Modifizierte Bäume sollen bei der Reduktion von Emissionen helfen (Symbolbild).
Modifizierte Bäume sollen bei der Reduktion von Emissionen helfen (Symbolbild).Bild: getty images / Chris Ryan
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Modifizierte Bäume sollen Probleme der Klimakrise lösen

04.05.2022, 12:1131.05.2022, 17:39

Pflanzenzucht, die Pflanzen wetterbeständiger macht, größere Blüten hervorbringt oder Erträge steigert, ist nicht neu. Ein US-Unternehmen will jetzt jedoch Bäume züchten, die CO2-effizienter sind. Durch das Ausschalten der sogenannten Lichtatmung im Fotosyntheseprozess sollen die Pflanzen mehr CO2 binden können und so einen wichtigen Schritt auf dem Weg der Reduzierung von Emissionen darstellen.

Das US-amerikanische Start-up "Living Carbon" züchtet Bäume, die mehr CO2 binden. Das Unternehmen nutzt ein Prinzip, das einen Prozess der Fotosynthese ausschaltet und die Pflanze so CO2-effizienter macht. Mit 15 Millionen US-Dollar aus der ersten Investitionsrunde des Unternehmens und der Unterstützung der Oregon State University konnten im Forschungsprojekt bereits 600 modifizierte Bäume gepflanzt werden. Laut einer Studie von Februar waren die Pflanzen im Zeitraum von vier Monaten in der Lage, 27 Prozent mehr CO2 zu binden als herkömmliche Pflanzen. Außerdem gelingt es ihnen durch ihr schnelles Wachstum auch 53 Prozent mehr Biomasse zu bilden.

Biotechnologie als Retter in der Klimakrise

Was bei diesen Pflanzen anders ist? Sie kommen ohne Fotorespiration aus, auch Lichtatmung genannt. Das bedeutet, dass sie im Prozess der Fotosynthese nicht wie andere Pflanzen einen Teil des aufgenommenen CO2 wieder abgeben, um Giftstoffe abzubauen.

Nur 15 Prozent der Pflanzen kommen ohne Lichtatmung aus, dadurch können sie nicht nur mehr CO2 aufnehmen, sie wachsen auch schneller und werden größer. Mais und Zuckerrohr gehören beispielsweise zu diesen Pflanzen.

Laut Maddie Hall, CEO von "Living Carbon", sei das Züchten dieser Pflanzen unbedingt notwendig, weil der Punkt, an dem die Reduzierung von Emissionen allein ausreichen würde, um die Ökosysteme wieder ins Gleichgewicht zu bringen, überschritten sei. Man wolle zeigen, dass die Biotechnologie in Bäumen, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werde, Lösungen für die Klimakrise anbieten könnte.

Entwickelt wurde diese Technik ursprünglich für Tabakpflanzen, wo sie schon lange eingesetzt wird. Das US-Unternehmen hat für seine Tests Gene aus Grünalgen in Versuchspflanzen eingesetzt und im ersten Schritt im Labor zu vielversprechenden Ergebnissen gelangen können. Aktuell werden in einer vierjährigen Forschungspartnerschaft mit der Oregon State University in freier Natur eine bestimmte Kiefern- und Pappelart getestet, wie das Online-Maganzin Tech&Nature berichtete.

Ein Problem ist noch der Verrotungsprozess

Das einzige Problem stellt aktuell noch der Verrottungsprozess der modifizierten Bäume dar, denn wenn die Pflanzen tot sind, setzen sie das ganze CO2 wieder frei. Man arbeite deshalb daran, Gene zu finden, die den Verrottungsprozess verlangsamen und somit die Speicherung erst mal verlängern. Außerdem wolle man auch für den Abbau von Schwermetallen Möglichkeiten finden und sich auch auf Pflanzen wie Moos spezialisieren, um Lösungen für das Austrocknen von Mooren zu finden.

(sp)

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