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Rülpser und Pupse von Kühen setzen Methan frei – ein Gas das vielfach klimaschädlicher ist als CO2.Bild: www.imago-images.de / imago images
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Klimaschutz: Neuseeland will Pupse und Rülpse von Kühen besteuern

16.10.2022, 11:57

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, dass sich Premierministerin Jacinda Ardern in den Kopf gesetzt hat: Bis 2050 will die neuseeländische Regierung das Land CO2-neutral machen.

Um dieses Ziel zu erreichen sollen neuseeländische Landwirt:innen ab 2025 eine Abgabe auf die landwirtschaftlichen Emissionen zahlen. Oder anders ausgedrückt: Landwirt:innen werden künftig für die Pupse und Rülpser ihre Kühe, Schafe und weiteren Nutztiere besteuert – ein Schritt, der laut der Premierministerin eine Weltpremiere darstellt.

Hälfte der Treibhausgase in Neuseeland stammen aus der Landwirtschaft

Das Vorhaben betrifft eine große Branche, die für Neuseeland von entscheidender Bedeutung für die Ökonomie ist. Milchprodukte, eingeschlossen derjenigen, die zur Herstellung von Säuglingsnahrung in China verwendet werden, sind der größte Exportfaktor des Landes, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete.

Etwa fünf Millionen Einwohner:innen stehen rund zehn Millionen Rinder respektive Milchvieh sowie 26 Millionen Schafe gegenüber – die Hälfte aller Treibhausgasemissionen stammen nach Angaben von Expert:innen demnach von landwirtschaftlichen Betrieben.

Kühe sind Wiederkäuer, die bei ihrer Verdauung das klimaschädliche Methangas ausstoßen.
Kühe sind Wiederkäuer, die bei ihrer Verdauung das klimaschädliche Methangas ausstoßen.bild. watson / privat

Das Vorhaben soll bis 2025 in Kraft treten und Landwirt:innen dazu verpflichten, einen regulierten Preis für ihre Methan- und Kohlendioxidemissionen zu zahlen. Der Premierministerin zufolge werde das Land es so schaffen, sein gesetzliches Ziel zu erreichen: die Methanemissionen bis 2030 auf zehn Prozent unter das Niveau von 2017 zu senken.

Steuer wird auf klimabewusstem Markt zum Wettbewerbsvorteil

Damit werde die neuseeländische Agrarbranche als erste in der Welt ihre Emissionen senken und auf einem zunehmend klimabewussten Markt Wettbewerbsvorteile gewinnen. Die Höhe der geplanten Steuer steht bislang noch nicht fest.

Die aus der Besteuerung gewonnenen Abgaben sollen aber wieder in die Industrie gesteckt werden, um neue Technologien, Forschung und Anreizzahlungen für Landwirt:innen zu finanzieren. So könnten sich die Kosten für die Landwirt:innen letztlich wieder aufwiegen.

Das Vorhaben Arderns greift Pläne einer früheren Regierung von 2003 wieder auf, die das von Nutzieren bei der Verdauung ausgestoßene Methangas besteuern wollte. Denn dieses ist wesentlich klimaschädlicher als das Kohlendioxid CO2. Damals waren die Pläne gescheitert und wurden höhnisch als "Furzsteuer" bezeichnet, was allerdings irreführend ist, da Kühe das meiste Methan beim Rülpsen ausstoßen.

Laut Greenpeace-Umfrage: Mehrheit für Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse

Zwei Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher sind einer Umfrage zufolge für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf klimafreundliche pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse. In der Umfrage für die Organisation Greenpeace gaben das 67 Prozent der Befragten an. Bei denjenigen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1500 Euro im Monat war die Zustimmung mit 84 Prozent noch größer, wie die Umfrage ergab.

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