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Kämpft dieses Jahr nicht um den EM-Titel für Deutschland: DFB-Star Toni Kroos. Bild: www.imago-images.de / ULMER via www.imago-images.de

Analyse

Uefa trifft einzig richtige EM-Entscheidung – aber nun drohen neue Probleme

Der europäische Fußballverband Uefa hat nach langem Zögern die einzig richtige und vernünftige Entscheidung getroffen: Keine Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2020. Das Turnier soll stattdessen im Jahr 2021 stattfinden. Der neue Termin: 11. Juni bis 11. Juli 2021. Es ist ein historischer Tag für die Uefa, noch nie wurde seit ihrer Gründung im Jahr 1954 eine EM verschoben.

Doch angesichts der Coronavirus-Pandemie war es schier utopisch, daran festzuhalten, ein paneuropäisches Turnier austragen zu wollen. Die Euro sollte vom 12. Juni bis zum 12. Juli in zwölf verschiedenen Ländern ausgetragen werden, das Eröffnungsspiel sollte im besonders betroffenen Italien, in der Hauptstadt Rom, stattfinden. Zehntausende Fans, die quer durch Europa reisen – vor dem Hintergrund der Corona-Krise ein absolutes Wahnsinnsszenario.

EM 2020 auf 2021 verschoben: Entlastung für die europäischen Ligen

Außerdem wäre es terminlich gar nicht machbar gewesen: In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Spiele in Europa abgesagt worden. In Deutschland ruht der Ball in der 1. und 2. Bundesliga bis mindestens Anfang April. Auch Champions League und Europa League pausieren für unbestimmte Zeit.

Durch die EM-Verschiebung in den Sommer 2021 sind die nationalen Ligen nun etwas entlastet. So haben sie in diesem Sommer Freiraum, um ihre Saisons noch in diesem Jahr zu Ende spielen zu können – vorausgesetzt das Coronavirus lässt dies zu.

EM-Verschiebung: Aber jetzt drohen schon die nächsten Probleme

Dennoch kündigen sich durch diese Entscheidung schon jetzt die nächsten Probleme an. Das hat die Uefa wohl nicht ganz bedacht. Es droht beispielsweise ein Terminstreit.

Einen ersten Streit räumte die Fifa gleich am Dienstag ab. Präsident Gianni Infantino erklärte sich bereit, sein "neues Baby" die neue Klub-WM mit 24 Teams, zu verschieben.

Was ist die Klub-WM? Ein so Milliarden schweres wie umstrittenes Fifa-Prestigeprojekt, das Uefa-Verbandschef Aleksander Ceferin von Beginn an kritisch sah, wie der Slowene in der Vergangenheit mehrfach betonte. Ende Januar 2019 hatte er zum Beispiel in einem ZDF-Interview betont: "Fakt ist: Unsere Position bleibt gleich. Der Fußball steht nicht zum Verkauf, man kann ihn nicht einfach veräußern, der Fußball gehört uns nicht." Hintergrund: Die europäische Klubvereinigung ECA war von Anfang an gegen eine Klub-WM. Das Fifa-Council zeigte sich jedoch unbeeindruckt und setzte die Reform gegen die Stimmen der europäischen Vertreter durch.

August 15, 2018 - Tallinn, Estonia - UEFA President Aleksander Ceferin (L), Atletico Madrid President Enrique Cerezo (C) and FIFA President Gianni Infantino attend the UEFA Super Cup match between Real Madrid and Atletico Madrid on August 15, 2018 at Lillekula Stadium in Tallinn, Estonia. Real Madrid v Atletico Madrid - UEFA Super Cup 2018 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20180815_zaa_n230_556 Copyright: xMikexKireevx

Aleksander Ceferin (o.l.) und Gianni Infantino (r.). Bild: imago sportfotodienst / Mike Kireev / zuma press

Infantino kündigte in einer Stellungnahme an: Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn "mehr Klarheit über die Situation herrscht", werde man entscheiden, "wann die neue FIFA Klub-Weltmeisterschaft angesetzt werden soll: später im Jahr 2021, 2022 oder 2023."

Doch die Probleme sind damit nicht restlos abgeräumt.

Es droht auch ein Turnierstau

Über einen genauen Terminplan für die Endrunde 2021 hat die Uefa zwar noch nicht entschieden, doch eigentlich sind weitere Überschneidungen schon vorprogrammiert.

Die Klubs Europas werden sich kaum freuen, wenn die Fifa ihren Spielern die Winterpause 2021 nimmt. Selbst wenn sich Infantino dazu entschiede, dass er "seine" Klub-WM ein Jahr nach hinten, ins Jahr 2022, verschiebt, fände sie nur wenige Monate vor der Winter-WM 2022 in Katar statt, die im November 2022 starten soll. Die Fußball-Profis hätten damit kaum noch eine Pause. Auch die Frauen-EM in England (7. Juli bis 1. August) ist fürs kommende Jahr angesetzt. Zudem muss die Uefa das eigene Final Four der Nations League verschieben, das im Juni 2021 stattfinden soll. Auch die Europameisterschaft der U21 braucht einen neuen Termin.

Trotzdem: Vorerst war es die beste Entscheidung der Uefa, die Euro ein Jahr nach hinten zu verschieben. So haben Klubs und Nationalteams jetzt zumindest kurzfristige Planungssicherheit, – sofern man überhaupt von so etwas wie Planungssicherheit sprechen kann. Denn aktuell kann niemand seriös voraussagen, wie lange uns das Thema Coronavirus noch begleiten wird.

Hinweis: Dieser Artikel wurde um die Entscheidung der Fifa aktualisiert.

(as)

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