ILLUSTRATION - Eine Frau legt am 23.07.2020 in Hamburg in einem Park Gemuesespiesse auf einen heissen Grill, waehrend im Hintergrund zwei Freunde sitzen (gestellte Szene). Foto: Christin Klose || Mode ...
Was kommt auf den Grill? Und welches Gerät ist am umweltfreundlichsten? Wir haben Tipps gesammelt.Bild: dpa Themendienst / Christin Klose
Vegetarisch & vegan

Grillen, aber nachhaltig: 10 Tipps, wie du umweltfreundlich brutzeln kannst

01.05.2022, 13:40
Saskia Papenthin
Saskia Papenthin
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Wenn die Temperaturen steigen, es abends länger hell bleibt und das Wochenende vor der Tür steht, ist für viele klar: Es wird gegrillt! Die Parks und Gärten sind erfüllt von einem würzigen Geruch, doch leider werden sie auch immer wieder zugemüllt. Pappteller, leere Verpackungen und Grillkohle verschmutzen die städtischen Grünflächen und belasten die Umwelt. Und fürs Klima sind die beim Grillen entstehenden Rauchwolken ein großes Problem.

Damit man auf das sommerliche Barbecue nicht gänzlich verzichten muss, haben wir zehn Tipps zusammengestellt, die das Grillen umweltfreundlicher gestalten.

1. Tipp: Zertifizierte Holzkohle verwenden

Woher Holz genau stammt, ist oft schwer nachzuvollziehen – sowohl bei Möbeln als auch bei Holzkohle. Oftmals wird beim Grillen nämlich Tropenholz aus Südamerika und Afrika verbrannt. Dafür werden Wälder gerodet, die für unser Klima einen wertvollen Beitrag leisten. Der NABU empfiehlt deshalb, Holzkohle aus heimischem Laubholz zu verwenden. "Hilfreich können hier die FSC oder Naturland-Siegel sein. Sie stehen für eine nachhaltige Forstwirtschaft und die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien bei der Herstellung", sagt Michael Dommel vom NABU.

Noch besser sind übrigens klimaschonende Kohlevarianten, für die kein Holz verwendet wurde – zum Beispiel Grillkohle aus Kokosnussschalen oder aus Olivenkernen.

2. Tipp: Auf Einweggrills verzichten

Was auf dem Einweggrill zubereitet wird, verbrennt meistens schnell, weil das Grillgut zu nah an der Kohle liegt. Das schmeckt nicht nur schlecht, sondern lässt auch gefährliche, krebserregende Stoffe entstehen. Trotzdem wird der Einweggrill immer wieder verwendet, weil er – so wie alle Einwegprodukte – nach dem Benutzen nicht gereinigt werden muss, sondern einfach in der Tonne landet.

Für die Umwelt ist das natürlich ein ziemliches Fiasko, zumal der Grill hauptsächlich aus Aluminium besteht, das in der Herstellung extrem klimaschädlich ist. Außerdem wird der Grill in der Regel direkt auf der Wiese abgestellt – das Stück Boden darunter verbrennt mit ziemlich großer Sicherheit. Auf den Einweggrill sollte man deswegen am besten generell verzichten.

3. Tipp: Vegetarisch oder vegan grillen

Laut Umweltbundesamt werden etwa 95 Prozent der beim Grillen anfallenden klimarelevanten Emissionen durch das Grillgut verursacht. Wer weniger CO₂ verursachen will, sollte also die Finger vom Rinderfilet lassen und stattdessen pflanzlich Grillen. Frisches Gemüse aus der Region ist der klimafreundlichste Snack, aber auch Veggie-Ersatzprodukte sind Fleisch und Wurst haushoch überlegen im Hinblick auf die bei der Herstellung entstehenden Emissionen.

"Veganes Grillgut hat immer eine bessere Klimabilanz als das tierische Pendant", sagt Bettina Eick, Fachreferentin für Ernährung bei PETA Deutschland, gegenüber watson. Der Grund: "Die landwirtschaftliche Tierhaltung – und damit der Konsum tierischer Produkte wie Grillwürstchen und Fleisch – gehört zu den Hauptverursachern der größten Umweltprobleme unserer Zeit."

Tierische Produkte haben Eick zufolge nichts auf dem Grill verloren, "weil sie umwelt- und klimaschädlich sind, unfassbares Tierleid mit sich bringen und der Konsum von tierischen Produkten gleichzeitig das Risiko für Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erhöhen kann." Angesichts der stetig wachsenden Auswahl an pflanzlichen Alternativen sollte man es definitiv mal mit einer veganen Bratwurst oder ähnlichem probieren!

4. Tipp: Essen nicht anbrennen lassen

Dieser Tipp scheint vielleicht zunächst überflüssig – denn wer isst schon gerne angekokelte (Veggie-)Würstchen? Doch das Umweltbundesamt weist explizit darauf hin, dass schwarze Krusten auf dem Grillgut krebserregende Stoffe enthalten. Sie entstehen vor allem dann, wenn Fett oder Bier in die Kohleglut tropfen und sich der aufsteigende Rauch auf das Gegrillte legt. Damit das nicht passiert, wird das Verwenden von (idealerweise wiederverwendbaren) Grillschalen empfohlen. Das Ablöschen mit Bier ist ebenfalls eine schlechte Idee!

5. Tipp: Mehrweggeschirr verwenden

Wer nicht im eigenen Garten, sondern beispielsweise im Park oder beim Camping grillt, greift wahrscheinlich schnell zu Geschirr aus Pappe und Besteck aus Plastik. Der Umwelt zuliebe sollte man jedoch sein Mehrweggeschirr einfach mit einpacken, denn jedes Teil, das wir nur kaufen, um es nach der Benutzung wieder wegzuwerfen, schadet dem Planeten erheblich. Nicht umsonst quellen die Mülleimer in Parks an langen Sommertagen oft über.

6. Tipp: Alu vermeiden

Aluminium ist in der Beschaffung und Produktion sehr schädlich für das Ökosystem. Unter hohem Energieaufwand wird im Tagebau meist zulasten des Regenwaldes Erz abgebaut. Später bei der Produktion entsteht sogenannter "Rotschlamm", ein giftiges Abfallprodukt, dass mit Schwermetallen belastet ist und nicht weiterverarbeitet werden kann. Häufig wird der Schlamm einfach in Gewässer geleitet.

Alufolie ließe sich theoretisch recyceln, allerdings nicht, nachdem sie beim Grillen genutzt und stark verschmutzt wurde. Auch mehrfach verwendbares Aluzubehör sollte gemieden werden, denn das Aluminium kann sich besonders bei salzigen und sauren Speisen in den Nahrungsmitteln ablagern. Es gibt aber viele Alternativen: Grillschalen und -spieße aus Edelstahl, Grillbretter aus Holz oder gusseiserne Pfannen und sogar biologische Alternativen wie Gemüseblätter können verwendet werden.

7. Tipp: Keine chemischen Anzünder verwenden

Chemische Grill-Anzünder riechen nicht nur unangenehm und sind gefährlich, weil sie das Feuer unkontrollierbar machen können. Sie sind auch gesundheitsschädlich und potenziell krebserregend, aufgrund der Stoffe, die sie beim Verbrennen freisetzen. Um nachhaltig zu grillen, sollte man auf natürliche Grill-Anzünder ausweichen.

Kaminanzünder aus Holz in Verbindung mit Wachs sind eine Alternative. Es gibt auch FSC-verifizierte Produkte oder flüssige Grill-Anzünder auf Pflanzenbasis und man kann nachhaltige Grill-Anzünder auch einfach selbst machen, wie Utopia zeigt. Hierbei spart man Geld, kann alte Wachsreste verwerten, vermeidet Erdölprodukte und man spart den Plastikmüll durch das Verpackungsmaterial.

8. Tipp: Müll richtig entsorgen

Selbst nach viel Müllvermeidung durch die oben genannte Tipps bleibt ein wenig Abfall nicht aus. Am wichtigsten dabei: nichts zurücklassen! Sollten keine Abfalleimer in der Nähe sein, sollte der Müll zu Hause entsorgt werden, denn sonst kann er Wildtieren oder der Natur schaden.

Die Gefahr bei Glasscherben besteht zum Beispiel nicht nur in der Verletzungsgefahr von Tieren oder Mitmenschen, sie können als Brennglas für schwere Brände sorgen. Die Glut sollte ebenfalls entsorgt und auf keinen Fall verlassen werden, ohne sie vorher zu löschen. Übrig gebliebenes Grillgut wird am besten in einem Behälter mit nach Hause genommen.

9. Tipp: Grillrost natürlich säubern

Nach dem Schlemmen den Grillrost zu reinigen, ist eine durchaus lästige Arbeit – doch sie muss nicht auch noch der Umwelt schaden. Chemische Putzmittel mögen zwar effektiv sein, enthalten aber oft bedenkliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Ammoniak oder Propylene Glycol. Utopia empfiehlt deshalb ein natürliches Scheuermittel, das sich mit nur drei Zutaten selbst herstellen lässt.

100g Natron, 1 EL Salz und 1 EL Zitronensäure ergeben zusammen ein Pulver, das sich perfekt für ökologischen Reinigung eignet. Den Grillrost dafür zunächst in Wasser einweichen, dann mit dem Pulver bestreuen, abschrubben und noch einmal mit klarem Wasser abspülen – fertig!

10. Tipp: Kaputten Grill reparieren, anstatt einen neuen zu kaufen

Was den Grill betrifft, sollte man einen Mehrweggrill verwenden. Einweggrills sind viele Jahre sehr beliebt gewesen, weil bei diesen für viele das Preisleistungsverhältnis gestimmt hat. Mehrweggrills gibt es inzwischen auch schon in sehr handlichen Formaten. Gut geputzt und gelegentlich repariert, leisten sie einem über viele Jahre gute Dienste. Wer die Anschaffung scheut, kann sich einen Grill auch mit mehreren teilen. Für viele kleine Grills gibt es auch immer mehr praktisches Mehrweg-Grillzubehör, das die Möglichkeiten leckerer und nachhaltiger Grillsessions immer einfacher macht.

Grills der Marke "Weber" könnt ihr in eurer Nähe von Service-Partnern sogar professionell reinigen, inspizieren und reparieren lassen – damit ihr so lange wie möglich etwas von dem Gerät habt. Die Garantie gilt bis zu 10 Jahre lang und während der eigene Grill in Reparatur ist, kann man sogar einen anderen Grill ausleihen!

Da Grillen am meisten Spaß macht, wenn man es gemeinsam mit Freunden und Familie macht, kann sich auch eine gemeinsame Anschaffung von einem guten Grill lohnen. So schont ihr die Umwelt, müsst weniger bezahlen, und greift vielleicht im Sommer öfter zum Telefon, um mal wieder eine Grillparty zu veranstalten!

Neue Kosmetik-Linie von NYX – mit einem besonderen Nebeneffekt

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