedlichen Korallenarten ausprobieren und sie der jeweiligen Art anpassen. Laut der Wissenschaftlerin seien 70 bis 90 Prozent der Korallenarten bald schon für immer verloren. Die restlichen Riffe durch Klimaschutz zu retten und zu erhalten, sei daher das Ziel.

(sp)

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