Mick Schumacher schied in seinem 18. Rennen in der Formel 1 schon in der ersten Runde aus.
Mick Schumacher schied in seinem 18. Rennen in der Formel 1 schon in der ersten Runde aus.Bild: www.imago-images.de / DPPI

Schumacher crasht in Mexiko und hat wieder Ärger mit dem Teamkollegen

09.11.2021, 16:09

Eigentlich lief das Formel-1-Wochenende in Mexiko für Mick Schumacher gar nicht so schlecht. Zumindest bis zum Start des Rennens. In jeder Trainingseinheit war er besser als sein Teamkollege Nikita Mazepin, im Qualifying landete er auf Platz 18 und konnte neben Mazepin auch Lance Stroll hinter sich lassen und in der Startaufstellung rückte er wegen Strafen für Konkurrenten sogar noch auf den 14. Rang nach vorne.

Kurz nach dem Start kam allerdings die Ernüchterung. Schon in der ersten Kurve geriet er mit dem Alpine-Piloten Esteban Ocon aneinander, musste daraufhin sein Auto abstellen. Zuvor hatte sich Mercedes-Pilot Valtteri Bottas gedreht, weshalb der Platz für die folgenden Autos eng wurde. Zu eng für Schumacher und Ocon. Der 22-Jährige musste daraufhin sein Auto abstellen.

Schumacher im teaminternen Duell weiter vorne

Nach seinem Ausfall erklärt Schumacher: "Der Start war mittelmäßig. Dann war es eng in der Kurve und dann noch Bottas, der sich vorne gedreht hat. Dann passen drei Autos nicht vorbei." Auf die Nachfrage, ob er anders hätte reagieren müssen, bleibt er gelassen: "Die Chance gibt es immer, anders zu reagieren. Aber es sind Bruchteile von Sekunden, in denen man entscheiden und reagieren muss. Fernando Alonso war dann auch noch vorne, dann sind wir alle synchron in die Mitte reingefahren. Das passiert manchmal in der ersten Runde. Es ist schade, dass es hier passiert ist, denn ich habe mich sehr auf das Rennen gefreut."

Durch den Ausfall von Schumacher konnte Mazepin nun zumindest die Statistik im teaminternen Duell ein wenig aufbessern. Dennoch war Schumacher in 14 der bisher 18 Rennen am Ende besser als Mazepin. Bei den Qualifyings steht es sogar 15:3 für Schumacher.

Und obwohl die Kräfteverhältnisse eigentlich ziemlich klar sind, knallt es zwischen beiden doch immer wieder. So auch im Qualifying am Samstag: Mazepin hing hinter Schumacher, wollte vor seiner letzten schnellen Runde seine Reifen aufwärmen und deshalb Schumacher überholen.

Weil aber vor dem Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher noch fünf weitere Autos waren und Mazepin keine freie Strecke gehabt hätte, pfiff ihn laut "Sport1" Haas-Chefingenieur Ayao Komatsu über den Funk zurück: "Es sind fünf Autos vor dir, eine gute Lücke nach hinten." Nach einer kurzen Diskussion sagte Mazepin: "Willst du mich verarschen?" Komatsu entgegnete nur: "Nein, ich möchte dich nicht verarschen, Nikita. Wenn du einen Abstand lassen willst, dann mach es jetzt."

"In der Hitze des Gefechts sagt man manchmal Dinge, die man nicht sagen würde, wenn man noch einmal darüber nachdenkt."
Haas-Teamchef Günther Steiner über den Ärger mit Nikita Mazepin im Qualifying

Später spielte Teamchef Günther Steiner den Vorfall runter: "In der Hitze des Gefechts sagt man manchmal Dinge, die man nicht sagen würde, wenn man noch einmal darüber nachdenkt. Er hat die Anweisungen befolgt und damit hat es sich." Gleichzeitig konnte sich Mazepin nach dem Qualifying nur schwer beruhigen: "Ich habe gespürt, dass ich schneller fahren muss, um meine Reifen aufzuwärmen. Und ich habe in Zandvoort auch Platz gemacht, weil mir da gesagt wurde, dass wir den Teamkollegen überholen dürfen, wenn es erforderlich ist, dass die Reifen anders aufgewärmt werden."

Einziger Unterschied: Da hatte Schumacher nach dem Überholmanöver freie Bahn und konnte somit von Mazepin wegfahren und störte ihn nicht bei einer schnellen Runde.

Schumacher bleibt gelassen

Zum Vorfall in Qualifying von Mexiko äußerte sich Schumacher nur spärlich, sagte lediglich: "Normalerweise wechseln wir uns ab, bei einem Rennen ist der eine Fahrer vorne, beim nächsten dann der andere. In diesem Fall denke ich, dass es nicht nötig war, die Positionen zu tauschen, und das Team hat sich darum gekümmert. Deshalb gibt es meinerseits auch nicht mehr dazu zu sagen."

Noch viel zu sagen gibt es aber am anderen Ende des Fahrerfelds, nämlich ganz vorne. Da liefern sich Max Verstappen und Lewis Hamilton weiter einen spannenden Kampf um die Meisterschaft. Verstappen, der in Mexiko vor Hamilton siegte, hat nun 19 Punkte Vorsprung bei noch vier ausstehenden Rennen.

Dabei steht nun besonders Hamilton unter Druck. Der 36-Jährige ordnet ein: "Es sind noch vier Rennen. Wir müssen weiter alles geben. Ich weiß nicht, wo sie (die Red Bulls, d. Red.) ihre Schnelligkeit diesmal hergeholt haben, das müssen wir herausbekommen. Aber ich muss jetzt alles aus meinem Auto herausholen, denn sie haben ganz klar das schnellere Auto. Wir müssen versuchen, jeden Stein umzudrehen und das Maximum rauszuholen."

Dafür hat er mit seinem Mercedes-Team nun eine Woche Zeit. Am kommenden Sonntag geht es mit dem Rennen in Brasilien (18 Uhr) weiter im WM-Kampf.

(stu/mit Material von dpa)

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