Panorama
LGBTQIA+

Theater Vorpommern schmeißt lesbisches Paar nach Kuss raus

Theater Vorpommern, Stralsund, Hansestadt, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Europa *** Theater Vorpommern, Stralsund, Hanseatic City, Mecklenburg-Western Pomerania, Germany, Europe Copyright: imag ...
Bei einer Abendvorstellung im Theater Stralsund kam es zu einem Vorfall, der für Aufruhr auf Social Media sorgt.Bild: imago images / imagebroker
Panorama

Theater Vorpommern schmeißt lesbisches Paar nach Kuss raus – Ex-Mitarbeiterin reagiert

05.06.2023, 16:15
Mehr «Panorama»

Die Theaterszene steht eigentlich für Offenheit, Freiheit und vor allem Toleranz in der Gesellschaft. Selbst eigene kritische Auseinandersetzungen in Form von Stücken mit Themen wie Homophobie oder Rassismus sind in vielen Häusern beliebt.

Doch dass hinter den Vorhängen mitunter andere Töne angespielt werden, ist spätestens mit der Hundekot-Attacke des Hannoveraner Ballettchefs medial bekannt geworden. In Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt ein Vorfall für Aufsehen gesorgt, der sich allerdings im Theatersaal selbst abspielte.

Neu: dein Watson-Update
Jetzt nur auf Instagram: dein watson-Update! Hier findest du unseren Broadcast-Channel, in dem wir dich mit den watson-Highlights versorgen. Und zwar nur einmal pro Tag – kein Spam und kein Blabla, versprochen! Probiert es jetzt aus. Und folgt uns natürlich gerne hier auch auf Instagram.

Im Theater Stralsund wollten zwei Frauen in der vergangenen Woche einem Philharmonie-Konzert beiwohnen. So weit sollte es jedoch nicht kommen: wegen eines Kusses des lesbischen Paares. Berichten zufolge wurden die beiden aus dem Theater geworfen. Das Theater bestätigte den Vorfall.

Mitarbeiterin reagiert auf Kuss mit Rauswurf

Andere Theaterbesucher:innen hätten sich der "Ostsee-Zeitung" zufolge über den gleichgeschlechtlichen Kuss empört und dem Paar respektloses Verhalten vorgeworfen. Eine Mitarbeiterin der Kulturstätte habe die beiden Frauen noch während der Vorstellung aus dem Haus geworfen.

Das Paar machte die diskriminierende Aktion über Social Media öffentlich und sorgte damit für viel Aufruhr. "Wo leben wir hier eigentlich?", kommentierte ein Twitter-Nutzer.

Die Geschäftsführung des Verbandes Theater Vorpommern entschuldigte sich anschließend in einer kurzen Erklärung bei Instagram. "Das Verhalten der entsprechenden Mitarbeiterin entspricht in keinster Weise der Haltung des Hauses als weltoffene, tolerante und der Diversität verpflichtete Einrichtung", hieß es.

Man werde den Vorfall aufarbeiten und sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederhole. Die Geschäftsführung habe den Betroffenen zudem ein Gesprächsangebot unterbreitet, erklärte der Pressesprecher des Theaters.

Ex-Mitarbeiterin wirft Theater Vorpommern Homophobie vor

Unter dem Post des Theaters reagierte dann am Wochenende eine nach eigenen Angaben ehemalige Mitarbeiterin des Theaters. Sie überrasche der Vorfall nicht. "Was ich dort hinter den Kulissen an Rassismus, Homophobie, Transphobie und sonstigen menschenverachtenden Äußerungen mitbekommen habe", deutet sie in einem Kommentar an.

"Wir leben wahrlich in dunklen, intoleranten und gefährlichen Zeiten", schrieb auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Niema Movassat auf Twitter. "Solange in diesem Land nicht Taliban oder ein prüdes Regime regiert, darf man sich küssen, wo man will", postulierte er.

Unter dem Namen Theater Vorpommern sind die Häuser in den Orten Greifswald, Stralsund und Putbus vereint. Finanziell werden die Häuser von den jeweiligen Landkreisen und der Stadt getragen. Von Ballett bis Schauspiel bieten die Häuser bereits seit den 1990er Jahren zahlreiche Vorstellungen für das Publikum in Vorpommern an.

Ungarn sagt Baerbock-Besuch ab: "Unvorhergesehene Änderung"
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Das ungarische Außenministerium begründet die Absage des ursprünglich für Montag geplanten Besuchs von Außenministerin Annalena Baerbock mit einer "unvorhergesehenen Änderung im Terminkalender" ihres Amtskollegen Peter Szijjarto. Das Ministerium habe deshalb Berlin ersucht, die Visite auf einen späteren, aber dennoch zeitnahen Zeitpunkt zu verschieben, teilte das Ministerium gegenüber dem ungarischen Nachrichtenportal "444.hu" mit.

Zur Story