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David Alaba wird den FC Bayern verlassen. Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Auch Oliver Kahn giftet gegen Alaba-Berater Zahavi

Der Poker um die Vertragsverlängerung von Bayern-Star David Alaba zog sich über viele Monate und endete schlussendlich in dem Szenario, das Ex-Präsident Uli Hoeneß Ende 2020 noch als "Super-GAU" bezeichnete. Der Österreicher verkündete vor einem Monat auf einer Pressekonferenz, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Nach den gescheiterten Verhandlungen wird er nach 13 Jahren beim FC Bayern den Verein im Sommer ablösefrei verlassen.

Immer wieder kamen Gerüchte auf, dass die Verhandlungen an den utopischen Gehaltsvorstellungen des Österreichers scheitern würden. Sein Berater Pini Zahavi soll ein Gehalt von 20 Millionen Euro für seinen Schützling fordern. Bereits vor einigen Monaten bezeichnete Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß Zahavi daher als "geldgierigen Piranha".

Im Interview mit dem "Kicker" hat nun auch Bayern Münchens Vorstandsmitglied Oliver Kahn deutlichen Worte gegenüber dem 77 Jahre alten Berater gefunden. "Auf eine gewisse Weise bin ich tatsächlich desillusioniert, weil ich eine Abkopplung von der Realität feststelle, die atemberaubend ist", erklärte der 51-Jährige. Anfang 2022 wird er Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden beim Rekordmeister ablösen.

27.09.2020, PreZero-Arena, Sinsheim, GER, 1.FBL, TSG 1899 Hoffenheim vs FC Bayern München , DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. im Bild Oliver Kahn (München)

Bayern Münchens Vorstandsmitglied und Torwartlegende Oliver Kahn. Bild: Hasan Bratic / Hasan Bratic

Die Kritik bezog sich dabei jedoch nur auf Alabas Berater und richtete sich nicht gegen den Münchner Abwehrchef. "Wir schätzen David Alaba sehr, er ist ein außergewöhnlicher Mensch, immer freundlich und offen. Obwohl wir alles versucht haben, ihn zu halten, kam es zu keiner Einigung."

Laut Alaba war Geld kein Grund für die gescheiterten Verhandlungen

Die Bayern-Verantwortlichen machten öffentlich immer wieder klar, dass sie finanziell an die absolute Schmerzgrenze gegangen seien, zogen ihr Angebot aber im November vergangenen Jahres schlussendlich zurück. So erklärte Kahn im "Kicker"-Interview: "Wir leben nicht mehr in einem Fußball-Schlaraffenland, wo Milch und Honig unbegrenzt fließen."

Alaba selbst betonte bei seiner Pressekonferenz, dass es ihm niemals um Geld gegangen sei, sondern er etwas Neues ausprobieren und sich weiterentwickeln will.

©PHOTOPQR/LE PARISIEN ; Diner de gala de la fondation PSG. Pini Zahavi Foto: Arnaud Journois/MAXPPP/dpa

Seit Oktober 2020 wird David Alaba von Pini Zahavi vertreten. Bild: MAXPPP / Arnaud Journois

"Ich habe vielleicht noch vier, fünf, sechs, sieben Jahre, die ich Fußball spielen kann. Aus denen will ich alles herausholen", erklärte der österreichische Nationalspieler.

Neuer Verein weiterhin unbekannt

Wohin es Alaba zukünftig verschlagen wird, ist weiterhin unbekannt. Lange Zeit galt Real Madrid als favorisiertes Ziel, doch auch der FC Barcelona, Paris Saint-Germain und der FC Chelsea sollen als ernsthafte Interessenten gelten. Dabei soll selbst Real Madrid aufgrund der hohen Gehaltsforderungen in den Verhandlungen noch zögern. Einen Bericht der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo", wonach sich Alabas Berater Pini Zahavi bereits mündlich mit Barcelona geeinigt haben soll, dementierte der Israeli umgehend.

Schon auf der Pressekonferenz vor einem Monat betonte Alaba, dass er sich bei der Suche nach einem neuen Klub keinen Stress machen wird. "Mein Management ist mit allen in Gesprächen", erklärte er Mitte Februar.

(lgr)

Meinung

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