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Flick nennt Lauterbach einen "sogenannten Experten" – der kontert

Bayern-Trainer Hansi Flick hat die Kritik von Karl Lauterbach an der Katar-Reise der Mannschaft zur Klub-WM wohl nicht gut verkraftet. Der SPD-Gesundheitsexperte hatte die Reise in Zeiten einer Pandemie, in der die Bürger eigentlich auf Reisen verzichten sollten, kritisiert. Auch die Rückreise Thomas Müllers trotz eines positiven Corona-Tests sah Lauterbach skeptisch. "Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar", erklärte Lauterbach im Interview mit Sport1.

Nun hat der Bayern-Coach auf die Kritik reagiert und den Politiker scharf angegriffen. "Ich finde, so langsam kann man die ganzen sogenannten Corona-Experten nicht mehr hören", schimpfte Flick auf einer Pressekonferenz. Namentlich erwähnte er Lauterbach, der "immer zu irgendetwas" zu sagen habe. Stattdessen sollten sich die "sogenannten Experten" mit der Politik zusammensetzen "und eine Strategie entwickeln, dass man auch irgendwann mal wieder Licht im Tunnel sieht."

Außerdem habe Flick das Gefühl, "dass jeder aus der Situation seinen Profit schlagen will und darauf schaut: Wie kann er bei der nächsten Wahl ein paar Prozentpunkte mehr machen". Flick weiter: "Das ist weit an dem vorbei, was sie als Aufgabe haben: Gemeinsam zu arbeiten, dass es irgendwann zu einer Normalität kommt."

Lauterbach kontert die Kritik: "Nicht unfair sein!"

Karl Lauterbach reagierte auf Twitter auf die scharfen Worte Flicks. Die "sogenannten Experten" – also unter anderem er – äußerten sich deshalb, weil Journalisten sie um eine Einschätzung bäten. Flick könne durchaus Argumente vorbringen, aber "als Amateursportler" äußerte Lauterbach einen Apell: "Nicht unfair sein!"

Auf Twitter kritisierten viele Nutzer die Worte Flicks und zeigten Verständnis für die Meinung Lauterbachs, dass Profifußballern in der Pandemie keine Sonderrolle zukommen sollte, wie folgende Beispiele zeigen: "Selbstkritik: 0" heißt es da oder Flick "sollte sich ob seiner anmaßenden, respektlosen Worte" gegenüber Lauterbach schämen.

Da zeigte Hansi Flick offenbar Nerven – und Lauterbach ließ sich von diesem Angriff nicht aus der Ruhe bringen. Wenige Stunden zuvor erst hatte der SPD-Gesundheitsexperte allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass erneut eine Hasswelle über ihn hinwegrolle "im Internet, mit Morddrohungen und Beleidigungen, die schwer zu ertragen sind." Immer wieder seien es auch Aufrufe zu Gewalt. "Es ist immer der Versuch, warnende Stimmen einzuschüchtern", sagte er da.

(lau)

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