Lucien Favre musste nach der Niederlage gegen Stuttgart gehen.
Lucien Favre musste nach der Niederlage gegen Stuttgart gehen.
Bild: www.imago-images.de / Revierfoto

Fehlende Kommunikation: Warum Favre den BVB wirklich verlassen musste

18.12.2020, 16:06

Nach der 1:5-Pleite gegen den VfB Stuttgart am Samstag hat Borussia Dortmund Trainer Lucien Favre beurlaubt. "Ich finde es sehr schade, dass sich unsere Wege hier trennen. Wir hatten zwei sehr erfolgreiche Jahre und haben eine Mannschaft, die auch in diesem Jahr am Ende eine erfolgreiche Saison gespielt hätte. Davon bin ich nach wie vor überzeugt", sagte der 63-jährige Trainer der Deutschen Presse-Agentur.

Noch im November gelang dem BVB ein wichtiger 5:2-Sieg gegen Hertha in der Bundesliga und gleich darauf ein 3:0 gegen Brügge in der Champions League. Die Zeichen standen gut, aber im Hintergrund soll schon seit einiger Zeit Kritik laut geworden sein. Als dann die vernichtende Niederlage gegen die Stuttgarter folgte, war die Stimmung offenbar im Keller und Favre musste seinen Hut nehmen.

BVB: Die Niederlage gegen Stuttgart hat den Rauswurf von Favre besiegelt

Was wirklich hinter den Kulissen passiert sein soll, berichtet nun die "Bild".

Kritik an Favre hatte es schon lange gegeben. Laut dem Bericht stand allerdings seine Mannschaft nicht mehr hinter dem Trainer. Innerhalb des Teams soll es Vorwürfe bezüglich vieler Entscheidungen des Schweizers gegeben haben, für manche seien diese nicht nachvollziehbar gewesen.

Er ließ die Mannschaft wiederholt ohne einen echten Mittelstürmer auf den Platz gehen. Als Erling Haaland wegen eines Muskelfaserrisses pausierte, mussten die Mittelfeldspieler Marco Reus, Julian Brandt und Thorgan Hazard als Aushilfen ran.

Dazu kam, dass Favre oft seine taktische Aufstellung wechselte. Er ließ die Mannschaft nach der Niederlage gegen Köln wieder mit Dreierkette spielen. Laut dem Bericht der "Bild" hatte sich das Team mit der Viererkette wohlgefühlt, und die Führungsspieler hätten sich dezidiert für die Aufstellung ausgesprochen, trotzdem setzte sich Favre durch.

Das Team warf dem Trainer unverständliche Entscheidungen vor

Auch konnte sich dem Bericht zufolge keiner erklären, warum das 16-jährige Sturmtalent Youssoufa Moukoko nie in die Startelf aufgenommen wurde. Das Team soll Favre unpassende Spielerauswahl vorgeworfen haben, und die BVB-Chefs deuteten es als Sturheit vonseiten des Trainers, heißt es bei "Bild".

Die fehlende Kommunikation war offenbar kein Einzelfall. Noch im Oktober hatte Favre eine Torwartdiskussion bei Borussia angestoßen, dabei soll er weder dem Stammkeeper Roman Bürki noch dem Ersatztorwart Marwin Hitz eine Erklärung geliefert haben.

Anscheinend hatte Favre den Rückhalt in der Kabine und damit seine Absicherung verloren – der Rauswurf wurde unausweichlich. Zum Abschied gab es für ihn aber dennoch eine Abfindung in Höhe von einer Million Euro.

(lfr)

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