Svenja Schulze (SPD), Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, steht in der Rochauer Heide in einem kommunalen Wald. Dabei handelt es sich um ein Waldgebiet, das derzeit umgebaut wird, um es gegenüber den Folgen des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen. Die Ministerin ist auf zweitägiger Sommerreise in Brandenburg unterwegs.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) fordert ein Umdenken bei der Waldförderung. Bild: dpa / Soeren Stache

Forderung der Bundesumweltministerin: Staat soll nur noch Umbau zu klimastabilen Wäldern fördern

Angesichts wachsender Klimaschäden in den Wäldern fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein Umdenken bei der Waldförderung. Der Waldumbau solle nur dort gefördert werden, wo nicht allein die Holzgewinnung im Vordergrund steht, sagte Schulze der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch. Die Schäden in den Wäldern seien nach mehreren Dürresommern historisch: "Nur noch jeder fünfte Baum ist gesund, das ist ein Alarmsignal."

Das Bundeskabinett berät am Vormittag über den neuen Waldbericht der Bundesregierung. Der Bericht zeige: "In naturnahen Mischwäldern geht es den Bäumen besser", sagte Schulze. Sie schlussfolgert daraus, dass der Staat gezielt den Umbau hin zu solchen klimastabilen Wäldern fördern soll. Es gehe darum, "weg von anfälligen Monokulturen hin zu naturnahen Mischwäldern" zu kommen, die auch die nächste Dürre überstehen. Wälder seien mehr als nur Holzproduzenten.

Der Waldbericht der Bundesregierung wird im Abstand von mehreren Jahren vorgestellt – zuletzt 2017. Die Neuauflage umfasst damit die Entwicklungen der in weiten Teilen Deutschlands sehr trockenen Sommer 2018, 2019 und 2020.

Der Leiter des Deutschen Dürremonitors beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Andreas Marx, sagte der Zeitung, die Situation habe sich nur oberflächlich betrachtet verbessert: "Für die Landwirtschaft ist 2021 kein ausgeprägtes Dürrejahr. Für die Forstwirtschaft sieht das anders aus." In den oberen Bodenschichten sei zwar genügend Wasser vorhanden. "Aber ab 1.50 Meter Tiefe sind die Böden vielerorts immer noch knochentrocken." Das mache den Bäumen nach wie vor zu schaffen.

(fgr/afp)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Gute Nachricht

Bye bye Plastikgeschirr: Deutschland verbietet Kunststoff-Einwegprodukte

In Deutschland und vielen anderen Ländern tritt eine EU-weite Regelung in Kraft, die den Verkauf von Plastikgeschirr verbietet. Das betrifft Wegwerfprodukte wie Einmalbesteck und -teller, aber auch Trinkhalme, Rührstäbchen, kosmetische Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik. Beschlossen wurde dieses Verbot bereits 2019, doch erst seit 3. Juli wird aus der Theorie Realität.

Das Ziel der Richtlinie sei der Schutz der Umwelt und des Meeres vor Plastikmüll und Mikroplastik. Laut dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel