Wiesen mit Kornblumen und anderen Wildblumen ziehen Insekten an.
Wiesen mit Kornblumen und anderen Wildblumen ziehen Insekten an.Bild: iStockphoto / Schad1953
Gute Nachricht

Bereits kleine Wildwiesen sind große Hilfe für Insekten

24.03.2022, 11:44

Eine Studie aus dem Vereinigten Königreich hat gezeigt, dass bereits eine vier Quadratmeter große, mit Wildblumen bepflanzte Fläche einen positiven Einfluss auf heimische Insekten hat. Dafür hat eine Forschungsgruppe um Janine Griffiths Lee von der University of Sussex in Brighton zwei Jahre lang in Zusammenarbeit mit Bürgerwissenschaftlern den Insektenbestand beobachtet und nun ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Journal of Insect Conservation" veröffentlicht.

Über soziale Medien wurde Aufruf gestartet

Könnten schon kleine Flecken mit Wildblumenwiesen helfen, den Lebensraum für nützliche Insekten zu verbessern und die biologische Vielfalt zu erhöhen? Um diese Frage zu klären, rief das Team über eine Amateurforschereinrichtung und über soziale Medien Bürger mit einem mindestens 20 Quadratmeter großen Garten zum Mitmachen auf.

150 Bürgerwissenschaftler wurden in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Wildblumen-Samenmischung, wie sie in Gartencentern zu kaufen ist; eine bekam eine Samenmischung, die auf wissenschaftlicher Literatur über die Vorlieben nützlicher Insekten basierend zusammengestellt war; für die dritte Gruppe gab es keinen Samen, sie diente als Kontrollgruppe.

Alle Teilnehmer erhielten farbige Schalen, die mit Wasser und etwas Spülmittel gefüllt werden sollten – damit wurden Insekten gefangen. Im zweiten Jahr kamen noch Klebfallen hinzu. Diese wurden von Mai bis August jeweils in der ersten Woche des Monats für zwei aufeinanderfolgende trockene Tage aufgestellt.

Die Ergebnisse sind eindeutig

Insgesamt 34.438 gefangene Insekten wurden von Fachleuten bestimmt, bevor alle erhobenen Daten mit statistischen Methoden ausgewertet wurden. Schon im ersten Jahr zogen die Mini-Wildblumenwiesen demnach 109 Prozent mehr Hummeln, 24 Prozent mehr einzeln lebende Bienen und 126 Prozent mehr einzeln lebende Wespen als die Kontrollgärten an. Im zweiten Jahr waren es dann 111 Prozent mehr Hummeln, 87 Prozent mehr einzeln lebende Bienen und 85 Prozent mehr einzeln lebende Wespen.

"Dieses Projekt zeigt, dass Miniwiesen Bestäubern wirklich helfen können, indem sie sowohl die Insektenanzahl als auch die Vielfalt im Garten erhöhen", erklärt Griffiths Lee. Selbst kleine Blumenbeete, ob in Gärten, Kleingärten oder an Straßenrändern, könnten Insekten und Bestäubern, also die Insekten, die die Pollen von Pflanzen verteilen, messbare Vorteile bringen, so Co-Autorin Beth Nicholls.

Die Forschergruppe hofft, dass die Ergebnisse mehr Gartenbesitzer dazu bringen, kleine Wildblumenwiesen anzulegen – und seien sie auch nur vier Quadratmeter groß.

(sb/dpa)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Klimawandel: Experten warnen vor Anstieg heißer Tage in Deutschland

Die Zahl heißer Tage in Deutschland mit einer Lufttemperatur von mindestens 30 Grad hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Sie verdreifachte sich sogar, über ganz Deutschland gemittelt, seit den 1950er-Jahren von etwa drei Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich neun Tage pro Jahr, heißt es in einem Papier zum Stand der Wissenschaft, das auf dem Extremwetterkongress in Hamburg vorgestellt werden soll.

Zur Story