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Bild: imago sportfotodienst

Alisson Becker: Das ist Loris Karius' brasilianisch-deutscher Albtraum

Dominik Sliskovic
Dominik Sliskovic

In Rom nennt man ihn den "Deutschen", nicht nur, weil er "solide, rational, kalt kalkulierend" sei, wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" findet, sondern vor allem wegen seines Namens: Alisson Becker.

Der Brasilianer vertritt nicht nur in siebter Generation seine saarländische Herkunft, sondern auch eine neue Generation mitspielender Torhüter. Nun wird Alisson, wie er gemeinhin nur gerufen wird, gerade deshalb zum teuersten Schlussmann der Fußballgeschichte – und zum Albtraum von Loris Karius. 

Karius' Arbeitgeber, der Liverpool FC, soll stolze 75 Millionen Euro für die Dienste des brasilianischen Nationalkeepers auf den Tisch legen. Der ehemalige Mainzer Karius, der die "Reds" mit seinen Patzern im Finale um den Champions-League-Titel brachte, wird seinen Platz zwischen den Anfield-Pfosten räumen müssen.

Wer ist dieser Alisson Becker?

Doch wer ist dieser Alisson Becker, der mit seinem Wechsel in den Nordwesten Englands Gianluigi Buffon als teuersten Torwart der Geschichte ablöst? Und wie deutsch ist der Mann mit der "Becker-Faust" (Zitat Jörg Dahlmann) eigentlich wirklich?

Geboren wurde Alisson in der von deutschen Siedlern gegründeten Großstadt Novo Hamburgo im Süden Brasiliens. Sein Vorfahre Nikolaus war Begründer der noch heute dort ansässigen Schuh- und Lederindustrie, eine der Hauptverkehrsadern trägt den Namen "Avenida Nicolau Becker". ("Saarbrücker Zeitung")

Im Gegensatz zu seinem Vater José spricht Alisson jedoch kein Deutsch mehr. Um seine Wurzeln jedoch nicht komplett zu verlieren, bemühte sich der Fußballer vor Jahren um einen deutschen Pass – vergeblich: "Ich bin jetzt die siebte Generation, und den Pass bekommst Du nur bis zur dritten." ("Sportschau")

Antrieb ist die Familie

Die Verbundenheit Alissons zu seiner Familie ist enorm. Entspannen könne er am besten, wenn er seiner kleinen Tochter auf der Gitarre vorspiele, berichtet er. Seine Ehefrau liebt er nicht wegen ihrer Modelmaße, sondern weil sie als Kinderärztin Menschen hilft – eine Aufgabe, die auch den gläubigen Katholiken antreibt. 

Auch sein Können als Torhüter liegt bereits in der Familie des 25-Jährigen: Sein älterer Bruder Muriel steht im Kasten des portugiesischen Erstligisten Belenenses Lissabon, seine Mutter Magali hütete in jüngeren Jahren das Handballtor. Sogar sein Ur-Großvater flog bereits Keeper durch den Strafraum. ("FourFourTwo")

Roma goalkeeper Alisson, right, and Lazio's Felipe Anderson vie for the ball during an Italian Serie A soccer match between AS Roma and Lazio, at the Olympic stadium in Rome, Sunday, April 15, 2018. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Auch mit dem Ball am Fuß fühlt sich Alisson wohl Bild: AP

Die aufreizende Ruhe, die Alisson im Fünfmeterraum versprüht, erklären seine Gene jedoch nur im Ansatz. Großen Anteil am kompletten Spiel des Schlussmanns hat Brasiliens Torhüter-Legende Claudio Taffarel, der früh den Rohdiamanten entdeckte und ihn durch stetiges Lob und hartes Training auch zur Nummer Eins der Selecao pushte. Alisson dankt seinem Förderer, indem er ihn zum privaten Barbeque nach Rom einfliegt und vor allem mit blitzschnellen Reaktionen, abgefangenen Bällen und perfekten Spieleröffnungen im gelben Trikot Brasiliens.

Ein sehr profitabler Transfer

Gerade einmal zwei Jahre benötigte Alisson, um vom Ersatzmann Wojciech Szczesnys zum gefragtesten Torwart des Vereinsfußballs zu werden. 8 Millionen Euro überwies die Roma 2016 an Alissons Heimatverein Internacional aus Porto Alegre. Stimmen die kolportieren 75 Millionen Euro, die nun also von der Mersey an den Tiber fließen, wäre er einer der wohl profitabelsten Spielertransfers der Geschichte. ("reddit")

Jürgen Klopp dürften solche Rekorde egal sein, weiß er, dass er in Alisson, den sein Berater Ze Maria Neis als "einen der besten Torhüter der Welt" adelt, einen sicheren Rückhalt für sein defensiv anfälliges Team erhält. Ihn wird eher diese Zahl interessieren: 13. So viele Spiele hat Alisson nämlich in seiner ersten und bisher einzigen Saison als Stammtorhüter ohne Gegentor bestritten.

Loris Karius, das ist sicher, wird das nicht gefallen. Der deutsche Schlussmann, der 2016 nach drei Jahren als Nummer 1 von Mainz 05 zu den "Reds" kam, droht nach gerade einmal 29 Premier-League-Einsätzen wieder abgesägt zu werden. Sein Beispiel zeigt Alisson jedoch auch: In Liverpool fordern sie Konstanz – ein Attribut, dass Alisson sich noch hart erarbeiten werden muss.

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