Nachhaltigkeit
a Ice enpalled naldo, ice breaking ship.

Das freigesetzte Methangas könnte die Erderwärmung enorm beschleunigen. Bild: iStockphoto / LYagovy

Eis auf sibirischem Meeresboden taut wohl: Warum das den Klimawandel enorm befeuert

Die Gletscher schmelzen, die Permafrostböden tauen, das Packeis wird dünner: Aus der Arktis kommen in den vergangenen Jahren mehr und mehr negative Nachrichten. Dem britischen "Guardian" zufolge haben Wissenschaftler jetzt eine Entdeckung gemacht, die mindestens genauso alarmierend ist: Sie haben vor der sibirischen Küste eine erhöhte Methankonzentration in 350 Metern Tiefe gemessen. Das könnte darauf hindeuten, dass auch das Eis am Meeresboden bereits taut – denn dabei wird Methan frei und steigt nach oben. Die Messungen sind demnach zwar nur vorläufiger Natur. Die vier bis achtmal höhere Methankonzentration in der Laptewsee deute aber in eine klare Richtung.

Die gefrorenen Methanvorkommen im Arktischen Ozean werden als der "schlafende Riese des Kohlenstoffkreislaufs" bezeichnet. Denn über 20 Jahre hinweg betrachtet erhitzt Methan, das bereits aus den Permafrostböden auf dem Land der Arktis entweicht, die Atmosphäre 80 Mal so stark wie Kohlenstoffdioxid. Für den Kampf gegen den Klimawandel wäre das Freisetzen des Gases daher fatal. Der United States Geological Survey hat die Destabilisierung der arktischen Hydrate bereits als eines der vier schwerwiegendsten Szenarien für einen abrupten Klimawandel benannt.

Das Schmelzen des Eises wird von warmen Meereströmungen verursacht

Momentan liefert das Methan den Wissenschaftlern zufolge zwar nur einen minimalen Beitrag zum Klimawandel. Der Prozess habe nun aber begonnen und werde weitergehen. Die Befürchtung: Der "Wendepunkt" könnte erreicht sein. Verursacht wurde das Schmelzen des Eises auf dem Meeresgrund demnach durch eine warme atlantische Meeresströmung – die durch vom Menschen verursachte Klimastörungen angeheizt wird.

Auch sonst ist es in der Region bereits deutlich wärmer: Die Temperaturen in Sibirien lagen in diesem Jahr dem "Guardian"-Bericht zufolge von Januar bis Juni fünf Grad über dem Durchschnitt. Wenig überraschend also, dass das Meereis des vergangenen Winters besonders früh schmolz und in diesem Winter noch gar nicht begonnen hat, sich zu bilden – so spät war das bislang noch nie der Fall.

(ftk)

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