Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Barça-Präsident. Seit 2021 ist er wieder im Amt.
Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Barça-Präsident. Seit 2021 ist er wieder im Amt. Bild: imago / NurPhoto

"Zeit zu gehen": Barcelona-Boss möchte zwei Stars loswerden

09.08.2022, 07:15

Trotz eines angeblich horrenden Schuldenbergs hat sich der FC Barcelona in der Sommerpause Weltfußballer Robert Lewandowski für rund 45 Millionen Euro gekauft. Sogar noch mehr bezahlte Barça jeweils für Innenverteidiger-Juwel Jules Koundé (50 Millionen Euro) und Flügelflitzer Raphinha (58 Millionen Euro). Insgesamt 153 Millionen Euro haben die Katalanen im laufenden Transferfenster bisher ausgegeben.

Robert Lewandowski bejubelt sein erstes Testspiel-Tor für den FC Barcelona.
Robert Lewandowski bejubelt sein erstes Testspiel-Tor für den FC Barcelona.Bild: imago images

Wenig überraschend, dass die spanische Liga nun Alarm schlägt: Doch nicht an den hohen Ablösen für die Neuzugänge stört sich der Verband, sondern an den Gehältern. Laut des neuen Salary Caps – der letztes Jahr auch Lionel Messi zum Abschied zwangdarf ein Verein nämlich nicht mehr als 80 Prozent des Etats für Spielergehälter ausgeben. Das Ziel: Eine Überschuldung der Vereine (wie zum Beispiel beim FC Barcelona) zu verhindern.

Barça-Kader sprengt Salary Cap, La Liga verweigert Spiellizenzen

Der aktuelle Barça-Kader sprengt anscheinend diese Vorgaben, weshalb die Liga offenbar die Spielberechtigung für sämtliche Neuverpflichtungen verweigert. Auch Ex-Bayern-Star Robert Lewandowski wartet seit Wochen auf seine offizielle Registrierung. Wenn der 33-Jährige in der kommenden Spielzeit auflaufen soll, muss Barça schleunigst die Gehaltskosten drücken.

"Unsere Gehaltskosten sind mit 560 Millionen Euro doppelt so hoch wie die der Bayern", hatte Vizepräsident Eduard Romeu im Juni dem katalanischen Radiosender "RAC1" verraten. Selbst Real Madrid würde ihm zufolge nur 400 Millionen Euro für Spielergehälter aufwenden.

Barça-Boss Joan Laporta zieht beim Gehaltsproblem nun einmal mehr die Spieler in die Verantwortung. Schon im Juni hatte "Mundo Deportivo" berichtet, dass der Verein nahezu allen Spielern die Gehälter kürzen wolle.

Barça-Spieler sollen wohl auf Verträge und Gehälter verzichten

Stattdessen versucht Laporta nun, ungewollte Spieler aus ihren laufenden Verträgen zu mobben: "Umtiti und Braithwaite haben einen Vertrag, aber sie haben verstanden, dass der Trainer nicht mit ihnen rechnet", verkündete er beim spanischen Radiosender "Esports3" abseits eines Barcelona-Testspiels gegen den mexikanischen Klub Pumas de la UNAM. "Sie wissen, dass es Zeit ist, zu gehen", fügte Laporta an.

Das Problem: Weder für Innenverteidiger Samuel Umtiti noch für Mittelstürmer Martin Braithwaite hat sich bisher ein Abnehmer gefunden. Da beide noch mehrjährige Verträge besitzen, ist es eigentlich die Aufgabe des FC Barcelona ihnen einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Laporta versucht nun, diese Bürde den Spielern selbst aufzulasten.

Der dänische Nationalspieler Martin Braithwaite erzielte für Barcelona zehn Tore in 57 Spielen. Jetzt soll er weg, so schnell wie möglich.
Der dänische Nationalspieler Martin Braithwaite erzielte für Barcelona zehn Tore in 57 Spielen. Jetzt soll er weg, so schnell wie möglich.Bild: imago / Shutterstock

"Sport Bild" zufolge spielt der Barça-Präsident die Gefahr der ausbleibenden Spielberechtigungen gegenüber Vereinsmitgliedern herunter. Das Problem: Braithwaite soll beispielsweise darauf pochen, sein Gehalt weiter gezahlt zu bekommen, will den Verein wohl auch nicht verlassen, weil er mit 31-Jahren sich gehaltstechnisch verschlechtern würde. Ähnlich sieht es wohl auch bei Umtiti aus, der rund 12,5 Millionen Euro im Jahr verdienen soll.

Ob es Laporta tatsächlich noch vor Liga-Auftakt am Wochenende schafft, den nötigen Platz im Etat zu schaffen, ist fraglich. Ob die spanische Liga aber wirklich mit Lewandowski das neue Aushängeschild der Liga einen Einsatz verweigern würde, ist aus Marketing-Gründen ebenso fraglich.

(kpk)

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