Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski (v.l.n.r.) nach dem Ausscheiden in der Champions League. Alle drei haben nur noch ein Jahr Vertrag beim FCB.
Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski (v.l.n.r.) nach dem Ausscheiden in der Champions League. Alle drei haben nur noch ein Jahr Vertrag beim FCB. Bild: diebilderwelt / diebilderwelt

Unzufriedenheit und Stillstand bei Vertragsverhandlungen: Diese Baustellen gibt es beim FC Bayern

02.05.2022, 13:36

"Bayern ist Meister!" – eine Schlagzeile, die von den Fans anderer Bundesliga-Clubs eingerahmt werden würde, wenn ihr eigener Verein diesen Erfolg erreichen würde. Beim FCB ist es allerdings der Mindestanspruch und somit kein Grund für Ekstase. Spätestens seit dem Ausscheiden in der Champions League gegen Villareal und der Niederlage am Wochenende gegen Mainz 05 will an der Säbener Straße einfach keine Euphorie mehr aufkommen.

Nagelsmann stellt Mentalitätsfrage

Tatsächlich hat das auch mit der Art und Weise dieser Niederlagen zu tun: Am Samstag gegen Mainz fehlte der Star-Elf jede Spritzigkeit, sie wirkte uninspiriert, teilweise etwas verschlafen. 22 Torschüsse ließ die Bayern-Abwehr zu, selbst kamen die Münchner nur auf sieben. Und das, nachdem Trainer Julian Nagelsmann im Vorfeld noch angekündigt hatte, "maximal seriös" spielen zu wollen.

"Ich finde, dass wir immer eine gewisse Grundleidenschaft brauchen im Spiel. Die hatten wir heute nicht", attestierte Nagelsmann nach dem Spiel. "Die Leistung heute sollte uns zu denken geben", wusste auch Nationalspieler Joshua Kimmich. "Natürlich sind wir letzte Woche Deutscher Meister geworden, aber das ist uns in dieser Saison viel zu oft passiert. Das müssen wir ganz klar analysieren, dass das [...] in der nächsten Saison nicht mehr vorkommt."

Hertha-Coach Felix Magath warf den Bayern infolge der Niederlage sogar vor, "das Spielen drei Wochen vor dem Saisonende schon eingestellt" zu haben. Eine Kritik die Nagelsmann nur bedingt auf sich sitzen lassen wollte ("Ich habe eine Erklärung, aber die gebe ich Euch nicht!"), allerdings stellte der 34-Jährige nach dem Spiel klar: „Wenn es so wirkt, als müssten wir irgendeinen Dienst abhalten und die Leidenschaft nicht mehr so da ist, sind wir an einem Punkt, an dem wir etwas verändern müssen.“

Nagelsmann stellt also die Mentalitätsfrage. Währenddessen sollen einige Spieler einem "Kicker"-Bericht zufolge mit den "sportlichen Inhalten" unzufrieden sein. Beim frischgebackenen Deutschen Meister besteht also reichlich Redebedarf.

Noch keine Einigung mit Müller und Neuer erzielt

Im Sommer soll diese Unzufriedenheit in Veränderungen und Fortschritt umgemünzt werden. Neben der Einstellung müssen die Bayern an ihrem Kader arbeiten: Die Verhandlungen mit Robert Lewandowski und Serge Gnabry sind schon seit einer Weile ins Stocken geraten.

Doch auch bei Thomas Müller und Manuel Neuer steht eine Verkündung der Vertragsverlängerung noch aus. Wie der "Kicker" berichtet, hat man sich in beiden Fällen mit den Spielern noch nicht geeinigt – welche Vertragspunkte noch streitig seien, nannte das Sportmagazin nicht.

Dabei hatte Müller noch vor zwei Wochen beim Spiel in Bielefeld gesagt: "Beide Seiten wollen und ich glaube, dass man da am Ende des Tages eine gute Lösung finden wird." Noch müssen die Bayern aber zappeln und warten auf die Zusage von Müller.

(kpk)

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