Domenico Tedesco steht seit Dezember 2021 bei den Leipzigern an der Seitenlinie.
Domenico Tedesco steht seit Dezember 2021 bei den Leipzigern an der Seitenlinie.Bild: imago/ osnapix

RB Leipzig in der Krise: Aus für Trainer Tedesco – Nachfolger könnte alter Bekannter werden

07.09.2022, 14:30

Die 4:0-Auswärtsniederlage bei Eintracht Frankfurt am Samstagabend besiegelte zwischenzeitlichen den Tiefpunkt für RB Leipzig in der aktuellen Saison. Nach fünf Spieltagen und nur einem Sieg verweilen die Sachsen aktuell auf dem elften Tabellenplatz – und damit weit hinter ihren eigenen Ansprüchen. Die nächste Niederlage ließ nicht lange auf sich warten: am Dienstag verloren die Sachsen 1:4 gegen Donezk in der Champions League. Die Pleite besiegelte das Aus von Trainer Domenico Tedesco.

Mit dem DFB-Pokalsieg im Mai hatten sich die Leipziger noch den langersehnten, ersten großen Titel mit Tedesco gesichert. Zudem konnten sie im Sommer nicht nur mit ihrem Offensiv-Star Christopher Nkunku verlängern, sondern sich auch mit Linksverteidiger David Raum und Rückkehrer Timo Werner punktuell verstärken. Der erwünschte Erfolg blieb bislang allerdings aus.

Gerade einmal fünf Punkte aus sechs Spielen

Im Dezember 2021 übernahm Domenico Tedesco den Job von seinem Vorgänger Jesse Marsch, der seinerzeit mit RB in der Krise war. Tedesco gelang schnell die Trendwende und der 36-Jährige führte die Sachsen auf den vierten Tabellenplatz und zum DFB-Pokalsieg.

Krisenstimmung in Leipzig: Tedesco (Mitte) im Gespräch mit seinem Trainerteam
Krisenstimmung in Leipzig: Tedesco (Mitte) im Gespräch mit seinem TrainerteamBild: imago/ picture point le

Nach den bisherigen Leistungen stand der ehemalige Schalke-Trainer unter Beschuss. Am Mittwoch dann der Hammer: Der Klub trennt sich von Tedesco. Als Alternative brachte die "Bild" bereits Marco Rose ins Spiel, der zuletzt Borussia Dortmund trainierte, aber auch schon für den RB-Konzern in Salzburg tätig war. Rose wohnt in Leipzig und kennt Max Eberl gut, der aller Voraussicht nach neuer Sportdirektor bei RB Leipzig wird. Bereits bei Borussia Mönchengladbach arbeiteten Eberl und Rose zusammen.

Kritik von Stefan Effenberg und Lothar Matthäus

Nicht nur die Fans sind schwer enttäuscht mit dem bisherigen Auftreten der Leipziger Mannschaft, auch die ehemaligen Nationalspieler Stefan Effenberg und Lothar Matthäus finden harte Worte. Effenberg meint, dass Tedesco allem Anschein nach die Mannschaft nicht mehr erreiche. Er sei von der Leistung schwer enttäuscht, äußerte er im Fußball-Talk "Doppelpass" auf Sport 1.

Auch Matthäus macht Leipzigs Trainer für das Abschneiden verantwortlich. Bei "Sky90" sagt er, Tedesco müsse die gesamte Mannschaft hinter sich bringen. Außerdem schlägt er eine Änderung der Spielphilosophie vor. Statt wie bislang auf Ballbesitz-Fußball zu setzen, sollten sie zurück zur schnellen, aggressiven Spielweise der vergangenen RB-Geschichte.

Halstenberg verteidigte Tedesco

Einer, der sich lange schützend vor Tedesco stellte, ist Nationalspieler Marcel Halstenberg. Im Gespräch mit dem "Kicker" sagte er, man solle wegen ein paar Anfangsschwierigkeiten nicht immer alles infrage stellen. Zudem stünde die Mannschaft hinter dem Spielstil, den der Trainer vorgibt, stellt der Linksverteidiger klar.

"Und die Trainerdiskussion finden wir ohnehin alle sehr übertrieben."

Seine Bringschuld konnte Tedesco am Dienstag jedoch nicht erfüllen. Zum Auftakt der Champions League spielten die Leipziger gegen Schachtar Donezk – ohne Erfolg.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gab sich der Trainer am Montag noch optimistisch. "Ich finde, es gibt sehr viele Argumente, warum ich optimistisch auf die nächsten Spiele und die zukünftigen Leistungen schaue."

(sf/lc)

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