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Winter-Neuzugang Davie Selke ist ein großer Hoffnungsträger bei den Kölnern, die seit fünf Spielen auf einen Sieg warten. Bild: www.imago-images.de / imago images
Bundesliga

1. FC Köln: Tore gegen den Abstieg – wie die Kölner ihr Offensiv-Problem lösen wollen

21.01.2023, 08:17

Drei Tage nach dem Trainingsstart erfuhr Trainer Steffen Baumgart so viel Fan-Liebe, wie man es in Köln schon lange nicht mehr erlebt hat. Als der 51-Jährige die Katakomben des Geißbockheims verließ und zum Trainingsplatz stiefelte, sangen ihm die versammelten Fans ein lautes Ständchen: Happy Birthday. Der Coach hatte Geburtstag.

In einem Twitter-Video des Klubs wurde dieser Moment festgehalten. Zum Ende sagte der Trainer mit einem Grinsen: "Das hab ich auch noch nicht gehabt. Vielen Dank."

Die Fans stehen hinter ihrem Trainer, obwohl es sportlich in dieser Saison nicht wirklich läuft. Seit fünf Spielen wartet das Team bereits auf einen Sieg. Zum bisher letzten Mal gelang das am 16. Oktober beim 3:2-Heimerfolg über den FC Augsburg.

Mit 17 Zählern auf Rang 13 trennen die Kölner gerade einmal drei Punkte vom Relegationsrang.

"Es geht natürlich erst mal um die 40 Punkte. Für zehn von 18 Mannschaften geht es nur genau darum. Mit unseren 17 Punkten kann ich keine Ziele ausgeben, die mit oben zu tun haben. Ich gucke immer dahin, wo es enger wird – und das ist momentan nach unten", sagte Steffen Baumgart dem "Express".

Abstiegskampf statt erneut internationales Geschäft heißt in dieser Saison die Devise in Köln.

1. FC Köln: Spielidee funktioniert ohne Modeste nicht

Das Problem: Die Rheinländer haben an ihrer Spielidee festgehalten, ohne die richtigen Akteure dafür zu haben. Und die Idee unter Baumgart lautet Flanken, Flanken, Flanken.

Laut "bundesliga.de" sind sie auch in dieser Spielzeit die Mannschaft mit den meisten Flanken aus dem Spiel (209) – mit Abstand. Union Berlin folgt mit 177 auf dem zweiten Platz. Das ist jedoch nichts Neues. Schon in der vergangenen Saison schlugen die Rheinländer mit 505 die meisten Bälle in den Strafraum.

Doch da war mit Anthony Modeste ein Abnehmer im Strafraum. Er hatte mit seinen 20 Saisontoren erheblichen Anteil am siebten Platz. Doch der 34-Jährige verließ das Team im Sommer in Richtung Dortmund.

Die Spielidee blieb, der Abnehmer im Strafraum fehlte. Stefan Tigges, der im Sommer vom BVB kam, konnte diese Lücke bisher nicht füllen.

1. FC Köln: Selke soll Modeste vergessen machen

Und so ruhen die Hoffnungen in Köln nun auf Winter-Neuzugang Davie Selke. Der 27-Jährige soll Modeste vergessen machen und ist mit einer Körpergröße von 1,94 Meter sogar noch sechs Zentimeter größer als Modeste. Also ein vermeintlich idealer Abnehmer für das flankenlastige Spiel.

Doch trotz seiner Erfahrung von über 200 Bundesliga-Spielen muss Selke seine Bundesliga-Tauglichkeit noch unter Beweis stellen. In bisher 202 Partien kommt er auf 35 Tore und 20 Vorlagen. Eine zweistellige Anzahl an Toren (10) erzielte er für seinen Ex-Klub Hertha BSC zuletzt in der Saison 2017/18.

Doch das stört Baumgart nicht: "Ich habe ihn schon lange auf dem Zettel. Nicht, weil er Tore macht oder weil er keine Tore macht, sondern weil ich ihn mag und ihn lieber in der Mannschaft habe, als gegen ihn zu spielen."

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Davie Selke soll in Köln Anthony Modeste vergessen machen. Bild: www.imago-images.de / imago images

Und so lobte der 47-Jährige vor allem Selkes Charakter und Mentalität, die sehr gut zu den Kölnern passen würden.

1. FC Köln: Tigges erhält Vorzug vor Selke

Doch spielen wird er von Beginn an zunächst nicht. Der Trainer legte sich vor dem Rückrundenstart im Top-Spiel gegen Bremen am Samstagabend fest, dass Steffen Tigges beginnen wird.

Der Sommerneuzugang besitzt die "älteren Rechte" und hätte sich die Chance redlich verdient. Zudem erinnert Baumgart daran, dass Tigges die Sommervorbereitung verpasste und jetzt erst "topfit" sei. "Wir erhoffen uns, dass sich seine gute Entwicklung auch in Tormöglichkeiten und erzielten Tore niederschlagen wird."

Köln kämpft mit Verletzungen

Doch damit daraus auch Punkte werden, müssen die Kölner ihr Verletzungspech in den Griff bekommen. Zunächst beschränkte sich das nur auf die Offensive. Dort fehlen allein von acht Angreifern aktuell fünf. Neben Tigges und Selke kann nur noch Sargis Adamyan in der Spitze spielen.

Doch mittlerweile betrifft es auch die Defensive. Mit Luca Killian fehlt einer der Stamm-Innenverteidiger mit einem Muskelbündelriss. Hinzu kommt Linksverteidiger Pedersen, der ebenfalls mit einer Muskelverletzung ausfällt.

Und das sind nur die aktuellsten Fälle. Laut des Blogs "Fussballverletzungen.com" hatten die Kölner Profis zusammengerechnet 930 Verletzungstage. Das sind pro Spieler 28,18 Tage. Nur Dortmund und Augsburg haben noch mehr Verletzungen zu beklagen.

Daher bleibt Baumgart bei seinen Wünschen für die Rückrunde eher zurückhaltend. "Wenn ich einen Wunsch hätte, würde ich gerne unter die ersten Zehn kommen. Ob uns das gelingt, weiß ich nicht."

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