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Gänsehaut! Im Gegensatz zum Verein verabschiedete die Süd Weidenfeller standesgemäß

08.05.2018, 17:10

"Ich möchte mich bedanken für 16 Jahre vollste Unterstützung in guten und auch in schlechten Zeiten", sagte Roman Weidenfeller am Samstag vor dem Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz ins Stadionmikro. Es gibt wohl kaum einen Spieler, der besser weiß, was "in guten und in schlechten Zeiten" heißt. 

Die Südtribüne hatte unter anderem eine Choreo vorbereitet.
Die Südtribüne hatte unter anderem eine Choreo vorbereitet.Bild: imago/Thomas Bielefeld

Weidenfeller wechselte nach der Meisterschaft 2002 zu Borussia Dortmund, erlebte danach, wie der Klub kurz vor der Insolvenz stand und in die unteren Tabellen-Regionen rutschte. Er war auch schon da als Jürgen Klopp kam und den kränkelnden Riesen aufpäppelte und ihn zu zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und bis ins Champions-League-Finale führte. Und Weidenfeller erlebte auch, wie der BVB 2014 vor der Winterpause auf dem letzten Tabellenplatz stand und im letzten Jahr einen Bombenanschlag überlebte. 

Weidenfeller machte über 450 Spiele für den BVB und stand in über 40.000 Spielminuten bei den Schwarz-Gelben im Tor. Mit dem Weltmeister beendet ein Stück neuere Fußballgeschichte seine Karriere. 

Der BVB ließ Weidenfeller aber nicht mehr im "Wohnzimmer" ran

In seinem "Wohnzimmer", wie er am Samstag sagte, ließ ihn Trainer Stöger aber nicht mehr auflaufen. Bei seinem letzten Heimspiel schlummerte Weidenfeller 90 Minuten auf der Bank und schaute sich ein blamables 1:2 gegen den Abstiegskandidaten aus Mainz an. Auch der obligatorische Abschieds-Blumenstrauß des Vereins sollte ihn da kaum glücklich gemacht haben.

Die Fans im Stadion und im Internet reagierten sauer auf Weidenfellers Bankplatz. "Warum spielt ein so großartiger Führungsspieler, der so lange dem Verein und seinen Fans treu zur Seite stand, nicht automatisch im letzten Heimspiel von Beginn an ???", schrieb etwa ein Fan auf die Facebook-Seite des BVB. Dutzende andere Kommentierende äußerten sich noch härter.

Aber zum Glück konnte sich Weide auf die Fans des BVB verlassen. Die Südtribüne – das Herz des BVB – verabschiedete sich zumindest standesgemäß.

Die Süd zeigte vor Anpfiff eine Choreo mit den Worten "Danke Roman" und nach dem Spiel zahlreiche Banner und Dankes-Botschaften für den Keeper. Anschließend holte die Süd ihren Keeper nicht nur an den Zaun, sondern in den Block. Ein Privileg, das kaum ein Spieler vor ihm erhalten hatte. 

Hier das ganze Gänsehaut-Video von Weidenfellers Gang auf die Süd:

Weidenfeller bedankte sich anschließend bei der Südtribüne und zeigte gleich, warum man ihn als Teamplayer so schätzt. Er forderte die Fans dazu auf, die zuletzt arg kritisierte Mannschaft zu unterstützten. Und er sprach aus, was alle seit Wochen wissen: Das Team sei verunsichert.

Zuletzt stimmten neben den Ergebnissen auch nicht das Verhältnis zu den Fans:

Die Worte, die der 37-Jährige nur für mit der Südtribüne teilte, waren nicht sich, sondern für das eigene Team:

"Ich wollte mich schon immer bei euch bedanken. Ihr standet immer hinter mir. Genau so ist es für die Jungs, die auf dem Platz stehen, wichtig, dass die sie die Unterstützung bekommen.

Gebt bitte alles!
Roman Weidenfeller

Da kann man Teamplayer Weidenfeller, dass er wenigstens am 34. Spieltag beim Auswärtsspiel in Hoffenheim, ein letztes Mal auf den Platz laufen darf.

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