Kekse backen geht auch ökologisch – mit Backpapier-Alternativen.
Kekse backen geht auch ökologisch – mit Backpapier-Alternativen.
Bild: iStockphoto / Ivanko_Brnjakovic
Im Test

Kompostierbar, ökologisch, wiederverwendbar: Wir haben drei Backpapier-Alternativen getestet

07.08.2021, 09:5823.08.2021, 17:08

Wer sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt, weiß, dass es kaum einen Lebensbereich gibt, der nicht ein Stückchen ökologischer, grüner, nachhaltiger gestaltet werden könnte. Das gilt selbstverständlich auch für die Küche: angefangen bei veganer Ernährung, über Mülltrennung bis hin zu Lebensmitteln in Bio-Qualität.

Nicht nur das, was wir essen, sondern auch, wie wir es zubereiten, hat einen Effekt auf die Umwelt. Die drei Produkte, die in den meisten Haushalten zum Standard gehören – nämlich Alufolie, Backpapier und Frischhaltefolie – sind davon nicht ausgeschlossen. Sie alle sind energieintensiv in der Herstellung, lassen sich nicht recyceln und kaum wiederverwenden.

Zum Glück gibt es nachhaltigere Alternativen – zumindest an den Stellen, wo man klassischerweise Backpapier verwenden würde. Ich habe vegane Cookies gebacken und dabei drei ökologische Alternativen zum Backpapier getestet.

Kompostierbares Backpapier

Das erste Produkt scheint ein wahres Multitalent zu sein – es verspricht nämlich, eine Alternative zu Frischhaltefolie, Alufolie, Einschlagfolie und silikonisiertem Backpapier zu sein. Das "Compostella" ist ein Haushaltspapier, das vier Funktionen erfüllen und dabei umweltfreundlich sein soll.

Normales Backpapier ist in der Regel mit einer dünnen Schicht Silikon überzogen. Sie sorgt dafür, dass die Lebensmittel darauf nicht haften bleiben. Gesundheitsschädlich ist das zwar nicht, aber leider sorgt die wasserfeste Beschichtung dafür, dass das Backpapier nicht fürs Papierrecycling geeignet ist und im Restmüll entsorgt werden muss. Das Compostella ist dagegen silikonfrei und hat dem Hersteller zufolge keine anderen chemischen oder künstlichen Beschichtungen.

Damit die vegane Butter am Papier haftet, soll man es zuerst zerknüllen.
Damit die vegane Butter am Papier haftet, soll man es zuerst zerknüllen.
bild: watson

In der alternativen Verwendung zum Backpapier wird vom Hersteller empfohlen, das Papier zu zerknüllen, dann wieder auseinanderzufalten und mit Margarine oder Butter einzufetten – damit die Backwaren nicht am Papier heften bleiben. Das ist ein bisschen umständlich, funktioniert aber ganz gut. Ich habe Vegane Kekse mit weißer Schokolade & Macadamia nach einem Rezept des veganen Foodblogs "Zucker&Jagdwurst" darauf gebacken. Sie ließen sich nach dem Backen zwar vom Papier lösen, allerdings nicht so leicht, wie von herkömmlichen Backpapier.

Fazit

Das Compostella ist ein reines Naturprodukt und kann nach dem Gebraucht in der Bio-Tonne oder dem Kompost entsorgt werden, wo es dem Hersteller zufolge nach 12-14 Tagen verrottet – das ist natürlich super für die Umwelt. Zudem erfüllt es gleich mehrere Funktionen: Es kann als Einschlagpapier Lebensmittel frisch halten. Nassgemacht und ausgewrungen soll es sogar wie Alufolie und Frischhaltefolie verwendet werden können.

Als Backpapier-Alternative kann ich es allerdings nur eingeschränkt empfehlen. Denn dadurch, dass es keine Silikon-Beschichtung hat, lassen sich die Backwaren vom Papier (selbst wenn es mit veganer Butter eingerieben ist) etwas schwerer entfernen und durch das Zusammenknüllen und Einfetten lässt es sich nicht so gut mehrmals verwenden. Der Preis liegt bei 4,95 Euro pro Packung. Darin befindet sich eine 8 Meter lange Rolle.

Watson-Bewertung: 3,5 von 5
Watson-Bewertung: 3,5 von 5

Dauerbackfolie

Als Nächstes teste ich die Dauerbackfolie von Tastory. Die Packung kostet zwar knapp 16 Euro, beinhaltet aber drei Folien sowie eine Hitzeschutzleiste, die sich am Backblech anbringen lässt und vor Verbrennungen schützen soll. Besonders toll an der Folie ist, dass sie sich abwaschen und dem Hersteller zufolge bis zu 500 Mal wiederverwenden lässt – sogar für die Spülmaschine ist sie geeignet!

Die dünnen Backfolien bestehen aus schwarzem Kunststoff, einer besonderen Glasfasergewebe-PTFE Mischung – die umgangssprachlich auch Teflon genannt wird. Viele Pfannen haben ebenfalls eine Teflon-Beschichtung, sie verhindert das Anheften von Lebensmitteln, ist allerdings aus ökologischer Sicht nicht ganz unbedenklich.

Ökotest beispielsweise weist darauf hin, dass bei der Herstellung des Kunststoffs giftige Schadstoffe eingesetzt werden, die die Umwelt belasten. Zudem könne PTFE bei der Entsorgung nur verbrannt werden. Dabei entstehe giftige Flusssäure, die in den Verbrennungsanlagen neutralisiert werden muss.

Die Cookies ließen sich gut von der Matte ablösen.
Die Cookies ließen sich gut von der Matte ablösen.
bild: watson

So bedenklich die Beschichtung auch ist – sie funktioniert tadellos. Die Cookies lassen sich extrem leicht ablösen und die Reinigung der Backfolie ist ebenfalls schnell gemacht. Auf der Website empfiehlt der Hersteller darüber hinaus, die Backfolie auch als Grillmatte zu verwenden. Sie würde verhindern, dass das Grillgut durch das Gitter oder den Grillrost fällt – zugleich tropft die Marinade nicht auf die Flammen und der Grillrost wird nicht dreckig.

Fazit

Die Backfolien sind super leicht zu gebrauchen und zu reinigen, außerdem lassen sie sich oft wiederverwenden und sind durch ihre Langlebigkeit eine umweltschonende Alternative zum Einwegprodukt. Auch der Preis wird durch die Wiederverwendbarkeit gerechtfertigt.

Zudem sind die Folien sowohl Plastik- als auch BPA-frei. Das bedeutet, dass in ihnen kein Bisphenol A enthalten ist – ein Weichmacher in Kunststoffen und Harzen, der sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Umwelt schädlich ist. Das Teflon-Material ist allerdings trotzdem nicht ganz unbedenklich.

Watson-Bewertung: 4 von 5
Watson-Bewertung: 4 von 5

Silikonmatte

Ein ganz besonderes Design hat die Backpapier-Alternative von Tchibo: mit ihren grünen Noppen sticht diese Dauerbackmatte klar heraus. Aber warum diese besondere Form? Die Noppenstruktur soll für eine optimale Luftzirkulation sorgen, zudem kann Öl zwischen den Noppen abtropfen, sodass fettarm gebacken und gegart wird.

Die Backmatte besteht zu 100 Prozent aus Silikon – dieses Material ist zwar schwer biologisch abbaubar, aber auch extrem robust und langlebig. Deshalb kann die Backmatte sehr oft wiederverwendet werden. Genauso wie die Teflon-Backfolie kommt auch die Backmatte ohne Hinzugabe von Fett aus, muss also nicht eingeölt werden oder dergleichen.

Für meine Cookies war die Noppenstruktur etwas hinderlich: denn die Teigklumpen wären darauf vermutlich zerlaufen und es hätten sich keine glatten Cookies gebildet. Deswegen habe ich die Matte stattdessen mit einer veganen Tiefkühlpizza getestet. Der Boden wurde auf jeden Fall kross und die Backmatte ließ sich easy reinigen – sie ist außerdem spülmaschinenfest.

Die Silikonmatte von Tchibo hat viele Noppen.
Die Silikonmatte von Tchibo hat viele Noppen.
bild: watson

Ein negativer Punkt geht allerdings an die Größe der Matte: mit den Maßen 39 x 27,5 cm ist sie ziemlich klein. Für die Pizza war das okay, aber wenn man zum Beispiel Ofengemüse machen möchte und das ganze Backblech bedecken wollen würde, wäre die Matte schlicht zu klein.

Fazit

Für knapp 10 Euro kann man die Dauerbackmatte aus Silikon bei Tchibo bestellen. Dafür, dass sie ziemlich klein ist und in der Verpackung auch wirklich nur eine Matte ist, scheint der Preis ein bisschen zu hoch, gerade im Vergleich zur Dauerbackfolie von Tastory. Allerdings ist Silikon nicht so umweltbelastend wie Teflon, weshalb die Backmatte etwas ökologischer ist.

Die Noppenstruktur erfüllt bei den richtigen Lebensmitteln ihren Zweck, macht die Matte jedoch gleichzeitig für andere Lebensmittel ungeeignet – klarer Minuspunkt.

Watson-Bewertung: 3 von 5
Watson-Bewertung: 3 von 5

Welche Alternative lohnt sich am meisten?

Dass nach ökologischen Alternativen zu Backpapier geforscht wird, ist super – denn jegliche Form von Einwegprodukten sollten der Umwelt zu Liebe vermieden werden und in der Regel wird Backpapier nur ein- oder zweimal verwendet. Außerdem ist es wegen seiner Antihaftbeschichtung nicht recycelbar – anders als das "4 in 1"-Hausthaltspapier von Compostella, das sich problemlos in der Bio-Tonne oder dem Kompost zersetzt. Da es sich dabei um ein reines Naturprodukt handelt, ist es wohl das nachhaltigste von allen getesteten Produkten. Es ist jedoch auch das Umständlichste im Gebrauch, weil es zunächst zerknüllt und eingefettet werden muss, außerdem blieb selbst nach diesem Vorgang der Teig der Kekse noch ein wenig am Papier haften.

Die Silikonmatte von Tchibo sieht zwar cool aus, lässt sich wiederverwenden und gestaltet das Backen und Kochen durch die Noppenstruktur automatisch fettarm – genau diese Form macht sie aber eben auch ungeeignet für manche Lebensmittel. Außerdem ist sie etwas zu teuer und zu klein.

Der Gewinner ist für mich deshalb die Dauerbackfolie von Tastory. Obwohl das PFTE-Material, aus dem die Folien bestehen nicht per se gut für die Umwelt sind, lassen sich die Folien extrem oft verwenden und der Verbrauch dieses Materials wird dementsprechend sehr gering gehalten. Zudem lassen sich die Folien super reinigen, die Cookies blieben nicht daran haften und auch preislich lohnt sich die Packung mit drei Folien am meisten.

Gute Nachricht

Gut für Luft und Klima: Berlin will Gebäude stärker begrünen

Die Berliner Landesregierung will Gebäude stärker begrünen und ändert dazu die Bauordnung. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jetzt beschlossen, wie der Senat mitteilte. Der Entwurf sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2024 ein Fünftel eines neu zu bebauenden Grundstücks zu begrünen ist.

Sollte dies nicht möglich sein, muss die Begrünung über die Fassade oder das Dach erfolgen. Neue Dächer mit einer Neigung von bis zu zehn Grad sind demnach ab dann grundsätzlich zu begrünen.

Der weiterhin hohe …

Artikel lesen
Link zum Artikel