Dass der FC Bayern am Samstagabend ein Fußballspiel bestritten hat, geriet fast ein wenig zur Nebensächlichkeit. Dabei fuhr die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany in Augsburg den vierten Sieg im vierten Saisonspiel ein.
Das 3:2 über den FCA hat durchaus Diskussionsstoff geliefert: das zunächst dominante Spiel der Bayern, der Chancenwucher und hinten heraus die unnötige Spannung, weil Augsburg zu leicht zu zwei Toren kam – wie zuletzt schon Wehen Wiesbaden.
Thema war rund um das Spiel aber vor allem aber ein Mann, der gar nicht dabei war: Nicolas Jackson. Der Stürmer des FC Chelsea war am Samstag von London nach München geflogen, weil sich beide Vereine über die Modalitäten eines Leihwechsels verständigt hatten. Am Sonntag sollte der Medizincheck folgen, zu dem kommt es nun aber nicht.
Denn während Jackson im Flugzeug saß, verletzte sich sein Sturmkollege Liam Delap beim Spiel zwischen Chelsea und Fulham. Die Blues haben Jackson daher zurückbeordert, wie Max Eberl in Augsburg bestätigte.
"Wir hätten gerne gehandelt, wir hätten gerne die Untersuchung gemacht und die Unterschrift getätigt. Das geht jetzt nicht und wir werden dem Spieler und dem Berater sagen, dass sie zurückmüssen, weil Chelsea … Wir haben halt keinen unterschriebenen Vertrag", erklärte der Sportvorstand laut "Bild".
Kurz vor dem Schließen des Sommertransferfensters geraten die Bayern damit gewaltig unter Zeitdruck. Bis Montagabend um 20 Uhr können die Münchener noch Spieler von anderen Klubs verpflichten. Anschließend dürfen nur noch vereinslose Profis unter Vertrag genommen werden.
"Wir haben jetzt noch 48 Stunden. Das ist keine Situation, mit der man wirklich planen konnte, aber wir werden auch da eine Lösung versuchen zu finden", kündigte Eberl am Samstagabend an. Dabei überraschte der Sportvorstand aber mit seinen weiteren Ausführungen:
Es besteht also die Möglichkeit, dass die Bayern nach dem geplatzten Jackson-Deal gar keinen Spieler mehr holen. Vor wenigen Tagen war noch darüber spekuliert worden, ob nicht sogar zwei Profis kommen.
Eberl sagte laut "Kicker" zwar auch, dass bei den Bayern nun "jeder nochmal sein Netzwerk und seine Kontakte aufrollen" werde und man dann schaue, "was möglich ist". Das suggeriert aber keinesfalls, dass die Münchener eine echte Alternative in der Hinterhand haben. Zumal die Leihvorgabe vom Aufsichtsrat weiter gilt.
Dazu passt, dass am Samstagabend lediglich ein Gerücht aus dem Ausland aufploppte: Der belgische Transferjournalist Sacha Tavolieri hat seinen Landsmann Loïs Openda beim FCB ins Gespräch gebracht. Warum Leipzig seinen Knipser aber nur verleihen sollte, erschließt sich nicht.