Toni Kroos trat nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 aus der Nationalmannschaft zurück.
Toni Kroos trat nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 aus der Nationalmannschaft zurück.
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

"Jederzeit auffinden können": Toni Kroos verrät, was ihn nach seinem DFB-Rücktritt besonders freut

08.09.2021, 11:31

Knapp zwei Monate ist der Rücktritt von Toni Kroos aus der Nationalmannschaft nun her. Nach der Europameisterschaft verkündete der Star von Real Madrid sein Aus im DFB-Trikot nach einem längeren Gespräch mit dem neuen Bundestrainer Hansi Flick.

In der aktuellen Folge seines Podcasts "Einfach mal Luppen", den er mit seinem Bruder wöchentlich aufzeichnet, antwortet Kroos nun auf eine Fan-Frage: Wie würde er reagieren, wenn Hansi Flick noch einmal anrufen würde?

DFB-Rückkehr weiter ausgeschlossen

Der Mittelfeldspieler erklärt zunächst lachend: "Erstmal müsste er mich etwas fragen, wenn er mich anruft." Danach fügt er ernsthaft hinzu: "Hansi kann logischerweise jederzeit anrufen. Da muss es auch nicht immer um Fußball gehen. Ich habe ja schon im Zuge des Rücktritts gesagt, dass das Verhältnis so gut ist, dass man sich auch mal so unterhalten kann."

Hansi Flick (2.v.l.) und Toni Kroos (M.) kennen sich bereits aus Flicks erster Zeit beim DFB (2006 – 2017).
Hansi Flick (2.v.l.) und Toni Kroos (M.) kennen sich bereits aus Flicks erster Zeit beim DFB (2006 – 2017).
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Danach wird er noch etwas genauer, beantwortet die Frage, wie sie eigentlich gemeint ist: Nämlich, ob er sich eine Rückkehr in die Nationalmannschaft vorstellen könnte. "Ich würde bei Hansi immer abnehmen, aber wir haben auch ganz bewusst nach der EM ein langes Gespräch geführt, wo ich ihm meine Ideen, Pläne und Wünsche mitgeteilt habe. Das Ergebnis ist bekannt," erklärt Kroos.

Heißt: Sein Entschluss steht weiter. Eine Rückkehr in die Nationalmannschaft wird es nicht geben. Dazu drückt der 31-Jährige Nationaltrainer Hansi Flick die Daumen und hofft, "dass Hansi so erfolgreich mit der Mannschaft ist, dass er nicht auf die Idee kommen muss, mich aus sportlichen Gründen anzurufen."

Neben dem Effekt, dass Kroos nun mehr Zeit für seine Familie hat und sich auf die Karriere bei Real Madrid konzentrieren kann, hat der Rücktritt aber auch noch eine andere positive Auswirkung. Kroos hat Post bekommen von der Nationalen Anti-Doping Agentur. Weil er nicht mehr Nationalspieler ist, müsse er nun nicht mehr täglich seinen Aufenthaltsort angeben.

Toni Kroos erklärt:

"Als Nationalspieler bist du verpflichtet, deinen Aufenthaltsort zu jeder Zeit kundzutun. Wenn ich Lust habe, irgendwohin zu gehen, muss ich das eintragen, damit sie mich jederzeit auffinden können und eine Kontrolle durchführen könnten. Das ist jetzt nicht mehr so."

Kurz später erzählt er lachend: "Über diese Mail hat sich meine Frau viel mehr gefreut als ich, weil sie das Eintragen immer übernommen hat. Sie ist – ähnlich wie ich – da jetzt raus."

Kroos nahm fünf Monate Schmerzmittel

Neben der Nationalmannschaft sprechen die beiden Kroos-Brüder aber auch über die Verwendung von Schmerzmitteln im Profi-Fußball. Dabei befindet sich Toni Kroos in einem Dilemma. Grundsätzliche sei er kein "Fan von Schmerzmitteln", muss aber danach gestehen, dass er "seit fünf Monaten damit gespielt" habe.

Der viermalige Champions-League-Sieger findet aber auch: "Man muss trotzdem sagen, dass ich glaube, dass es tolerierbar ist, sonst würde es die Schmerzmittel ja nicht geben, wenn es ganz schlimm wäre." Die große Gefahr bei Schmerzmitteln im Sport: Eine Überlastung der verletzten Stelle könne nicht mehr wahrgenommen werden und auch neue Verletzungen würden deutlich weniger wahrgenommen. Die Folge: Die Schmerzen können nach der Wirkung der Tablette stärker sein, die Verletzung schlimmer. So erklärte es Ernährungsmediziner und Internist Dr. med. Matthias Riedl gegenüber Fitbook.

"Ich möchte dich hier auch noch einmal bitten und vorwarnen, dass du es in Zukunft so gut es geht ohne Schmerzmittel machst."
Felix Kroos nimmt seinen Bruder Toni in die Pflicht, auf Schmerzmittel weitestgehend zu verzichten

Aber auch langfristige Folgen wie Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit können auftreten. Auf einem Info-Blatt des Therapie-Zentrum Koblenz steht außerdem: "Auch die stärksten Schmerzmittel verlieren nach zwei bis drei Monaten ihre Wirkung." Heißt: Danach müsste die Dosis erhöht werden, damit die Schmerzen nicht erneut wiederkommen und der Körper die gewünschte Reaktion zeigt.

Genau aus diesem Grund findet Felix Kroos auch zum Abschluss gegenüber seinem Bruder deutliche Worte: "Deswegen möchte ich dich hier auch noch einmal bitten und vorwarnen, dass du es in Zukunft so gut es geht ohne Schmerzmittel machst. Man muss auch ein Vorbild sein. Es bleibt in so einer langen Karriere nicht aus, aber gut ist es nicht."

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