Vegan
Im Januar 2023 beginnt die Veganuary-Challenge international zum zehnten Mal. Watson erklärt euch, was ihr darüber wissen müsst.Bild: Pexels / Geraud Pfeiffer
Vegetarisch & vegan

Veganuary 2023: Was ist das – und was bringt vegane Ernährung wirklich?

31.12.2022, 13:39

Stell dir vor, wir überwinden die Klimakrise.

Stell dir vor, kein Tier müsste mehr in der Massentierhaltung leiden.

Stell dir vor, wir könnten friedlich zusammen leben – denn es wäre genug Essen für alle da.

Mit diesen Traumvorstellungen, die jedoch real werden könnten, startet der Veganuary 2023 in eine neue Runde.

Was ist der Veganuary?

Mit Veganuary ist die Neujahrs-Challenge gemeint, bei der die Teilnehmer:innen für den ersten Monat des neuen Jahres sich selbst herausfordern, vegan zu leben – also einen Monat lang ohne Fleisch und tierische Produkte zu schaffen. Gegründet wurde die Aktion 2013 von der gleichnamigen, gemeinnützigen Organisation Veganuary im Vereinigten Königreich. Sie hat seitdem aber in Ländern weltweit Kampagnen gemacht. Zuletzt liefen unter anderem offizielle Kampagnen in Indien, aber auch in traditionell fleischlastigen Ländern wie den USA, Chile, Argentinien und Brasilien. 2023 feiert der Veganuary damit international seinen 10. Geburtstag.

Ihr Ziel blieb dabei bis heute gleich: Menschen und Unternehmen gleichermaßen beim Wechsel hin zu einer pflanzlichen Ernährung unterstützen, sowohl im Januar, als auch für den Rest des Jahres. Dabei soll vor allem ein klares Verständnis von Veganismus bei möglichst vielen Menschen ankommen:

  1. Dass eine vegane Ernährung eine der effektivsten Maßnahmen ist, um die Umwelt zu schützen.
  2. Vegane Ernährung hilft, Tierleid zu vermeiden.
  3. Sie hilft, den Klimawandel aufzuhalten.
  4. Und sie kann die Gesundheit von Millionen Menschen verbessern.

Was bringt der Veganuary?

Vor allem aber soll die Bewegung einen Masseneffekt in den Gewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher herbeiführen: Weg von tierischen, hin zu pflanzlichen Produkten.

Darauf liegt der Fokus im Januar. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich viel in der veganen Bewegung getan: Nicht nur haben immer mehr Leute an der Challenge mitgemacht – über 629.000 registrierte Teilnehmende in 2022 in inzwischen 228 Ländern und Regionen weltweit. Darunter sind verschiedenste Influencer:innen, Köch:innen, berühmte Schauspieler:innen oder Sänger:innen, die sich und Millionen von anderen Menschen mit veganen Rezepten und Gerichten begeistern und in den letzten Jahren für einen anhalten Medienrummel sorgten.

Veganuary: Wer macht mit?

Aber auch eine Vielzahl von Unternehmen ist dabei: Große Modefirmen wie House of Sunny oder Ecoalf gehen mit rein veganen Outfits und Schuhen in ein neues Mode-Zeitalter, für das Tiere nicht leiden müssen.

Auch haben sich bereits rund hundert Unternehmen zur Teilnahme am Veganuary 2023 verpflichtet, gegenüber 85 im Jahr 2022 und 30 im Jahr 2021, wie das Magazin vegconomist berichtete. Der Trend, sich zusammen im Arbeitsteam zu challengen, verbreitet sich aktuell zunehmend auch in Deutschland.

Veganuary soll Systemwandel in Landwirtschaft und Industrie erreichen

Aber ganz grundsätzlich ist der Veganuary als Anstoß gedacht: Als Auftakt, die gewohnten Lebens- und Essgewohnheiten infrage zu stellen und vegan vielleicht nicht nur auf einen Monat begrenzt auszuprobieren. Manche schaffen es auch, danach umweltbewusster mit den eigenen Entscheidungen unsere Welt mitzugestalten.

Denn Prognosen zufolge steigt die Weltbevölkerung bis 2050 auf über 10 Milliarden Menschen an – die alle irgendwie mit Essen versorgt werden müssen. Gleichzeitig sollen die Emissionen der Landwirtschaft um bis zu 87 Prozent steigen. Viele Studien, wie unter anderem die renommierte EAT Lancet Kommission zeigen, dass sich eine mindestens 50-prozentige Umstellung aller Menschen auf eine rein pflanzliche Ernährung lohnen würde, um eine Versorgung der Weltbevölkerung zu sichern. Mit der sogenannten "Planetary Health Diet" würden wir also nicht nur gesünder essen, sondern auch dem Klimawandel, Artensterben und Hungersnöten entgegenwirken.

Die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung sind zwei Handlungsfelder, bei denen viel Optimierungspotenzial vorhanden und bitter nötig ist. Doch nur, wenn immer mehr Menschen durch ihrer Kaufentscheidung im Supermarkt der Ernährungsindustrie direkt zeigen, dass pflanzliche stärker als tierische Produkte nachgefragt sind, wird sich auch politisch und wirtschaftlich wirklich etwas verändern in der Landwirtschaft und Essensbranche.

Supermarkt: Lidl fördert nachhaltige Ernährung – mit neuen veganen Produkten

In den letzten Jahren hat Lidl mit seiner veganen Eigenmarke Vemondo zahlreiche Fans gewonnen. Denn die pflanzlichen Produkte sind günstiger als vegane Markenprodukte, schmecken aber oft genau so gut. Die Auswahl ist groß – und soll jetzt noch erweitert werden.

Zur Story