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Weihnachten

Vatikan: Proteste gegen den Weihnachtsbaum des Papsts

ARCHIV - 22.11.2024, Vatikan, Vatikanstadt: Eine 29 Meter hohe Rottanne aus dem Dorf Ledro in den Dolomiten wird auf den Petersplatz aufgestellt. (zu dpa: «Alle Jahre wieder: Öko-Streit um Papst-Weihn ...
Im Vatikan wird seit mehr als 40 Jahren alljährlich ein Baum installiert. (Archivbild)Bild: AP / Gregorio Borgia
Weihnachten

Weihnachtsbaum-Proteste gegen den Papst – Katholische Kirche reagiert

Dem Vatikan wird wegen einer alten Tradition Respektlosigkeit vorgeworfen. Ein Bischof reagierte nun auf die Kritik.
30.11.2025, 13:5630.11.2025, 13:56

Der Weihnachtsbaum begleitet uns seit Generationen und genauso lange entzündet er lebhafte Diskussionen. Die einen fragen sich, wie groß er sein darf, damit genug Platz für Geschenke bleibt, ohne dass das Wohnzimmer zur Tannen-Sperrzone wird.

Die anderen feilschen über den perfekten Zeitpunkt: früh genug, um die festliche Stimmung möglichst lange auszukosten, aber nicht so früh, dass man wochenlang Nadeln einsammelt und sich mit dem Staubsauger im Dauerbetrieb wiederfindet.

Und über all dem schwebt inzwischen ein weiteres Thema: die Nachhaltigkeit. Ist es heute überhaupt noch vertretbar, einen lebenden Baum für die Feiertage zu fällen?

Weihnachtsbaum: Vatikan wird Respektlosigkeit vorgeworfen

Damit muss sich auch der Papst beschäftigen. Denn der Vatikan wird laut "Frankfurter Rundschau" heftigen Protesten ausgesetzt. Der Grund: Die Fällung des 25 Meter hohen Baumes sei umweltschädlich.

Der zentrale Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz gehört seit den frühen 1980er-Jahren fest zur Adventszeit im Vatikan, als ein polnischer Farmer Papst Johannes Paul II. einen Baum schenkte.

Traditionell wird er zwischen dem letzten Novemberdrittel und den ersten Dezembertagen aufgebaut. Der Baum wird nicht vom Vatikan selbst gefällt oder ausgewählt, sondern jedes Jahr von einer anderen katholischen Gemeinde gespendet. Auch deutsche Regionen haben diese Rolle schon mehrmals übernommen, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet.

Obwohl der Auftritt des Baumes längst zum jährlichen Ritual geworden ist, flammt parallel dazu ebenso regelmäßig Kritik auf.

Katholische Kirche reagiert auf Proteste gegen Weihnachtsbaum

In diesem Jahr sah sich die katholische Kirche gezwungen, auf den Protest zu reagieren. In einem Interview mit "vaticanstate.va" erklärt der als konservativ geltende Bischof von Bozen-Brixen, Ivo Muser:

"Das Fällen des Baumes ist kein respektloser Akt, sondern das Ergebnis einer vorsichtigen Waldbewirtschaftung, bei der die Holzernte Teil einer aktiven Forstwirtschaft ist, die die Gesundheit des Waldes sichert und sein Wachstum kontrolliert. Für jeden gefällten Baum werden neue gepflanzt, um gesunde und widerstandsfähige Wälder für kommende Generationen zu erhalten."

Nach der Weihnachtszeit sollen aus den Ästen des Baumes wertvolle ätherische Öle gewonnen und der Rest des Holzes soll an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden, die es ressourcenschonend wiederverwenden kann.

Auch der Präsident des Nationalen Verbandes der Berggemeinden, Marco Bussone, verteidigt die Tradition: "Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz hat keine sinnlosen und absurden Kontroversen um das Fällen von Bäumen verdient", wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Bussone sei ebenso Präsident von PEFC Italien, dem nationalen Dachverband des internationalen Waldzertifizierungssystems.

Das Bozener Gebiet sei in seinen Augen ein "Vorbild für die Bewirtschaftung und Aufwertung von Waldflächen – ein Beispiel für ganz Europa".

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