Kernkraftwerk Leibstadt AG: Atomkraftwerk auf der Schweizer Seite des Rheins gegenüber Dogern.
Kernkraftwerk Leibstadt AG: Atomkraftwerk auf der Schweizer Seite des Rheins gegenüber Dogern.Bild: Keystone / Alexandra Wey
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Atommülllager nahe der deutschen Grenze: Sorge um Grundwasser

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11.09.2022, 10:5011.09.2022, 14:27

Steinmeier warnt vor höherer Wohnungslosigkeit

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier befürchtet aufgrund der steigenden Preise im Herbst und Winter einen Anstieg der Wohnungslosen in Deutschland. "Arme Menschen, gerade auch Familien, die wegen der steigenden Preise ihre Miete oder ihre Nebenkosten nicht mehr bezahlen können, drohen ihre Wohnung zu verlieren", sagte der Politiker am Sonntag bei einer Rede im Schloss Bellevue. Der Bundespräsident hatte zum Tag der Wohnungslosigkeit unter anderem Politiker, Ärztinnen, Vertreter der Wohnungswirtschaft sowie ehemalige Wohnungslose in seinen Amtssitz eingeladen.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) wies dabei darauf hin, dass es weder die Kommunen noch die Länder oder der Bund alleine schaffen können, die Wohnungslosigkeit zu bekämpfen. "Wir müssen beispielsweise mit dem Innenministerium reden, wie schaffen wir eine bessere Gewaltprävention für Menschen auf der Straße?", sagte die Politikerin. Zuvor hatte der Bundespräsident eine Einrichtung der Berliner Stadtmission besucht, wo er bei Kaffee und Frühstück mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sprach.

Kritik an Schweizer Atommülllager nahe der deutschen Grenze

Die Entscheidung der Schweiz für den Standort ihres Atommüll-Endlagers nahe der baden-württembergischen Ortschaft Hohentengen ist auf beiden Seiten der Grenze skeptisch aufgenommen worden. Das Gebiet Nördlich Lägern war vor einigen Jahren als eher nicht geeignet eingestuft worden, wurde nun aber doch unter den drei verbliebenen Standorten ausgewählt, wie die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) am Samstagabend mitteilte. Zudem ist am 15. September eine Informationsveranstaltung in Hohentengen geplant, in der die Nagra ihre Entscheidung vor Ort erklären will.

Baden-Württemberg pocht auf den Schutz der in der Region lebenden Bürger. Landes-Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) teilte am Sonntag in Stuttgart mit: "Der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor radioaktiver Strahlung muss gewährleistet sein, insbesondere aber auch der Grundwasserschutz." Walker sagte, man nähme die Pläne zur Kenntnis und werde sie nun vertieft prüfen. Der Standort Nördlich Lägern liege in unmittelbarer Grenznähe insbesondere zum Landkreis Waldshut, aber auch zu den Kreisen Lörrach, Konstanz und dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Somit leiste die baden-württembergische Bevölkerung einen großen Beitrag zur Endlagerung des schweizerischen Atommülls. "Dies muss sich aus unserer Sicht zwingend adäquat bei den anstehenden Abgeltungsverhandlungen niederschlagen", sagte Walker.

und mittelradioaktive Abfälle. Für den Bau des Endlagers ist ein langes Genehmigungsverfahren vorgesehen. Wenn alles glatt geht, könnte er 2031 beginnen. Die mehrjährige Einlagerung begänne dann etwa 2050.

Parlamentswahl in Schweden begonnen

In Schweden hat am Sonntag die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Die Wahllokale sind noch bis 20 Uhr geöffnet – unmittelbar danach wird mit ersten Prognosen gerechnet. Erste Teilergebnisse sollten im Laufe des Abends von der Wahlbehörde veröffentlicht werden.

Umfragen deuteten auf ein sehr enges Kopf-an-Kopf-Rennen der politischen Lager hin. Die Sozialdemokraten dürften erneut stärkste Kraft werden, doch für Mehrheiten im Reichstag von Stockholm sind sie bislang auf Unterstützung von Zentrumspartei, Linken und Grünen angewiesen. Bewahrheiten sich die Umfragen, könnte sie jedoch auch zum ersten Mal von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten überholt werden. Wie bereits nach der Reichstagswahl vor vier Jahren wird angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse mit einer langen und komplizierten Regierungsbildung gerechnet.

Erster öffentlicher Blick auf Queen-Sarg in Schottland

Tausende Menschen haben sich am Sonntag in Schottland an den Straßen versammelt, um einen ersten Blick auf den Sarg der gestorbenen Königin Elizabeth II. zu werfen. Er ist um 10 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) aus dem Ballsaal von Schloss Balmoral getragen worden und wird in einem Wagen langsam in die schottische Hauptstadt Edinburgh gefahren. Die ersten Menschen kamen bereits am frühen Morgen mit Picknick-Stühlen zu der Strecke. Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf Schloss Balmoral in den schottischen Highlands gestorben.

Der Sarg der Queen verlässt Schloss Balmoral.
Der Sarg der Queen verlässt Schloss Balmoral.Bild: www.imago-images.de / imago images

Der Sarg soll teils im Schritttempo gefahren werden. Für die Strecke sind sechs Stunden Fahrzeit vorgesehen. Am Nachmittag wird er in der offiziellen Residenz der Königin in Edinburgh, in Holyroodhouse, erwartet. König Charles III. und andere Mitglieder der königlichen Familie wollten den Sarg am Montag zur St.-Giles'-Kathedrale begleiten, wo er für 24 Stunden stehen soll, ehe die Reise per Flugzeug weiter nach London geht. In der Kathedrale bekommt die Öffentlichkeit erstmals Gelegenheit, der Queen noch einmal Respekt zu zollen und Abschied zu nehmen.

Das Staatsbegräbnis mit zahlreichen Staatsgästen und Vertretern königlicher Familien aus aller Welt findet schließlich am 19. September statt. Um 12.00 Uhr (MESZ) ist in der Westminster Abbey in London ein Gottesdienst geplant. Die Menschen in Großbritannien erhalten einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag. Charles III. hatte anlässlich seiner Proklamation diesen Feiertag genehmigt.

Charles III. offiziell Staatsoberhaupt Australiens

Einen Tag nach den Proklamationszeremonien in London ist Charles III. am Sonntag auch in Australien offiziell zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden. Die entsprechende Erklärung wurde bei einer Zeremonie im Parlament in der Hauptstadt Canberra von Generalgouverneur David Hurley vorgetragen, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete. Dabei waren Abgeordnete und Senatoren aus allen politischen Lagern, während sich vor dem Parlamentsgebäude viele Menschen versammelten.

Charles III. war bereits mit dem Tod seiner Mutter, Königin Elizabeth II., am Donnerstag automatisch König geworden. In ihrer Funktion als Königin von Australien werden britische Königinnen oder Könige in dem Commonwealth-Land vom Generalgouverneur vertreten. Premierminister Anthony Albanese kündigte zudem an, dass Australien am 22. September einen nationalen Trauer-Feiertag begehen werde.

Swiatek gewinnt US-Open-Titel gegen Jabeur

Die polnische Tennisspielerin Iga Swiatek hat bei den US Open in New York ihren dritten Grand-Slam-Titel gewonnen. Die zweimalige French-Open-Siegerin setzte sich in einem lange Zeit einseitigen Finale am Samstag gegen die Tunesierin Ons Jabeur mit 6:2, 7:6 (7:5) durch.

Iga Swiatek hat den US-Open-Titel gewonnen.
Iga Swiatek hat den US-Open-Titel gewonnen. Bild: IMAGO images/PanoramiC

Die Weltranglisten-Erste Swiatek triumphierte als erste Polin in der US-Open-Geschichte und baute ihre makellose Finalbilanz auf der Grand-Slam-Bühne auf 3:0 aus. Jabeur verlor dagegen zwei Monate nach Wimbledon auch ihr zweites Endspiel bei einem Major-Turnier. Sie verpasste es zudem, sich zur ersten afrikanischen und arabischen Grand-Slam-Turniersiegerin in der Profi-Ära zu küren. Trotz der Niederlage ist Jabeur in der Weltrangliste von Platz fünf auf Platz zwei gesprungen.

(dpa)

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Lindner fordert mehr Tempo bei Strompreisbremse ++ Bundesrat beschließt Corona-Regeln
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Finanzminister Christian Lindner hat einen schnelleren Start der Strompreisbremse gefordert, für die sein Kabinettskollege Robert Habeck zuständig ist. "Wir müssen bei der Umsetzung das Tempo anziehen", sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabmeldung. Wirtschaftsminister Habeck hatte dem Bericht zufolge vor Wirtschaftsvertretern angekündigt, dass die Einführung des Preisdeckels womöglich noch bis Jahresende dauern werde. Kanzler Olaf Scholz bezeichnete sie am Donnerstag als "schnell umsetzbar", weil es ähnliche Vorschläge der EU-Kommission gebe.

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