Wenn das Wasser aus dem Waschbecken gleichzeitig als Spülwasser dient, wird der Toilettengang zur nachhaltigeren Angelegenheit.
Wenn das Wasser aus dem Waschbecken gleichzeitig als Spülwasser dient, wird der Toilettengang zur nachhaltigeren Angelegenheit.Bild: iStockphoto / maruco
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(K)ein Griff ins Klo: In Japan sorgen High-Tech-WCs für geringeren Wasserverbrauch

09.11.2021, 11:45

Wasser ist das kostbarste Gut dieser Erde. In westlichen Ländern wird jedoch bislang deutlich mehr im Alltag verbraucht, als es nötig wäre. Allein bei einem Toilettenspülgang werden sechs bis vierzehn Liter trinkbares Wasser in die Kanalisation abgegeben. Um die unnötige Wasserverschwendung zu verhindern, kann jeder mit einem früheren Loslassen der Spültasten bereits um die drei bis fünf Liter Wasser einsparen. Doch es gibt bereits einige gute Nachhaltigkeitskonzepte, die noch weiter gehen und sich speziell auf ein verbessertes Spülverhalten in sanitären Anlagen konzentrieren.

Eines der bisher nachhaltigsten Toiletten-Konzepte kommt dabei aus Japan. Seit 1980 wird dort an sogenannten "Washlets" getüftelt. Das waren zunächst Toiletten, die eine Warmwasserspülung integriert hatten – also Toilette und Bidet in einem sind. Diese Toiletten wurden in den letzten Jahren weiterentwickelt. Nun gibt es Modelle, bei denen im Toilettenspülkasten ein Waschbecken integriert ist. Damit wird das Wasser aus dem Waschbecken zunächst zum Händewaschen und dann als Spülwasser für die Toilette genutzt.

Laut dem deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hängt die Wassermenge, die damit eingespart werden kann, von dem Baujahr der Toilette ab. Alte Toiletten sind noch nicht darauf ausgelegt, mit wenig Wasser genutzt zu werden, weshalb hier ungute Gerüche entstehen können.

"Es besteht ein großes Einsparpotential: Bei älteren Toiletten fließen circa neun bis vierzehn Liter pro Spülung durch das WC-Becken, obwohl sechs bis neun Liter für einen einwandfreien, hygienischen Spülvorgang völlig ausreichen würden. In Abhängigkeit vom Spülgut kann die Wassermenge sogar auf 3 Liter reduziert werden. Um eine ausreichende Spülwirkung zu erzielen, muss jedoch das angeschlossene WC-Becken für diese geringe Wassermenge geeignet sein. Andernfalls können Geruchsbelästigungen sowie Urinstein entstehen. Moderne WC-Becken erfüllen in der Regel die Voraussetzungen für einen wassersparenden Gebrauch."
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheitbmu.de

Trotz weniger Wasser kein Gestank

Die Toiletten aus Japan haben nicht nur einen verringerten Wasserverbrauch, sondern verhindern auch effektiv, dass es zu unangenehmen Gerüchen kommt. Bei manchen Modellen wird dafür die unerwünschte Luft abgesaugt, um für eine Geruchsneutralisation unabhängig von der gespülten Wassermenge zu sorgen.

Die japanischen Toilettenmodelle zeigen, wie Wasser sinnvoll wiederverwendet werden kann, trotzdem sind die Toiletten noch nicht zu hundert Prozent nachhaltig: weiter Funktionen wie unter anderem die Massage-, Beheizungs- und auch die Belüftungsfunktion erhöhen zwar den Wohlfühlfaktor beim Toilettengang, aber auch den Energieaufwand. Um also wirklich eine nachhaltige Toilettenanlage zu schaffen, sollte also eher auf die zusätzlichen Komfort-Effekte verzichtet werden.

(lmk)

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