Das Energiesparpotenzial im Büro wird oft unterschätzt.
Das Energiesparpotenzial im Büro wird oft unterschätzt.Bild: getty images / jacoblund
Nachhaltig leben

Grün gespart: 5 Tipps für einen nachhaltigeren Büro-Alltag

12.05.2022, 15:5116.05.2022, 15:14
Saskia Papenthin
Saskia Papenthin
Folgen

Wer im Büro oder im eigenen Home Office arbeitet, weiß: Hier wird viel Energie verbraucht und gebraucht. Wir nutzen Computer, Drucker und Kopierer zum Arbeiten, die Kaffeemaschine und Lampen beim Arbeiten und den Aufzug oder womöglich das Auto für den Weg. Durch die Pandemie und den ersten Lockdown ist vielen erst einmal vor Augen geführt worden, wie viel Energie für den Büroalltag nötig ist – und dass hier durchaus Einsparpotential besteht.

1. Licht

Um nicht unnötig Strom für die Beleuchtung zu verschwenden, sollten LEDs statt Halogen-Lampen verwendet werden. Die Beleuchtung ist im Büro ein großer Kostenpunkt. Durch das Ersetzen der stromfressende Halogenleuchten durch LED-Lampen, kann man wesentlich effizientere Leuchtmittel nutzen. In größeren Unternehmen ist es gut, wenn sich Deckenlampen einzeln schalten lassen und so eine intelligentere Lichtsteuerung möglich ist. Solange es draußen hell ist, wird auch oftmals gar kein künstliches Licht benötigt, man kann es einfach abgeschaltet lassen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, nicht das Licht beim Verlassen der Büroräume brennen zu lassen. Noch besser: In den Fluren, Toiletten und der Küche das Licht mit einem Bewegungsmelder versehen, es schaltet sich nach kurzer Zeit automatisch aus.

2. Drucker und Kopierer

Besonders Kopierer verbrauchen sehr viel Strom. Auch im Stand-by-Modus ist ein Kopierer ein richtiger Stromfresser, er verbraucht dann fast genauso viel Strom wie im Betrieb, denn er hält die ganze Zeit die Druckwalze warm. Kopierer sollte man im besten Fall also ausschalten, wenn sie eine längere Zeit nicht benötigt werden.

Am besten genutzt ist ein Drucker in einem Multifunktionsgerät und so selten wie möglich.
Am besten genutzt ist ein Drucker in einem Multifunktionsgerät und so selten wie möglich. Bild: getty images / A stockphoto

Wünschenswert ist es, einen Netzwerkdrucker für alle zu verwenden. Jeden Arbeitsplatz mit einem Drucker auszustatten ist Geld- und Energieverschwendung. Noch besser ist es, wenn ein Multifunktionsgerät, was Drucker, Kopierer, Scanner und Fax in einem ist, genutzt wird. Wenn bei der Anschaffung dann auch noch auf die Energieeffizienz geachtet wird, ist schon viel Einsparpotenzial genutzt. Weniger zu drucken, wäre natürlich am sparsamsten: Es hilft also öfter mal zu bedenken, ob man das Dokument wirklich unbedingt ausdrucken muss – oder ob die Weitergabe und Verarbeitung der allermeisten Dokumente nicht auch digital als PDF erfolgen kann. Wenn es aber nicht anders geht, sollte Recyclingpapier verwendet werden.

3. Computer

Bei der Nutzung von Computern wird empfohlen, von einem Desktop-PC auf einen Laptop umzusteigen, denn diese haben einen 50 Prozent geringeren Stromverbrauch. Dabei sollte die Nutzung von Bildschirmschonern vermieden werden und um nicht unnötig Energie zu verbrauchen, sollte man während Pausen den Computer in den Ruhezustand versetzen und den Monitor abschalten. So ist der Rechner schnell wieder einsatzbereit und verschleißt nicht so schnell. Bei längerer Nichtnutzung sollte er heruntergefahren werden. Ladekabel sollten nur in der Steckdose stecken, wenn sie benötigt werden, sonst ziehen sie unnötig Strom. Empfehlenswert ist eine Steckerleiste, um zum Feierabend leicht alle Geräte vom Strom nehmen zu können.

4. Büroküche

Auch in der Küche des Büros lassen sich viele Energiefresser finden. Statt Elektrokochfelder zum Erwärmen von Essen zu bemühen, sollte man sich für die Mikrowelle oder Induktionskochplatten entscheiden. Das spart Strom und geht schneller. Für das meist eher leicht verschmutzte Geschirr einer Büroküche reicht das Ecoprogramm des Geschirrspülers. Man sollte auch darauf achten, dass dieser nur voll beladen angeschaltet wird. Ein echter Stromfresser ist die Heizplatte der Kaffeemaschine, zum Warmhalten kann gut eine Thermoskanne genutzt werden.

5. E-Mails

Meistens wird unterschätzt, wie viel CO2 der Austausch von Daten ausstößt. Nur weil weltweit ständig 45 Milliarden Server in großen Rechenzentren im Einsatz sind, ist der Datenaustausch rund um die Uhr möglich. Diese Server verbrauchen sehr viel Energie und setzten Wärme frei, das kostet zusätzlich Strom und Wasser, um die Kühlung der Server sicherzustellen. Das Versenden und Empfangen von einer einfachen E-Mail ohne Anhang verursacht schon etwa zehn Gramm CO2. Man stelle sich da nur vor, welche Kosten die vielen Mails, die wir täglich versenden und empfangen, für die Umwelt darstellen. Von Mails mit angehängten Bildern, Videos, Dokumenten oder gar Newsletter ganz zu schweigen. Besonders viel Energie kostet auch das lange Speichern von E-Mails.

Ein Lösungsversuch: Man sollte möglichst komprimiert größere Datenmengen versenden, oft den Papierkorb leeren, einen Spamfilter einrichten, automatische Benachrichtigungsmails deaktivieren und Newsletter abmelden. Zum Schluss hilft oft einfach: Mails einfach seltener und bewusster verfassen.

(sp)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Erholte Population: Braunbären, Wölfe und Seeadler sind zurück in Europa

Forschende haben Daten zu 50 Wildtierarten analysiert, bei denen über die letzten 40 Jahre die geografische Verteilung und Populationsgröße gestiegen ist. Im "European Wildlife Comeback"-Bericht legen sie dar, dass sich eine überwiegende Mehrheit der Arten aufgrund der Bemühungen, Lebensräume wiederherzustellen und durch Wiederansiedlung erholt hat.

Zur Story