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"Auf jedem Schützenfest kann mehr passieren" – so sicher ist die Berliner Fanmeile 

Franziska Hoppen
Franziska Hoppen

Am Samstag können Fußballfans auf Deutschlands größter und bekanntester Fanmeile das erste WM-Spiel verfolgen. Auf den zwei Kilometern "Public Viewing" zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule ist für bis zu 200.000 Zuschauer Platz. 

Viele Menschen = Terrorgefahr?

In einigen Medien wurde bereits vereinzelt auf eine erhöhte Terrorgefahr hingewiesen – mit Verweis auf die Anschläge in Paris, Nizza, Manchester und auch Berlin.

Harald Büttner, Leiter des Straßen-und Grünflächenamtes Berlin Mitte, hat mitgeholfen, das Sicherheitskonzept des Fanmeile-Veranstalters zu prüfen. Er sagt:

"Auf jedem Schützenfest kann mehr passieren, als auf der Fanmeile"

Harald Büttner, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Berlin Mitte

Zwar gebe es seit einigen Jahren aufgrund des islamistischen Terrors eine abstrakt hohe Gefährdungslage – aber zurzeit keinerlei konkrete Hinweise auf ein Anschlagsszenario. Sollte sich die Lage ändern, werde der Innensenator dem Veranstalter und beteiligten Ämtern umgehend Bescheid geben. Für diesen Notfall seien Polizei und Veranstalter sehr gut aufgestellt.

Dass die Sicherheitskonzepte der Veranstaltungen von Jahr zu Jahr umfangreicher würden, läge daran, dass Anforderungen, Analysen und wissenschaftliche Begleitung generell komplexer geworden seien. So hätten Veranstalter und Ämter sich in den vergangenen neun Monaten bei der Planung der Fanmeile vor allem mit den "Basics" beschäftigt. Etwa: 

"Eine Sisyphusarbeit", sagt Büttner. Sie habe sich aber gelohnt. Die Fanmeile sei "einer der sichersten Orte der Stadt".

Und wie ist die Polizei gerüstet?

Im Rahmen eines Sicherheitspakets, das nach dem Anschlag auf den Breitscheidplatz geschnürt wurde, bestellte die Polizei 2017 für rund 40 Millionen Euro neues Equipment. Dazu gehörten etwa 3500 Schutzhelme, 4600 Westen, 6300 schusssichere Westen, 24.000 neue Pistolen, 3300 Maschinenpistolen und sogar ein Panzerwagen, der "Survivor R", der Ende des Jahres geliefert werden soll.  

Der sieht so aus:

Auch auf der Bestelliste: 118 sogenannte "Indutainer", kurz für Industriekontainer. Die faltbaren und mit Wasser befüllbaren Container sollen bei Großveranstaltungen die schweren Betonquader ersetzen, die die Polizei bis dato genutzt hatte, um Straßen zu sperren. Sie seien im Auf-und Abbau wesentlich praktischer, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Eingesetzt werden sie aber nicht. Das bestätigte eine Sprecherin des Fanmeile-Veranstalters.

Hier hat die deutsche Prüfgesellschaft Dekra sie getestet:

abspielen

Video: YouTube/Martin Siegbert

Thomas Neuendorf sagt auch: Diese Anschaffungen passierten unabhängig von der Berliner Fanmeile. 

Thomas Neuendorf, Polizei Berlin

"Eine Gefahr sollte man jetzt nicht herbeireden"

Wie viele Einsatzkräfte insgesamt für die Sicherheit der Fanmeile sorgen werden, gibt die Polizei am Samstag bekannt. Sie werden durch rund 500 private Sicherheitskräfte unterstützt.

Wie der Veranstalter sonst noch für Sicherheit sorgen will:

Mit einer langen Liste verbotener Dinge. 

Die Fanmeile, "der sicherste Ort Berlins?"

Die Kritik: 

Marcel Luthe, innenpolitischer Sprecher der FDP-Berlin, gibt zu bedenken, dass Berliner Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr an der Belastungsgrenze arbeiten. 

Die Berliner Polizei mache Überstunden in Millionenhöhe - aus Personalnot, Folge seien häufige Krankheitsfälle. Das sagte ein Sprecher der Gewerkschaft für die Polizei.  Ähnliches gilt für die Feuerwehr: alte Fahrzeuge, teilweise ineffektives Telefon-Antwortsystem.

Marcel Luthe, FDP

"Die Frage muss sein, ist die Sicherheit auch optimal gewährleistet? Meines Erachtens nach ist das nicht der Fall. Dafür ist die Berliner Polizei nach wie vor nicht gut genug ausgestattet und hat zu wenig Personal."

Zudem warnt Luthe, dass nicht nur Überfahr-Taten, wie am Breitscheidplatz, denkbar seien, sondern etwa auch Giftanschläge. Für dieses Szenario ergab eine weitere Anfrage an das Berliner Abgeordnetenhaus, dass nur Sanitäter, nicht jedoch die Berliner Polizei, mit Gegenmitteln ausgestattet sind und dass es nur zwei Depots für eines der relevanten Gegenmittel gibt, das aber im Notfall binnen zehn Minuten verabreicht werden muss.

"Leichtfertig"

Die Aussage, es gebe keine konkreten Hinweise auf terroristische Anschläge, nennt Luthe leichtfertig: "Wenn man einen personell und materiell hervorragend aufgestellten Staatsschutz hätte und darüber hinaus ein hervorragend aufgestelltes Landesamt für Verfassungsschutz, dann könnte man sagen, dass dieser Schluss richtig sei. Aber so ist die Aussage, wir haben keine Erkenntnisse, also gibt es keine Gefahr, schlicht ein Trugschluss"

Doch Luthe sagt auch: Seine Kritik richtet sich an ein grundsätzliches, strukturelles Problem. Dass die Fanmeile der sicherste Ort Berlins sein könnte, und dass alle Involvierten ihr Bestes geben werden, die Fußballfans zu schützen, will er nicht abstreiten. 

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